Yo-Kai Watch: Das neue Pokémon?

Annika Schumann 5

Pokémon-Videospiele haben eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen geprägt. Die Anime-Serie läuft seit Jahren und es ist kein Ende des erfolgreichen Franchise in Sicht. Ist es dennoch Zeit, dass Pikachu langsam aber sicher das Zepter abgibt und ein anderes Spiel die Nachfolge antritt? Yo-Kai Watch könnte durchaus ein würdiger Anwärter auf den Thron sein. Ist es das neue Pokémon?

Yo-Kai Watch E3 Trailer.

Das erste Spiel der Yo-Kai Watch-Reihe erschien im Land der aufgehenden Sonne bereits 2013 für den Nintendo 3DS - hierzulande müssen sich JRPG-Fans allerdings noch bis 2016 gedulden. Nordamerikanische Spieler haben es dahingehend besser, denn Yo-Kai Watch ist in diesen Gefilden seit wenigen Tagen verfügbar.

In Japan wird es als das nächste Pokémon gefeiert. Es gibt mittlerweile zahlreiche Nachfolger, Spin-Offs und Manga-Serien, die wiederum zu einem Anime adaptiert wurden. All das hat auch dafür gesorgt, dass sich die japanische Bevölkerung - wie einst zu Zeiten von Pokémon - mit Merchandise jeglicher Art konfrontiert sieht, das riesige Absatzzahlen verzeichnen kann. Spielzeugriese Hasbro plant für 2016 sogar eine ganze Reihe von Waren zur Serie, die weltweit verkauft werden soll.

Doch was macht den großen Erfolg aus? Liegt es wirklich daran, dass Yo-Kai Watch bei vielen Spielern als Pokémon-Klon angesehen werden könnte? Die Gemeinsamkeiten der beiden Serien sind offensichtlich. Ihr zieht als junger Mensch durch die Welt und sammelt seltsame Wesen ein, die ihr wiederum in Kämpfen ziehen lasst, um andere Kreaturen eurer Sammlung hinzuzufügen. Doch da hören die Übereinstimmungen fast auch schon auf.

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Pokéball war gestern

In Yo-Kai Watch geht es durchaus primär darum, dass ihr Kämpfe mit eurem Wesen bestreitet und neue Kreaturen einsammelt. Doch wie dies geschieht und wie die Geister in die Welt integriert sind, unterscheidet sich sehr von Pokémon. Zum einen sind die Yo-Kai Monster, die nur von Trägern der Yo-Kai Watch gesehen und gefangen werden können. Der Großteil der Gesellschaft weiß also nicht einmal etwas über ihre Existenz - doch sie erleben die Ergebnisse der Handlungen der Yo-Kai. Diese sind nämlich, wenn sie eine hinterhältige Persönlichkeit haben, Ursache für bestimmte, negative Auswirkungen. Ziemlich zu Beginn des Spiels stellt ihr beispielsweise fest, dass ein Yo-Kai daran schuld ist, dass sich eure Eltern streiten. Im Laufe der Geschichte erfahrt ihr immer mehr, dass die Yo-Kai hinter Ereignissen stecken, die scheinbar natürlicher Ursache sind und die Gesellschaft daher nicht auf die Idee kommt, dass sich die Geister dahinter verbergen könnten. Doch es gibt auch viele freundliche und gutgesinnte Wesen, die euch auf eurer Reise begegnen und unter anderem nur nach einer ernsthaften Freundschaft suchen.

Zum anderen unterscheidet sich Yo-Kai Watch dahingehend, dass ihr aktiv auf die Suche nach den Geistern gehen müsst, um euch mit ihnen zu duellieren. Zufallskämpfe sind nur sehr, sehr selten und selbst wenn ihr ungewollt auf Gegner trefft, ist es ziemlich leicht, aus dem Gefecht zu fliehen. Solltet ihr euch aber für die Herausforderung entscheiden, bietet sich ein gänzlich anderes Spielprinzip als bei Pokémon. Ihr fungiert eher als Manager und Coach im Hintergrund, anstatt aktiv an den Handlungen eurer sechs Yo-Kai beteiligt zu sein. Sie handeln eigenständig und ihr müsst unter anderem dafür sorgen, dass ihr Leben nicht auf Null fällt, sie dahingehend mit geeigneten Items unterstützen und solltet im richtigen Moment Spezialattacken delegieren, um erfolgreich zu sein.

Auch die Art und Weise, wie ihr die Geister eurer Sammlung hinzufügt, ist anders - und gewöhnungsbedürftig. Ihr erreicht am besten, dass sich euch ein Yo-Kai nach dem Kampf anschließt, wenn ihr ihn mit seiner liebsten Mahlzeit füttert; doch genau darin liegt der Knackpunkt. Ihr wisst nicht von Anfang an, welcher Yo-Kai welche Speise favorisiert und müsst daher zunächst nach dem Try-and-Error-Prinzip verfahren. Hat sich ein Wesen doch dazu durchgerungen, sich euch anzuschließen, könnt ihr es fortan immer mit eurer Yo-Kai Watch herbeirufen und in die Schlacht schicken.

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Der Charme des neuen Alten

Ist Yo-Kai Watch nun also der Pokémon-Killer schlechthin? Nun, das muss wohl jeder Spieler selbst entscheiden. Es steht definitiv fest, dass Yo-Kai Watch kein billiger Abklatsch ist, sondern eine eigene Identität besitzt - auch wenn es sich einige Gleichheiten mit der erfolgreichen Taschenmonster-Reihe teilt. Aus diesem Grund kann es durchaus neben Pokémon existieren und somit auch Fans der Reihe begeistern, ohne, dass sie sich für eine Serie entscheiden müssen.

Das sagt die nordamerikanische Presse

Yo-Kai Watch ist seit dem 6. November 2015 in Nordamerika erhältlich. Die Presse lobt vor allem die tollen Charaktere und die liebevoll gestaltete Welt, die ständig dazu einlädt, sie weiter zu erkunden. Allerdings wird das Kampfsystem oft als zu passiv und eintönig beschrieben und auch die Sammelweise der Yo-Kai wird von einigen Kollegen als frustrierend und anstrengend empfunden. Die ersten Wertungen seht ihr hier in der Übersicht:

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