Xenoblade Chronicles X im Test: Die Wii U ist noch lange nicht tot - und dieses Spiel beweist es!

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Haben es die Entwickler hinter Xenoblade Chronicles X erneut geschafft, ein Meisterwerk auf die Beine zu stellen? In unserem Test suchen wir anhand von Pro- und Kontra-Argumenten nach der Antwort!

Xenoblade Chronicles X.

Xenoblade Chronicles X für die Wii U bestellen *

Xenoblade Chronicles ist für mich so etwas wie der Messiah unter den Nintendo-Rollenspielen, denn genau dann als ich die Wii für tot erklären wollte, tauchte dieses Open-World-JRPG auf, das mich komplett vom Gegenteil überzeugen konnte. Nun rückt die Veröffentlichung des geistigen Nachfolgers für die Wii U immer näher und zurecht frage ich mich, ob Xenoblade Chronicles X der großen Erwartungshaltung gerecht werden kann. Schauen wir uns doch mal an, welche Gründe DAFÜR und welche DAGEGEN sprechen.

PRO: Böse Aliens sind böse

Weltraumschlachten, außerirdische Technologien, fiese Aliens und wir mittendrin. Die Story von Xenoblade Chronicles X könnte nicht spannender starten. Die Ganglion haben es aus unerklärlichen Gründen auf die Menschen abgesehen und vertreiben uns aus unserem Heimatplaneten. Wir müssen mit unserer fliegenden Stadt New Los Angeles auf Mira notlanden und ein neues Leben aufbauen. Unsere Aufgabe lautet, Ressourcen zu sammeln und den Planeten samt seiner Bewohner zu studieren. Nebenbei müssen wir uns auf den unvermeidlichen Angriff der Ganglion vorbereiten.

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KONTRA: Spiel oder eine Bedienungsanleitung?

So cineastisch der Einstieg ist, so anstrengend und dröge können die ersten 20 Stunden des JRPGS sein, in denen ihr euch mit den vielen Systemen des Spiels vertraut machen müsst. Wir haben in den Trailern der letzten 2 Jahre fette Mechs und eine gigantische Spielwelt gesehen und wollen uns nicht mit Tutorials herumschlagen. Allerdings werdet ihr in diesem Spiel direkt mit zahlreichen Systemen konfrontiert: Kampfsystem, Ausrüstungen, Upgrades, Online-Modi und das FrontNav, mit dem ihr die Ressourcen Miras anzapft - da kommt jede Menge Arbeit auf euch zu.

PRO: Groß, größer, Mira

Die Kontinente von Mira laden mit ihrer vielfältigen Fauna, unterschiedlichen Gezeiten und der exotischen Pflanzenwelt zum Entdecken ein. Immer wieder nehme ich mir beim Zocken die Zeit, die Kamera zu drehen, damit mir ja kein Detail entgeht. Es lohnt sich, in einem Gebiet so lange zu verweilen, bis man alle Tageszeiten erlebt hat, da die atmosphärischen Unterschiede gewaltig sein können. Besonders die Nächte in Noctilium sind der Wahnsinn, wenn die Pflanzenwelt zu leuchten beginnt, die zahlreichen Monde am Sternenhimmel strahlen und du mit deinem Mech durch die Lüfte fliegst. Genau diese Schönheit habe ich mir von Xenoblade Chronicles X erhofft und wurde nicht im Geringsten enttäuscht.

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KONTRA: Ach, hier war ich schon?

Auch wenn die Welt von Xenoblade Chronicles X mindestens doppelt so groß ist wie die des Vorgängers, hat es mich irgendwie tierisch gestört, dass alle Kontinente sofort und ohne große Hürden erforscht werden können. Ich will hier jetzt nicht die langweilige Debatte „Offene gegen schlauchige Spielwelt“ aufs Neue anregen, aber irgendwie nimmt man sich doch sehr schnell die Überraschung, wenn man sich auf der Suche nach Gegenständen und Ressourcen dem schier unkontrollierbaren Entdeckertrieb überlässt. Der Vorgänger hat es damals geschafft, Story und Welt so gut miteinander zu verbinden, dass sich einem mit Voranschreiten der Handlung auch immer mehr von der Welt des Spiels offenbart hat.

Unser Video: Sind Open-World-Games überbewertet?

Du hast dich beim Spielen wie eine Ameise gefühlt, die nicht weiß, was sie mit all diesen Eindrücken anfangen soll. In Xenoblade Chronicles X wird der Spieß umgedreht. Du und dein Mech seid eine unaufhaltbare Naturgewalt, was zugegebenermaßen ein scheißgeiles Gefühl ist. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er sich von den Gebieten zu welcher Zeit im Spiel geben möchte, um sich nicht den Überraschungseffekt nehmen zu lassen.

PRO: Ich habe einen großen Roboter mit einer Laser-Katana! Geh mir aus dem Weg!

Spätestens nach Anime-Serien wie Gundam Wing oder Vision of Escaflowne strahlen Mechs eine große Faszination auf japanophile Zocker wie mich aus. Die Vorstellung in einen Roboter zu steigen, mit dem ich spannende Kämpfe austragen kann, ist schon für sich betrachtet ein geiles Gefühl, aber dann tatsächlich einen Mech in einer offenen Welt zu steuern - das ist so, als würde ein feuchter Fan-Traum wahr werden!

Die Mechs bzw. Skells selbst steuern sich im Grunde genauso wie euer Charakter, nur dass Sprünge höher ausfallen, ihr es einfacher mit großen Monstern aufnehmen, den Skell in ein Fahrzeug umfunktionieren und fliegen könnt. FLIEGEN!

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KONTRA: Wann darf ich denn endlich ans Steuer!?!?

Doch hier kommt auch gleich die ultimative Spaßbremse: Einen begehrten Skell könnt ihr erst nach etwa 30 Stunden und einer Reihe von aufwendigen Prüfungen freischalten. Zwar kommt der erste Skell gratis ins Haus, wollt ihr jedoch weitere Team-Mitglieder mit den kämpfenden Robotern ausstatten, kostet euch das eine ganze Stange Geld. Und fliegen könnt ihr eh erst, wenn ihr einige Vorkehrungen getroffen habt. Zusammen mit den vielen Tutorials, die in den ersten Spielstunden auf uns zukommen, fühlte ich mich schon ein bisschen so, als säße ich auf heißen Kohlen und dürfte noch nicht ran.

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PRO: Groovy!

Nach dem genialen Soundtrack von Xenoblade Chronicles war klar, dass die Entwickler eine Schippe drauflegen müssen. Wieder mischt sich Rock mit Klassik und es gibt sogar einen Abstecher ins Hip-Hop- und Elektro-Genre. Kopfnicker gibt es in Xenoblade Chronicles X reichlich, und im Zusammenspiel mit der hübschen Optik des Rollenspiels, schaffen Entwickler und Komponist Hiroyuki Sawano eine einzigartige Atmosphäre.

KONTRA: Halt doch mal die Schnauze!

So ohrwurmverdächtig der Sound sein mag, das Gedudel kann auf Dauer richtig nervig werden. Hiroyuki Sawano liebt Vocals in seinen Songs, was spätestens seine Arbeit am Soundtrack von Attack on Titan deutlich zum Ausdruck gebracht haben sollte. Der Typ steht darauf, japanische Damen und Herren fremdsprachige Songtexte einsingen zu lassen. So kommt uns in Xenoblade Chronicles X oftmals ein Lied unter, das sich irgendwie Arabisch anhört. Bei genauerem Hinhören entpuppt sich das Ganze jedoch als kläglicher Versuch, der deutschen Sprache Herr zu werden. Nicht weiter schlimm, es klingt ja auch verdammt gut. Wenn ich mir aber im Dauerrhythmus den gleichen Satz anhören muss, schalte ich lieber auf Stumm. Ja! Ich meine dich! Du anstrengender Song in New Los Angeles!!11

Alle Wii-U-Spiele im Überblick

PRO: Immer etwas zu tun

Xenoblade Chronicles hatte wahnsinnig viele Nebenmissionen, so viele sogar, dass man als Spieler oft ein wenig überfordert war. Die Sache ist die: Xenoblade Chronicles X bietet sogar weitaus mehr. Die Entwickler haben sich allerdings ein cooles System ausgedacht, um euch die Jagd nach Monstern und Gegenständen zu erleichtern. In NLA gibt es acht Divisionen, die sich unterschiedlichen Aufgaben widmen. Früh im Spiel müsst ihr euch für eine davon entscheiden, was nicht nur die Anzahl relevanter Missionen deutlich minimiert, sondern auch bestimmte Statuswerte verbessert.

Und wem das nicht reicht, der kann sich trotzdem mit Nebenmissionen beladen, die nicht zum Aufgabenbereich der eigenen Division gehören - einfach weil man es kann!

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KONTRA: Ich glaub mein Navi spinnt

Als Curator hatte ich eine ziemlich spannende Aufgabe: Mira entdecken und die stärksten Monster besiegen. Leider gehörte zum Entdecken der fünf Kontinente auch das Sammeln von Gegenständen dazu, was manchmal eine echte Qual war, weil mir die gesuchten Items nie auf der Karte angezeigt wurden, wie das bei den meisten Missionen der Fall war. Ihr müsst also oft ahnungslos über die Kontinente streifen, was der Suche nach der Nadel im Heuhaufen sehr nahe kommt. Alternativ könnt ihr Belohnungstickets, die ihr im Online-Modus gewinnt, gegen Items eintauschen, um euch die Plackerei zu ersparen. Sehr empfehlenswert!

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Unser Test-Fazit: Ein Fan-Traum wird wahr!

Ich habe ehrlich gesagt noch kein Spiel auf der Wii U gesehen, das so verdammt gut aussieht und darüber hinaus so viele Möglichkeiten bietet, die Zeit totzuschlagen. Exotische Monster, leuchtende Pflanzen, unbekannte Naturereignisse und unterschiedliche Landschaften. Die Liste an Gründen, sich dieses Spiel zuzulegen, geht noch weiter.

Ganz frei von Fehlern ist das Nintendo-Rollenspiel aber auch nicht. Die lange Wartezeit auf die Skells und die vielen Tutorials zu Beginn des Abenteuers, können den Einstieg durchaus schmälern. Wenn ihr euch jedoch geduldig zeigt, ist Xenoblade Chronicles X genau das, was ihr gesucht habt - vorausgesetzt, ihr wolltet schon immer in einen Mech steigen und spannende Schlachten gegen außerirdische Lebensformen austragen.

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