Uncharted 4: Wir haben den Story-Modus für euch angespielt – und das war unser Eindruck

Martin Eiser 7

Für das letzte Kapitel von Uncharted will sich Naughty Dog natürlich mit einem Paukenschlag verabschieden. Wir waren mit dem Abenteurer virtuell auf Madagaskar und haben erstmals ein Stück der Handlung von Uncharted 4: A Thief’s End gespielt. Unseren Eindruck findet ihr hier als Text und Video.

Uncharted 4 in der Story-Vorschau.
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Naughty Dog wusste schon früh, welchen Spannungsbogen die Uncharted-Reihe haben soll. Von Anfang an hatte das Team im Kopf, wer Nathan Drake ist, wie er denkt und was er will. Alle Entscheidungen bezüglich des Designs wurden dann so getroffen, dass sie die Entwicklung des Charakters zu unterstützen. „Seine emotionale Reise ist es, die das Spiel antreibt“, erzählt mir Lead Designer Ricky Cambier im persönlichen Gespräch. Nun soll es endlich eine Antwort darauf geben, was Drake für seinen Drang nach Abenteuer bereit ist, zu geben. Teil dieser Geschichte ist auch sein lange tot geglaubter Bruder Sam. Gemeinsam suchen sie quer über den Erdball nach dem Schatz des Piraten Henry Avery und müssen sich wieder großen Gefahren stellen.

Auch hinsichtlich der Spielmechaniken schwirrte einiges schon länger in den Köpfen der Entwickler herum. Der nun erhaltene Greifhaken ist ein solches Element. Die Idee dafür ist schon älter, aber konnte bisher nicht zufriedenstellend realisiert werden. In Uncharted 3: Drake’s Deception konzentrierte man sich beispielsweise auf die Faustkämpfe. An die erinnern sich bestimmt viele gern zurück. Naughty Dog ist es gelungen, auch für den Haken eine solche Dynamik herzustellen, die den Spielfluss nicht bremst, sondern sogar unterstützt. Der Greifhaken funktioniert aus dem Handgelenk heraus und unterstreicht den Action-Blockbuster-Charakter des Spiels.

Passend dazu spielen auch Fahrzeuge wieder eine Rolle. Allerdings hatte das Team erst jetzt die Möglichkeit, glaubwürdige Orte zu erschaffen, die ausreichend groß sind, so dass wir selbst hinter das Lenkrad dürfen. Die neue Hardware will man nun nutzen, um die Welt offener zu gestalten und den Drang nach Erkundung - zu Fuß oder per Auto - zu stärken. Die Suche nach Schätzen soll außerdem intensiver und abwechslungsreicher werden.

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Die Freiheit wird dabei allerdings weiterhin stark eingeschränkt. Der Inszenierung der Handlung opfert man noch immer gern spielerische Elemente. Meist sind es einfache Verzweigungen von Wegen, die sich schon kurz darauf wieder treffen. Abseits der Strecke gab es in der kurzen Demo auf Madagaskar nur wenig zu entdecken. Die Gefahr besteht, dass wir aufgrund solcher Probleme erste merken, in welches enge Korsett wir gezwängt werden, obwohl wir gleichzeitig noch nie so viel Luft zum Atmen hatten. Die Stärke von Naughty Dog ist es doch eigentlich, uns ein Gefühl für Freiheit zu geben, obwohl es keine gibt.

Uncharted 4 A Thief\'s End Story Trailer.

Um dieses Gefühl trotzdem zu erreichen, gibt es allerdings erstaunlich viele Details. Gerade beim mehrmaligen Spielen war zu spüren, wie viel Arbeit das Team in die Welt gesteckt hat. Als ich eine Höhle - Achtung, Klischee-Alarm - hinter einem Wasserfall entdecke, erwartet mich nicht nur ein kleines Rätsel, sondern auch ein besonderer Gesprächsfetzen zwischen Nathan, seinem Bruder Henry und Sully, der erst speziell durch dieses kühle Nass ausgelöst wird. Gleiches galt auch für eine Ruine, die ich am Rand entdeckte. „So etwas kann einen Dialog auslösen. Du findest vielleicht einen Schatz oder eine Notiz. Wir versuchen Orte zu erschaffen, die einem verschiedene Dinge geben können“, erzählt Lead-Designer Cambier.

Nolan North spricht Nathan Drake - auf Deutsch!*

Nur wer versucht, selbst den letzten Winkel der Welt zu erkunden, wird wirklich alles über den Abenteurer erfahren. Und genau das ist es auch, was wir alle an der Uncharted-Reihe so lieben. Es ist die großartige Inszenierung eines Blockbusters mit dichter Atmosphäre, bei der wir trotzdem immer das Gefühl haben, selbst der Regisseur zu sein. Und auf genau diese Art des Erzählens der Geschichte durch die umwerfende Präsentation, sowie durch Sound und Gameplay ist der Lead Designer besonders stolz. Er meint: „Man ist gespannt darauf, wo es hingeht und hat nicht nur das Gefühl, auf einer Einbahnstraße unterwegs zu sein. An bestimmten Punkten können wir dich dann wieder auf den Weg zurückbringen, in dem beispielsweise eine Brücke überquert werden muss.“ Wie wir aber dorthin kommen, das sei uns freigestellt.

Making-Of Uncharted 4 A Thief's End The End.

Für die Gefechte gibt es ebenfalls ein Update, das viele freuen dürfte. Neben dem nützlichen Greifhaken, der vor allem jenen in die Hände spielt, die auf Action stehen, gibt es auch eine neue Spielmechanik für die stilleren Typen unter uns. Von The Last of Us inspiriert ist die Möglichkeit, zwischen dem Schleichen und der Action wechseln zu können. Wir können uns beispielsweise im hohen Gras verstecken und sind dort gut geschützt, bis Gegner etwa durch Schüsse auf uns aufmerksam werden. Dafür gibt es ein dreistufiges Wahrnehmungslevel. Aber auch nachdem man uns entdeckt hat, können wir versuchen, unsere Verfolger abzuschütteln. Außerdem können Gegner markiert werden und sind dadurch dauerhaft für uns sichtbar.

Übrigens hat Uncharted 4: A Thief’s End wieder eine sehr interessante Gegenspielerin. Nadine Ross ist die Chefin einer südafrikanischen Sicherheitsfirma. Gleichzeitig hat sie sehr starke und markante Gesichtszüge und vergleichsweise kräftige Oberarme. Diese Frau wirkt, als würde sie nicht nur gut aussehen, sondern auch ordentlich austeilen können. Das sind die besten Voraussetzungen für eine richtig spannende Geschichte. Hoffen wir, dass Naughty Dog sie diesmal zu einem besseren Abschluss bringt als im letzten Abenteuer. Katherine Marlow aus Uncharted 3 war ebenfalls eine sehr interessante Gegenspielerin, deren Ende ihrer aber wahrlich nicht würdig war.

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