Warhammer 40K Regicide Test: Schach mit Handgranate und Bolter!

Jürgen Stöffel

Warhammer 40K Regicide ist eigentlich das gute alte Schachprogramm Battle Chess mit Space Marines und Orks aus Games Workshops populärem Table-Top-Spiel Warhammer 40.000. Doch dank einiger Zusatz-Features wird das blutige Schachspiel ungleich interessanter und taktisch vielseitiger. Ob ihr es euch holen solltet, erfahrt ihr in unserem Test.

Warhammer 40K Regicide Test: Schach mit Handgranate und Bolter!
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Stellt euch vor, ihr spielt Schach und plötzlich fangen die Spielfiguren an, irgendwelche Wummen und Granaten zu ziehen und sich völlig ungeachtet der edlen Spielregeln gegenseitig blutig und brutal umzupusten und wegzubomben. Das mag jetzt wie ein wirrer Alptraum von Garri Kasparov klingen, ist aber in Warhammer 40.000 Regicide blutige Realität. Denn während ihr im klassischen Modus noch ganz normales Schach mit Space Marines und Orks spielt, sieht die Sache im sogenannten Regicide-Modus ganz anders aus.

Schachmatt durch Bolter

Denn im Regicide-Modus spielen sich die Figuren zwar vom Zugverhalten immer noch wie Schachfiguren, aber nach jedem Zug könnt ihr diverse Zusatz-Aktionen ausführen. Beispielsweise mit dem Bolter-Gewehr auf den Ork vor euch ballern, eine Handgranate werfen oder als Marine-Scriptor mächtige Schutzschilde erzeugen. Damit könnt ihr eure Figuren schützen und den Feinden Schaden zufügen, bis sie irgendwann mal aus den Latschen kippen.

Zwar könnt ihr die anderen Figuren immer noch ganz regulär schlagen und so ungeachtet ihrer Lebenspunkte sofort ausschalten, aber wenn ihr beispielsweise den feindlichen Läufer nicht schlagen könnt, weil er von einem Bauern gedeckt wird, ist es ziemlich cool, wenn ihr euren Marines einfach befehlt, den Bauern wegzupusten, um dann im nächsten Zug den Läufer ungestört zu schlagen.

Taktik-Schach mit Story

Im Story-Modus habt ihr selten eine komplette Schach-Armee zur Verfügung. Stattdessen müsst ihr mit einer vorgegebenen Anzahl an Figuren ein Missionsziel erfüllen, beispielsweise den feindlichen Anführer schlagen oder einen bestimmten Punkt erreichen, ohne zu viele Verluste zu erleiden.

Diese Missionsziele machen das Spiel taktisch sehr fordernd und recht knifflig, denn Fehler, die ihr früh in der Partie macht, können euch später den Sieg kosten. Beispielsweise, wenn ihr nur noch Bauern übrig habt und diese, gemäß den Schachregeln, nur geradeaus laufen können, ihr aber eigentlich andere Züge für euer Ziel benötigt.

Nerviger Glücksfaktor

So interessant das Spielprinzip von Regicide auch ist, es krankt ein wenig an der recht doofen KI und dem teils albernen Zufallsgenerator. Denn wenn ihr auf einen Ork ballert, habt ihr teilweise nur Chancen von 50-60 Prozent, was zu sehr vielen Fehlschüssen in einer Partie und zu Dauertreffern in anderen führt. Besonders blöd ist dies natürlich vor allem dann, wenn der Feind eine solche Glückssträhne hat.

Doch dieser hat eh mehr Glück als Verstand und spielt Schach in etwa so gut wie ein depperter Ork. So haben wir im Test schon oft erlebt, dass der Gegner lächerlich dumme Manöver durchführte, die sogar der unerfahrenste Schachanfänger vermeiden würde. Die KI hat beispielsweise einmal aus lauter Blutgier eine wertvolle Dame geopfert, nur um einen einfachen Springer zu schlagen. Ein unverzeihlicher Fehler, da diese Dame sogar noch das Missionsziel war!

Unser Test-Fazit zu Warhammer 40K Regicide:

Wer Schach liebt, aber gern mal etwas mehr Action auf dem Brett hätte, der ist mit dieser Warhammer-40K-Version von Battle Chess gut beraten. Denn die zeitlosen Schach-Regeln werden durch das Rumgeballer und die zusätzlichen taktischen Optionen gut ergänzt. Wer jedoch ein modernes Rundenstrategiespiel erwartet, der sollte sich im Klaren sein, dass Regicide im Grunde seiner Seele immer noch Schach ist und sich auch so spielt.

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