Vom obdachlosen Teenager zum Pro-Gamer

Constantin Krüger

Dies ist die Geschichte von Ryan „Chinglish“. In seinem Leben hatte er mit vielen Problemen zu kämpfen und war für eine lange Zeit sogar obdachlos. In einem Interview mit The Feed erzählt er, wie seine Leidenschaft für Videospiele ihm letztendlich das Leben rettete.

Ryan „Chinglish“ wurde in Australien geboren. Seine Mutter und sein Stiefvater waren Heroindealer, weswegen er schon als Kind über keinen festen Wohnsitz verfügte.

„Fast jede Woche kam ich in eine neue Grundschule. Wir waren nie lange an einem Ort.“

Für ein Jahr lebte er in einer Unterbringung für kriminelle Kinder, da seine Eltern gleichzeitig ins Gefängnis mussten. Nachdem sie wieder auf freiem Fuß waren, ließ sich die kleine Familie in Sidney nieder und alles schien endlich ein gutes Ende für Ryan zu nehmen. Doch eines Tages kehrte er von der Schule zurück und fand das Haus leer vor. Da stand er nun also ohne Haus und ohne Eltern. Zur Polizei wollte er nicht gehen, da er nicht wieder zurück in eine Unterbringung wollte. Anstatt sich aufzugeben, begann Ryan in Restaurants zu kellnern. Nachdem er aus der Schule kam, ging er also zur Arbeit und schlief nachts in einem kleinen Park nahe der Schule.

Seine erste Erfahrung mit Gaming machte Ryan im Internetcafé, wo er mit Schulkameraden Diablo 2 spielte. Eines Tages fragte ihn ein Freund nach einem besonderen Item und bot an, 50 Dollar dafür zu bezahlen.

„Ich dachte mir: Hey, will er wirklich so viel Geld für dieses Item bezahlen? So begann ich, mit In-Game Items zu handeln und wurde wirklich gut darin.“

Streamer wird mitten im Livestream aus seiner Wohnung geworfen

Eines Tages ergab sich für Ryan dann ein Ausweg aus seiner festgefahrenen Situation. Eine Bekannte wollte nach Kanada auswandern und bot ihm an, sein Flugticket zu bezahlen, wenn er mit ihr käme. In Kanada angekommen begann er, in einem sehr kriminellen und heruntergekommenen Bezirk als Sicherheitsmann zu arbeiten. Dort freundete er sich mit einem alten koreanischen Mann an, der einen kleinen Laden führte. Eines Tages wurde Ryan bei einer der häufigen Schießereien und Messerstechereien schwer verletzt. Der alte Koreaner gab ihm 5000 Dollar, damit er sich ein weniger gefährliches Leben aufbauen könne.

„Das war mein Startpunkt zur damaligen Zeit, (der alte Mann) war für mich so etwas wie ein alter koreanischer Engel“.

Das Geld investierte Ryan in ein Gaming-Setup und begann World of Warcraft auf Twitch zu streamen. Bis zum heutigen Tag konnte Chinglish“ über 137.800 Follower sammeln. Mittlerweile finanziert er sich seinen Lebensunterhalt mit den Einnahmen aus seinem Stream. Auf die Frage, was seine größte Motivation sei, sagte Ryan:

„Ich versuche, immer für meine Community da zu sein. Selbst an Feiertagen wie Weihnachten streame ich, weil ich selbst in meinem Leben schon viele Weihnachtsabende alleine verbrachte und das nicht schön fand. Also selbst wenn jemand aus meiner Community niemanden hat, mit dem er die Feiertage verbringen kann, bin ich selbst an solchen Tagen für sie da, um Zeit mit ihnen zu verbringen. Das ist für mich der wichtigste Grund, aus dem ich streame.“

Twitch-Streamer wie Ryan können ihre Streams monetarisieren, um sich ihren Lebensunterhalt finanzieren zu können.

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So verdienen Twitch-Streamer ihr Geld.

Dabei hegt der Streamer keinerlei Groll gegen seine Vergangenheit. Vielmehr hat er die Dinge so akzeptiert, wie sie sind.

„Diese Zeit hat dazu beigetragen, dass ich zu der Person wurde, die ich heute bin. Natürlich hätte ich auch gerne ein normales Leben mit einem Acht-Stunden-Tag und einer Familie gehabt. Aber wenn ich zurückdenke und mich darüber ärgere, nützt das niemandem etwas.“

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