Der Tag, an dem der Blizzard-Support mein WoW-Konto vor einem Hacker rettete [Kolumne]

Alexander Gehlsdorf

Datenklau, Betrug und Account-Fishing gehören in Online-Rollenspielen wie World of Warcraft zum traurigen Alltag. Betroffen sind aber immer nur andere, mir könnte so etwas nie passieren! Dachte ich jedenfalls.

World of Warcraft: Im Wandel der Zeit.
Ein normaler Arbeitstag in der Redaktion. Artikel schreiben, News recherchieren, Emails lesen. Im Frühjahr 2017 war genau so ein Tag. Zum Glück hatte ich auch in der Mittagspause ein halbes Auge auf meinen Bildschirm gerichtet, um dabei zuzusehen, wie eine Mail in mein Postfach flatterte.

Offenbar hatte ich gerade 50 Dollar im Shop von Battle.net ausgegeben. Soso. Wann habe ich mich denn zuletzt eingeloggt? Wurden vielleicht gerade meine Abogebühren für World of Warcraft abgebucht? Aber wieso dann 50 Dollar?

Keine Minute später die nächste Überraschung: Die Mail war verschwunden. Irgendjemand hat die Nachricht also wieder gelöscht und ich war es nicht. Mein innerer Sherlock Holmes schlug Alarm: Da hat sich jemand Zugang zu meinem Mail-Konto verschafft!

Weißt du eigentlich schon, wie WoW entstanden ist?

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Die Entstehungsgeschichte von World of Warcraft.

Ich lasse also alles stehen und liegen und versuche den Schaden so weit wie möglich einzugrenzen. Erstmal das Passwort erneuern. Bei welchen Diensten bin ich sonst noch mit dieser Adresse registriert? Facebook. YouTube. PayPal! Alle Passwörter aktualisieren und Logs überprüfen. Nichts passiert. Gott sei Dank.

Aber dann waren da ja noch die 50 Dollar Battle.net-Guthaben. Auf der Arbeit hatte ich keine Möglichkeit, mich direkt ins Spiel einzuloggen, sah meinen Charakter vor meinem geistigen Auge aber schon in Unterwäsche und mit leerem Inventar in Stormwind stehen.

Es half also nur eines: Der Blizzard-Support. Wenige Minuten später hatte ich meine Situation in einem Ticket ausführlich geschildert und hoffte nun auf das Beste. Und tatsächlich: Keine Stunde später öffnete sich ein Chat-Fenster, ein Blizzard-Mitarbeiter wollte mit mir reden.

Die schlechte Nachricht zuerst: Der Hack war real, jemand hatte sich hinter meinem Rücken Zugang zu meinem Konto verschafft. Die gute Nachricht: Alle Änderungen konnten Rückgängig gemacht werden, der Betrag wurde zurück überwiesen und der Hacker gebannt. Und das alles in nur einer Stunde. Ich war begeistert und erleichtert.

Und ja, natürlich musste ich noch die obligatorische Belehrung über mich ergehen lassen, deren Relevanz ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht wahrhaben wollte. Schließlich könnte mir so etwas nie passieren.

Hier kannst du den Authenticator herunterladen *

Seit diesem Tag ist der Authenticator also für mich zur Selbstverständlichkeit geworden. Nicht nur im Battle.net. Auch meine Steam-Bibliothek und weitere Dienste freuen sich über die zusätzliche Absicherung.

Und ja, ich gebe es zu: Darüber, dass jemand hinter meinem Rücken einen meiner Zweitcharaktere auf Level 110 gebracht hat, war ich letzten Endes doch nicht so böse…

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