Total War – Three Kingdoms angespielt: Wenn ich der Kaiser von China wär'

Daniel Kirschey

Einheiten ziehen, Städte ausbauen, Krieg führen, diplomatischen Honig ums Maul schmieren und dabei einfach mal der Kaiser von China werden. Total War: Three Kingdoms macht genau dies möglich.

Total War – Three Kingdoms angespielt: Wenn ich der Kaiser von China wär'

Liu Bei, Held in der Zeit der Drei Reiche, prescht voran. Direkt hinter ihm rennen die Speerträger, Schild und Schwert-Einheiten und dahinter Bogenschützen. Die gegnerische Masse ist nur noch drei Speerlängen von ihm entfernt. Es kracht, der chinesische Held trifft als erster auf die feindlichen Truppen. Männer fliegen aus der Masse, Blut spritzt empor. Liu Bei teilt unmenschliche Hiebe aus. Nein, wir befinden uns nicht in einem sogenannten Musou-, also Dynasty Warriors-Spiel.

Wir haben zwei Modi“, erklärt Pete Stewart, Autor bei Creative Assembly, „die im finalen Spiel zu finden sind. Einmal den historischen Modus Record of the Three Kingdoms, in dem beispielsweise die Generäle wie Liu Bei, Guan Yu und Zhang Fei normale Kräfte besitzen, also verletzbare Menschen sind. Record of the Three Kingdoms heißt auch die Quelle aus dem 3. Jahrhundert, auf die sich der Modus bezieht. Der andere ist der Modus Romance of the Three Kingdoms, der aus den Generälen die Helden macht, wie sie im gleichnamigen Roman aus dem 14. Jahrhundert von Luo Guanzhong dargestellt werden.

Ich sitze vor einem Computer im 33. Stock des The Shard in London, England – gleich werde ich Total War: Three Kingdoms anspielen. Auf meinem Bildschirm spiegelt sich leicht der verästelte Baum hinter mir wider, dessen Krone voller roter Wunsch-Zettel hängt. Nach zwei Ausflügen ins Warhammer-Universum und einer Saga über die Throne in Britannien will Creative Assembly mit dem neuen Ableger die Konflikte zur Zeit der Drei Reiche in China beleuchten.

Schaue dir den neuen Trailer zum Spiel Total War: Three Kingdoms an.

Total War: THREE KINGDOMS - A Hero's Journey Trailer.

Nur 30 Runden darf sich die Presse in die Kampagne des Romance-Modus stürzen. In diesen 30 Runden übernehme ich die Rolle von Liu Bei und versuche, als angeblicher Abkömmling der Han-Dynastie die Macht für mich zu sichern und schlussendlich als Kaiser von China aus den Kämpfen hervorzugehen. Natürlich bin ich vom Kaiseramt nach den begrenzten Runden noch meilenweit entfernt, aber einen Einblick, wie ich das in Three Kingdoms anstellen könnte, bekomme ich trotzdem schon.

Gebändigtes Informationschaos

Eine kleine Armee und drei Helden stehen allein in China herum. Liu Bei, Guan Yu und Zhang Fei sind am Anfang ihrer Total War-Karriere nicht besonders mächtig. Liu Bei kommt aus einfachen Verhältnissen, kann also kein eigenes Land oder viel Reichtum in den Krieg einbringen. Dafür besitzt er etwas, das vielen anderen abgeht: Er ist bei der Bevölkerung beliebt und behauptet ein Nachkomme der Han-Dynastie zu sein.

Das interessiert Cao Cao und Tao Qian nicht wirklich. Die liegen im Streit, da Cao Cao sich sicher ist, dass Tao Qian seinen Vater getötet hat. Japp, bei den Namen kann man leicht durcheinander kommen. Na ja, Tao Qian will, dass Liu Bei ihm im Krieg gegen Cao Cao zur Seite steht. Nebenbei marodieren die sogenannten Gelben Turbane, ein religiös-sozialer Bauernaufstand der damaligen Zeit, durch die Reiche und vergreifen sich an allerlei Städten und Ressourcen.

Schon die erste Runde verspricht, dass es einiges zu tun gibt. Die Benutzeroberfläche hat sich etwas verändert – und wie für ein großes Rundenstrategiespiel mit Echtzeitkämpfen typisch, gibt’s in jeder Ecke, in jeder Leiste, überall gefühlt tausend Knöpfe. Mit jedem Tastendruck auf einen dieser Buttons erscheinen Statistik-, Diplomatie-, Reform-, Charakter-, Fähigkeiten- und Stadt-Fenster mit unzähligen Informationen. Buddha sei Dank hat Creative Assembly eine Hilfe eingebaut: Mit einem Druck auf die Taste F1 erscheint ein Overlay, dass alle Funktionen, Tasten und anderes erklärt.

Eine Armee marschiert auf ihrem Magen

Statt Cao Cao oder Tao Qian Beiseite zu stehen, verleibe ich mir einfach beide ein. Man gönnt sich ja sonst nichts. Erst einmal wird jedoch die Armee eines Gelben Turbans ins Visier genommen. Sobald Liu Bei den Befehl bekommt, eine Stadt oder gegnerische Armee anzugreifen, gibt es zwei Möglichkeiten. Statt einen Kampf selbst auszufechten, genügt ein Klick und schon wird dieser automatisch vom Computer berechnet. Wer sich jedoch die volle Packung Total War geben will, findet sich auf dem Schlachtfeld in Echtzeit wieder.

Bevor es losgeht, will die Armee aufgestellt werden. Bogenschützen nach hinten, Nahkämpfer nach vorne in einer breiten Formation. Dann geht es schon los. Die Armeen bewegen sich aufeinander zu. Manchmal ist es auch nur eine Partei, die auf die andere zu läuft. Liu Bei setzt sich ab, rennt auf den General der gegnerischen Armee zu, am unteren Bildschirmrand blinkt eine Nachricht auf: Duell starten.

Steam-Wertungen können ab und zu schon etwas merkwürdig sein.

Eine der Neuerungen sind diese Duelle, die zwischen den Helden, Generälen und anderen wichtigen Charakteren auf dem Schlachtfeld ausgefochten werden können. Dieses Duell entscheidet natürlich Liu Bei für sich, was zur Folge hat, dass die feindliche Armee einen Großteil ihrer Moral verliert und schneller stiften geht. Die Schlacht bringt mir und Liu Bei eine Mine ein. Ha, wenn die erste Armee so schnell besiegt war, ziehe ich doch am besten gleich weiter und stürze mich auf die nächste.

So einfach ist es jedoch nicht. Denn meine Armee hat Hunger, ihr fehlt es an Nahrung. Die verbraucht sie im Feindesland sogar noch schneller. Napoleon soll erklärt haben, dass eine Armee immer auf dem Magen marschiert. Anderen ist das vielleicht auch unter dem Bundeswehr-Bonmot bekannt: „Ohne Mampf, kein Kampf.“ Deshalb steht oben am Bildschirmrand unter der Geldanzeige auch direkt die für die vorhandene Nahrung – so wichtig ist sie.

Reformen, Städtebau und Diplomatie

Natürlich muss ich nicht jede Region auf der chinesischen Landkarte durch Krieg gewinnen. Schließlich kann ich neben Spionen auch Diplomaten zu den anderen Herrschern schicken. Die Diplomaten sind jedoch nur abstrakter Natur. Ähnlich wie in den Civilization-Spielen genügt ein Klick auf den Diplomatie-Button und einen bekannten Herrscher und schon sind wir im Gespräch. „Wir wäre es denn, lieber Tao Qian, ein bisschen Geld und Ressourcen gegen deine Ländereien?“ Dass der nette Herr darauf nicht eingehen wird, sehe ich inzwischen zum Glück direkt.

Endlich entfällt die Herumprobiererei, bis ein Herrscher das Angebot annimmt. Rote Minus- und grüne Positivzahlen geben an, wie einig sich die mächtigen Herren sind. Mit etwas mehr Geld und zwar in regelmäßigen Abständen und mehr Ressourcen gehört dann die Stadt Liu Bei. Mit einer eigenen Stadt als Basis läuft alles runder. Die Einheiten füllen in der Stadt ihren Essensvorrat wieder auf und Lücken in der Arme können mit den Bewohnern der Stadt durch Rekrutierungen wieder geschlossen werden.

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Die Stadt ermöglicht auch den Handel, wenn die entsprechenden Gebäude dafür ausgebaut sind. Ein Handelsregisterbüro in einer Stadt erhöht beispielsweise das Handelseinkommen um 100 Prozent, beschert 30 Prozent Handelseinfluss und Landwirtschaftsgebäude kosten zudem 15 Prozent weniger. Es lohnt sich also, die Städte auszubauen. So bringt eine Akademie den Charaktern mehr Erfahrungspunkte.

Alle fünf Runden darf ich dann auch noch eine Reform auswählen, die mir und Liu Bei ebenfalls ein paar Vorteile bringt. Die Reform für Eunuchen-Sekretäre verbessert die Administration im Reich, erlaubt einen neuen Posten für einen Administrator und Anführer sind glücklicher. Ja, auf die Glückseligkeit der Bevölkerung und der Charaktere muss Liu Bei auch achten. Bekommt sein Kumpane, der General Zang Ba nichts zu tun, fühlt er sich nicht nützlich. Also bekommt er sein eigenes Heer, mit dem ich dann Cao Cao beharke. Guan Yu setze ich lieber als Administrator ein. Das macht dann uns beide glücklich. So, bald gehört alles von Cao Cao mir, dann kann ich mich endlich ganz um die restlichen Länder von Tai Qian kümmern.

Fazit

Nach 30 Runden ploppt plötzlich ein Fenster auf: „Danke für das Spielen von Total War: Three Kingdoms. Du bist am Ende der Testphase von 30 Runden angekommen.“ Argh, dabei habe ich schon die nächsten 10 Runden komplett durchgeplant und die Früchte meiner Arbeit hätte ich erst in den darauffolgenden 20 Runden ernten können. Da ich diese nicht ernten konnte, startete ich die 30 Runden einfach wieder von vorne und versuchte mich an anderen Taktiken und Strategien.

Das hat es mit der Gelben Turban-Bewegung auf sich.

Total War Three Kingdoms - Yellow Turban Rebellion Trailer.

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Im zweiten Durchgang experimentierte ich mehr herum und auch die Künstliche Intelligenz ging anscheinend andere und für mich neue Wege. In einem Durchlauf scheint sich also auch eine gewisse Eigendynamik zu verstecken. Wie die sich nach den 30 Runden entwickelt und ob ich meine Früchte jemals ernten werden kann, erfahre ich voraussichtlich am 7. März 2019, wenn das Spiel für den PC erscheint. Mich hat Total War: Three Kingdoms gepackt.

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