World of Warships: Tirpitz-Hintergrund – Die Geschichte hinter dem deutschen Premium-Schiff

Jürgen Stöffel 1

Für World of Warships wurde die Tirpitz als das allererste Schiff der Deutschen Kriegsmarine auf Stufe Acht in Wargamings Seekrieg eingeführt. Doch welche Geschichte verbringt sich hinter dem Schiff und warum bestehen heute Gullydeckel in Oslo aus dem Panzerstahl des größten deutschen Schlachtschiffs?

World Of Warships.

Die Tirpitz ist das erste Schiff der deutschen Flotte in World of Warships und ab Ende August als teures Tier-VIII-Premiumschiff für Echtgeld zu kaufen. Und trotz der recht hohen Kosten lohnt sich die Tirpitz, denn sie ist ein wirklich gutes Schiff mit vielen interessanten Features, wie ihr in unserer Tirpitz-Guide nachlesen könnt. Doch warum wurde gerade die Tirpitz als erstes deutsches Schiff ausgewählt und welche Geschichte steckt hinter dem Schlachtschiff?

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World of Warships: Tirpitz-Hintergrund – Bismarck go home!

Die Tirpitz ist das Schwesterschiff der ungleich bekannteren Bismarck, welche das erste fertiggestellte Schiff ihrer Klasse war. Sie wurde nach dem preussischen Großadmiral Alfred von Tirpitz, dem Vater der kaiserlichen Marine, benannt. Doch auch wenn die Bismarck bis heute oft als größtes je in Europa gebautes Schlachtschiff gilt, gebührt dieser Titel eigentlich der Tirpitz, denn diese wurde später gebaut und daher mit einigen nützlichen Verbesserungen ausgestattet. Daher ist sie in World of Warships auch das Tier-VIII-Premium-Schiff, während die Bismarck das reguläre, ausbaubare Modell wird.

Darunter waren verbesserte Treibstoffbunker, optimierte Flak und die berüchtigten Torpedowerfer, die bei der Bismarck fehlten. Dadurch ist die Tirpitz der Bismarck überlegen, aber während Letztere bei ihrem ersten Einsatz zum Schrecken der Royal Navy mutierte und im Gegenzug mit großer Vehemenz gejagt und schließlich vernichtet wurde, durfte die Tirpitz damals nicht auslaufen, da die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen waren.

Die dunkle Bedrohung

Der Verlust der Bismarck war ein schwerer Schlag für die Kriegsmarine und daher wurde die Tirpitz als letztes Schiff ihrer Klasse nach Norwegen beordert, um dort zum einen die russische Flotte am Ausbrechen zu hindern als auch alliierte Konvois ins belagerte Russland zu vernichten. Weiterhin sollte auch eine Invasion Deutschlands aus England unterbunden werden.

Und tatsächlich hatte die Tirpitz bei diesem Plan Erfolg, denn ihre bloße Präsenz – es gab kein Schiff in der Region, welches es mit ihr hätte aufnehmen können – unterband jedweden Invasionsversuch der Alliierten in dieser Region und auch Konvois fuhren stets in Angst vor der Tirpitz.

Kein Jagdglück

Allerdings führte die erhöhte Alarmbereitschaft der Konvois stets dazu, dass diese der Tirpitz entkommen konnten, wenn sie am Horizont auftauchte. Somit gelang dem stolzen Schlachtschiff während des gesamten Kriegs kein einziger Treffer auf andere Schiffe, da diese stets vor ihr flohen und sich verstecken konnten.

Daher verbrachte die Tirpitz viel Zeit in ihrem jeweiligen Liegeplatz, doch da ihre Präsenz nach wie vor eine enorme Bedrohung für die alliierte Schifffahrt war, erklärte der britische Premierminister Winston Churchill die Versenkung der Tirpitz zum Primärziel.

Das Ende der Tirpitz

Da die Tirpitz auf See kaum zu schlagen war, erfolgten die Angriffe auf das Schiff meist aus der Luft, doch Flak-Abwehr und Nebelwerfer ließen das Schiff stets weitgehend intakt davonkommen, auch wenn die vielen Schäden die Tirpitz immer wieder lange an den Hafen banden. Später unternahmen die Briten noch abenteuerlichere Versuche, um das Schiff zu versenken. Darunter ein alter, mit Torpedos bewaffneter Fischkutter und ein Angriff mit Ein-Mann-U-Booten, welche Haftminen anbringen sollten.

Beide Versuche scheiterten, letzterer hinterließ aber schwere Schäden. Der endgültige Untergang des Schlachtschiffes erfolgt schließlich am 12. November 1944, als die Royal Air Force unter optimalen Wetterbedingungen einen Großangriff auf die Tirpitz startete und sie mit ihren mächtigen, zur Bunkervernichtung entworfenen Tallboy-Bomben traf und sowohl einen der Geschütztürme durch die Luft katapultierte als auch das ganze Schiff zum Kentern brachte.

Das Erbe der Tirpitz

Bis in die 50er Jahre lag das Wrack der Tirpitz vor der norwegisches Insel Håkøya, bis der Norweger Einar Høvding die Bergerechte kaufte und das Schiff bergen und verschrotten ließ. Aus den wertvollen Stahlteilen der Panzerung wurden allerlei nützliche Dinge, darunter eine besonders edle Taschenmesser-Serie der Solinger-Messerwerke.

Weiterhin reichte der Stahl der Tirpitz aus, um allerlei Gullydeckel in Norwegens Hauptstadt Oslo zu gießen, welche heute noch im Einsatz sind. Und eines der Diesel-Aggregate der Tirpitz diente einst im ersten Elektrizitätswerk von Honningsvåg auf der Insel Magerøy. Dadurch hatte die Tirpitz am Ende doch noch einen sinnvollen Nutzen.

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