XCOM 2 Test: Neue Maßstäbe im Strategie-Genre

Michael Krüger 3

„Sowohl für Fans als auch für Neulinge“ - die Entwickler von XCOM - Enemy Unknown haben sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Dieser Ansatz hat schon das eine oder andere Spiel in den qualitativen Ruin zwischen den Stühlen getrieben. Kann XCOM 2 diesem Druck standhalten und an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen? Das erfahrt ihr im Test.

XCOM 2 Trailer.

XCOM 2 im Test

Bei der Entwicklung von XCOM - Enemy Unknown lag der Fokus darauf, sowohl Neulinge als auch Fans der Klassiker gut zu unterhalten und ihnen ein authentisches und gleichzeitig modernes Taktik-Erlebnis zu bieten. Laut Produzent Jake Solomon wurde das Fan-Feedback zum ersten Teil nicht nur gesammelt, sondern als eine der stärksten Einflussquellen für die Entwicklung von XCOM 2 genutzt. Eine kluge Entscheidung, denn die mittlerweile recht große Fanbase der Serie steht bei den freudigen Käufern sicher ganz vorne. Im Spiel äußern sich die Umsetzungen dieser Einflüsse durch eine unglaublich umfangreiche Kampagne und eine riesige Auswahl an Möglichkeiten, euer Spielerlebnis anzupassen. Langeweile ist hier selbst durch das Zielfernrohr einer Plasmalanze auf weite Sicht nicht zu erkennen.

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Sauber abgestimmte Erzählung

Die Handlung von XCOM 2 geht davon aus, dass die Welt in der Zukunft fortschrittlich und friedlich ist. Dennoch häufen sich Zwischenfälle, in denen Aufständige von Sicherheitskräften in die Mangel genommen werden. Advent nennt sich das Regime, das für Sicherheit sorgt und den Bürgern weiterhin ein sorgenfreies und glückliches Leben verspricht. Doch das hört sich scheinbar schöner an als es in Wirklichkeit ist. Daher begleitet ihr den Widerstand, der herausfinden will, ob Advent Dreck am Stecken hat. Lasst euch überraschen, wie sich die Geschichte entwickelt. So viel sei gesagt:  Die Handlung mag nicht die eines Hollywood-Blockbusters sein, doch sie ist gut erzählt, bietet die eine oder andere Überraschung und ist um einiges interessanter als die des Vorgängers. Ein schöner roter Faden, der den Fokus auf eure Entscheidungen setzt.

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Eine epische Kampagne, die ihresgleichen sucht

Spielerisch erwarten euch grundsätzlich ähnliche Abläufe, wie ihr sie aus dem Vorgänger kennt. Ein ständig pulsierender Rhythmus aus Verbesserungen, Forschung, Handel und Gefechten führt euch durch eine dynamische Kampagne, die scheinbar nie enden will. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Motivation weiterzuspielen zu keiner Zeit abnimmt - ganz im Gegenteil! Seid ihr erst einmal in das Spiel eingetaucht, gibt es so schnell kein Zurück mehr. Selbst wenn ihr euch vornehmt, nur noch eine Mission zu spielen, kann es sehr gut sein, dass ihr im Anschluss so viel Neues entdeckt, dass Ausschalten keine Option ist. Ein Spiel, das euch nach über 40 Stunden noch überrascht und bis zu diesem Zeitpunkt ungesehene Inhalte preisgibt, hat definitiv Respekt verdient.

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Doch mit was beschäftigt ihr euch denn eigentlich im Detail? Nun, anders als im Vorgänger ist die XCOM-Basis nicht länger stationär - ihr seid in einer Art fliegenden Festung, der Avenger, unterwegs. Fans der ersten Teile dürften sich an diese erinnern. Ihr steuert also verschiedene Orte auf der Erde an, baut ein Kommunikationsnetzwerk auf, verschafft euch neue Vorräte, die ihr für den Ausbau eures Schiffes benötigt oder unterhaltet euch mit der Crew. Egal, was ihr gerade macht, alles wirkt lebendig. Da es viel zu tun gibt, genießt ihr eine große spielerische Freiheit und besucht ständig neue Orte auf der digitalen Landkarte.

Durch die Forschung oder auch den neuen Testbereich, erlangt ihr regelmäßig neue Ausrüstung für eure Soldaten. Selbst hier bleibt das Spiel zu jeder Zeit frisch. Bei vielen Spielen bedeutet neue Ausrüstung automatisch, dass diese jedem Soldaten angelegt wird. Die Verbesserungen laufen also immer starr in eine Richtung. In XCOM 2 hingegen, gibt es nicht eine beste Rüstung, da jede Klasse andere Anforderungen hat. So macht es bis zuletzt Spaß, mit der Ausrüstung zu experimentieren, egal wann ihr sie bekommen habt.

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XCOM 2: Aliens - diese außerirdischen Monster treten euch entgegen

Werdet selbst zum XCOM-Soldaten

Hier dürft ihr euch wieder nach Herzenslust austoben. Ihr sucht Namen aus, überlegt euch möglicherweise Hintergrundgeschichten und vor allem gestaltet ihr die Optik der tapferen XCOM-Krieger. Was in Enemy Unknown noch recht überschaubare Möglichkeiten bot, ist nun ein großer Katalog an Rüstungsteilen, Accessoires, Frisuren und mehr. Da geht schon einmal die ein oder andere Stunde drauf, während ihr euch damit beschäftigt, den Freundeskreis oder berühmte Action-Helden nachzubasteln und euch gerade nicht zwischen zwei Rüstungsmustern entscheiden könnt. Auf dem Schlachtfeld macht sich das in jedem Fall bezahlbar, da ihr eine ganz andere Beziehung zu eurem Team habt, als wenn ihr nur gesichtslose austauschbare Einheiten dirigiert.

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Neue Maßstäbe im Strategie-Genre

Auch hier hat sich einiges getan. Nicht nur die Auswahl der Schauplätze, die nun deutlich mehr Abwechslung bieten, ist grandios. Auch der Detailgrad, mit denen diese ausgestattet sind, ist ein großer Pluspunkt. Hinzu kommt die Tatsache, dass so gut wie alles im Spiel zerstörbar ist. Ihr habt keine Lust, den Eingang auf der anderen Seite des Gebäudes zu benutzen? Dann sprengt euch doch einfach ein Loch in die Wand! Jede Karte bietet euch einen großen Spielplatz an Möglichkeiten, die immer wieder variieren.

Da vier der Klassen bei jedem Aufstieg zwei Fähigkeiten zur Auswahl bieten, aus denen ihr wählt, ist die Variation an Gefechtssituationen riesig. Auch die Frage, wie ihr das Gelände nutzt und wo ihr welchen Soldaten platziert, lässt euch komplett im Spiel versinken und fesselt euch zu jeder Zeit vor den Bildschirm. Eine Schnellspeicher-Funktion hilft euch erneut dabei, keinen eurer lieb gewonnen Kämpfer über den digitalen Jordan zu schicken.

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Alien-Krieg kann so schön sein

Begleitet von den gewohnten Orchesterklängen, die ihr von der Serie kennt, bieten sich eurem Auge Bilder, die alles andere als altbacken wirken. Die Bewegungen der Menschen und ihren oft weniger menschlichen Feinden sind flüssig und jede noch so kleine Aktion hat eine eigene Animation. Die bereits erwähnten Details und die Natürlichkeit der Oberflächen runden das Gesamtbild ab. Besondere Momente werden aus cineastischen Kamerawinkeln gezeigt, die euch den perfekten Blick auf die Zerstörung eurer Feinde bieten.

Hin und wieder kommt es allerdings auch mal zu einem Ruckler oder seltsamen Animationen. Letztere zeigen euch zum Beispiel einen Soldaten, der in eine andere Richtung zielt als er schießt. Ob diese Fehler ihren Weg in die finale Version finden, ist fraglich. Die Anzahl solcher Bugs war bisher allerdings sehr überschaubar.

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Anmerkung zur Test-Version: Die Testversion zeigt häufig einen roten Bildschirm, der Bugs dokumentiert. Ohne diesen wäre es meistens nicht einmal aufgefallen, dass gerade etwas nicht stimmt. Einen dieser Bildschirme konnten wir in der letzten Mission allerdings nicht wegdrücken, so dass wir das Endgame nicht bewerten können. Da vor Release auch keine Mehrspieler-Partien möglich waren, bleibt der Multiplayer vorerst ebenfalls unbewertet. Ergänzungen zu beiden Themen folgen in den kommenden Tagen.

Unser Test-Fazit zu XCOM 2:

Ich habe mich riesig auf XCOM 2 gefreut und wurde nicht enttäuscht - ganz im Gegenteil! Die Elemente, die mir schon am Vorgänger gefielen, wurden weiter verfeinert. Darüber hinaus steigert sich neben der Qualität auch die Quantität - und das nicht zu knapp. Immer wenn sich der Punkt einstellte, an dem ich dachte, es käme nichts Neues mehr, wurde ich eines Besseren belehrt. Der ständige Wechsel aus Entdeckung und Anpassung macht eine Menge Spaß und mündet in unterhaltsamen Gefechten, die eine große Freiheit für ausgeklügelte Taktiken bieten, und das fängt bereits bei der Auswahl der Klassen und Ausrüstung an. Wie in unserer Vorschau bereits bemerkt, ist XCOM 2 der erste heiße Anwärter auf Spiel des Jahres 2016 und ein Pflichtkauf für jeden, der auf Strategie und gute Unterhaltung steht. Eine schönere Fortsetzung hätte ich mir nicht wünschen können.

Die GIGA GAMES Wertungsphilosophie*

Wenn du jetzt Lust auf den Titel bekommen hast, kannst du . Der offizielle Release ist am 05. Februar 2016.

Erkennst du diese 15 Figuren, die in XCOM 2 nachgebaut wurden?

Charakter-Editoren sind was ganz Feines, vor allem wenn sie so gut sind, dass man seine Freunde, Promis oder andere Spielfiguren nachbauen kann. Das funktioniert zum Beispiel auch in XCOM 2, in dem die folgenden 15 Figuren ihren Vorbildern gleichen. Erkennst du sie alle?

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