Warum sich Volume in eure Herzen schleichen wird

Martin Küpper

Volume ist der neuste Titel von Indie-Entwickler Mike Bithell, der zuvor bereits mit dem Puzzle-Plattformer Thomas Was Alone auf sich aufmerksam machte. In seinem neusten Streich legt Bithell jetzt noch einen drauf und lässt sich offenherzig von einer der größten Videospiel-Serien inspirieren: Metal Gear Solid.

Volume - Launch Trailer.

Ein Blick auf das Spiel reicht aus, um die Parallelen zu Metal Gear erahnen zu können. Aus einer Topdown-Perspektive steuert ihr Titelheld Robert durch die zahlreichen Level an patrouillierenden Wachen vorbei und müsst dabei unentdeckt bleiben. Ihr huscht also von Deckung zu Deckung, beobachtet die Wachen und versucht ihrem (sichtbaren) Blickfeld zu entgehen. Im Spielverlauf lernt ihr neue Tricks oder findet Gadgets, die das Spielprinzip nach und nach erweitern. Ihr könnt Wachen jedoch zu keiner Zeit ausschalten oder gar töten. Wenn ihr erwischt werdet, habt ihr nur einen kurzen Moment, um zu entkommen und euch zu verstecken, ansonsten werdet ihr im Handumdrehen ausgeschaltet.

Ein Level aus <a href=
Volume" width="630" height="354" /> Bereits auf den ersten Blick werden die Parallelen von Volume zu Metal Gear deutlich.

Nur noch ein Level!

Wer sich mit Metal Gear ein wenig auskennt, wird schnell feststellen, dass Volume ganz besonders an die sogenannten VR-Missionen erinnert. Ihr schleicht euch nämlich nicht durch eine zusammenhängende Welt, sondern durch kurze, aufeinanderfolgende Level. Euer Ziel ist es dabei stets den Ausgang des Levels zu erreichen, der jedoch oft noch durch das Aufsammeln von Juwelen aktiviert werden muss.

Volume ist also ein sehr kurzweiliges Spiel, das sich gerade auf der portablen Vita für flotte Runden anbietet. Dank großzügig verteilter Checkpoints ist zudem auch der Frustfaktor sehr gering, was den Sog des Spiels nur weiter verstärkt. Ich habe mich immer wieder dabei ertappt, dem berühmten Gedanken „Nur noch ein Level!“ Folge zu leisten.

Das Checkpoint-System ist jedoch gleichzeitig leider auch der einzige gröbere Schnitzer des Spiels. Um einen Checkpoint zu aktivieren, muss man ihn lediglich passieren. Es ist völlig irrelevant, ob die Wachen Protagonist Robert dabei gerade auf den Fersen sind – und dadurch kann man sich leider viel zu leicht durch die Level mogeln. Ihr wurdet erwischt? Kein Problem! Schafft ihr es durch den Checkpoint bevor die Wache euch ausschaltet, startet ihr an der neuen Position. Um dem Spiel die gewisse Herausforderung nicht zu nehmen, hätte man die Checkpoints bei einer Verfolgung temporär deaktivieren sollen.

Ein moderner Robin Hood!

Neben den spielerischen Möglichkeiten entfaltet sich auch die Story des Spiels erst mit der Zeit. Zu Beginn gibt es quasi nur ein einfaches Setting: Ihr steuert einen jungen Mann namens Robert durch virtuelle Trainingsmissionen, die von einer KI namens Alan erzeugt werden. Die Gespräche zwischen Robert und Alan treiben die Handlung jedoch immer weiter voran und so entwickelt sich im Spielverlauf schließlich eine moderne Variante der Robin-Hood-Geschichte. Dabei setzt Volume nicht auf eine plumpe Heldengeschichte, sondern beschäftigt sich auch mit ernsten Themen.

Die Dialoge zwischen Robert und Alan tragen viel zum Charme des Spiels bei. Sie sind mit ihrem britischen Humor stets sehr amüsant geschrieben und wurden exzellent vertont. Der bekannte YouTuber Charlie McDonnell und der britische Comedian und Schauspieler Danny Wallace haben in ihren Rollen ganze Arbeit geleistet. Außerdem hat auch Andy Serkis (Gollum aus Herr der Ringe) eine Sprecherrolle im Spiel!

In <a href=
Volume schleicht sich Titelheld Robert an den Wachen vorbei" width="630" height="354" /> Die Grafik von Volume ist stilsicher.

 

Unser Test-Fazit zu Volume:

Volume besticht durch seinen schicken Artstyle und die amüsanten Dialoge, kann aber auch spielerisch überzeugen. Die kleinen Level sind ein kurzweiliger Spaß, der sich auch für Zwischendurch anbietet, wenn man dem Suchtpotential entfliehen kann. Volume schafft es zudem vorzüglich, Gameplay und Story im Spielverlauf weiter zu entfalten. Man fühlt sich anfangs nicht von zu viel Inhalt erschlagen und bleibt dank der neu eingeführten Elemente und Story-Häppchen gerne am Ball. Dank des eingebauten Level-Editors könnte man zudem auch langfristig mit frischen Missionen versorgt werden.

Mit seinem Charme konnte mich Volume schnell in seinen Bann ziehen, und spätestens wenn die KI Alan mir nach einem gescheiterten Level ein „Robert? Robert?! ROOBEEEERT?!?“ (eine Anspielung auf Metal Gear, wieder mal) in mein Ohr brüllte, hatte das Spiel mein Herz erobert. Schade nur, dass der grobe Gameplay-Schnitzer um die Checkpoints einer noch höheren Wertung im Wege steht.

Volume ist für PC, PlayStation 4 und PS Vita erhältlich. Getestet wurde die PC-Version.

Volume
Entwickler: Bithell Games
Preis: 17,99 €

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