Wohin des Weges?

Derart ausgerüstet kann ich mich nun endlich in die neuen Questgebiete stürzen, um die Säulen der Schöpfung zu finden. Das Besondere daran: Ich kann mir aussuchen, in welcher Reihenfolge ich die vier Gebiete Val‘Sharah, Sturmheim, Azsuna und Hochberg besuche. Nur für das Endgame-Gebiet Suramar benötige ich zuerst das neue Höchstlevel 110. Ich entscheide mich für Val‘Sharah, der Geburtststätte der Druiden.

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World of Warcraft - Legion

Facts 
World of Warcraft - Legion
Unterwegs auf einer Quest im Gebiet Val'Sharah

Dort angekommen zieht mich die Geschichte der Erweiterung innerhalb weniger Minuten in ihren Bann. Halbgott Cenarius ist in einem Albtraum gefangen, Schuld daran ist der Satyr Xavius. Die daraus resultierenden Questreihen sind keine spielerische Revolution, noch nie wurde die Geschichte aber von derart vielen Cutscenes ausgeschmückt. Zwar dreht es sich in jedem Gebiet letztendlich um das Finden einer Säule der Schöpfung, dennoch erzählt jedes Gebiet eine eigene und dichte Geschichte. Das hat in dieser Form bisher keine Erweiterung des Online-Rollenspiels geschafft.

Eine weitere Neuerung: Da ich mir aussuchen kann, in welcher Reihenfolge ich die neuen Questgebiete besuche, passt sich das Spiel meinem aktuellen Level an. Das betrifft nicht nur die Stärke der Monster, die sich mir in den Weg stellen, auch gewonnene Erfahrungspunkte und Questbelohungen entsprechen stets meiner aktuellen Stufe. Damit mir dabei nicht alle naselang hochstufige Monster erfahrener Spieler über den Weg laufen, scalen die Gegner stets individuell. Bekämpfen zwei Spieler mit unterschiedlichem Level den gleichen Gegner, so befindet sich dieser je nach Spieler auf der entsprechend angepassten Stufe, Spieler auf Level 100 und Level 110 können also problemlos zusammenspielen. Jeder wird also stets der eigenen Stufe entsprechend gefordert, Frust über zu schwere oder Langeweile über zu einfache Gegner brauche ich nicht befürchten.

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Das Gruppenspiel

Nicht nur das angepasste Monsterlevel erleichtert das Zusammenspiel mit anderen Helden, Spieler müssen sich zudem nun nicht mehr zwingend in Gruppen zusammenschließen, um fallengelassene Beute untereinander aufzuteilen. Jeder, der einem Gegner im Laufe des Kampfes Schaden zugefügt hat, erhält sein eigenes Loot. Besonders nützlich ist das für die zahlreichen Rare-Mobs, die mit einem silbernen oder goldenen Rahmen gekennzeichnet sind und überall in der Welt auf Prügel warten. In der Gruppe lassen sich diese Monster erheblich leichter erledigen und hinterlassen zur Belohnung seltene Ausrüstung, Ressourcen für die Ordenshalle, Artefaktmacht und vieles mehr.

Nachdem ich die Questreihen in Val'Sharah gemeistert und die erste Säule der Schöpfung nach Dalaran gebracht habe, wage ich mich mit vier weiteren Spielern in die Instanz Finsterherzdickicht. Wer kein Mitglied einer aktiven Gilde ist, muss sich die Instanzen der Erweiterung nicht entgehen lassen, zumal ich in anderen Gebieten um den Besuch einer Instanz nicht herum komme, um alle Säulen der Schöpfung in meinen Besitz zu bringen. Wie in den bisherigen Erweiterungen finde ich mit etwas Geduld problemlos Mitspieler über den internen Dungeon Finder, wobei der Schwierigkeitsgrad auf spontan gebildete Gruppen optimiert ist und keine große Herausforderung darstellt. So kommen auch Gelegenheitsspieler in den Genuss der Intanzen und der dazugehörigen Quests. Wer es gern anspruchsvoller mag und mit einer eingespielten Gruppe unterwegs ist, kann sich je nach Ausrüstung auch in die Schwierigkeitsgrade Heroisch, Mythisch oder Mythisch+ stürzen. Mythisch+ ersetzt dabei den bisherigen Herausforderungsmodus und erlaubt es, den Anspruch der Dungeons beliebig nach oben zu skalieren und erhöht damit die Chance auf besonders mächtige Belohnungen. Blizzard-Fans kennen dieses System bereits von den Großen Nephalimportalen aus Diablo 3.

Auf meiner Reise durch die übrigen Questgebiete verschlägt es mich zuerst nach Aszuna, denn dorthin schickt mich auch die Questreihe meines Berufes Alchemie. Statt wie bisher in erster Linie Rohstoffe zu sammeln und diese zu verarbeiten, sind in Legion Quests wieder wichtiger geworden, um das Maximum aus meinen Berufen herauszuholen. Doch die Mühe lohnt sich. Warlords of Draenor hatte mit seinen Garnisionen die spielinterne Wirtschaft stark geschwächt, da sich jeder Spieler weitesgehend selbst versorgen kann. In Legion sind die Eigenkreationen endlich wieder eine profitable Geldquelle.

Wie viel das Endgame hergibt und wie gut Legion in der Wertung abschneidet, erfährst Du auf Seite 3.

Wertung

9/10
“Auch Legion ist im Kern noch das klassische World of Warcraft, dennoch machen die gelungene Inszenierung, der gigantische Umfang, die Weltquests und die zahlreichen kleinen Optimierungen es zur bisher besten WoW-Erweiterung.”