Yo-Kai Watch im Test: Der (beinahe) Pokémon-Killer

Martin Eiser 3

Mit der Professor-Layton-Reihe hat Level-5 bereits gezeigt, wie gut der Entwickler das Nintendo-Publikum kennt. Ihr neues Spiel Yo-Kai Watch ist noch besser auf den Nintendo 3DS zugeschnitten und könnte sogar Pokémon gefährlich werden. Wir klären im Test, warum.

Yo-kai Watch - Einführung.

Yo-Kai Watch im Test

Als Nintendo vor 20 Jahren Pokémon für den Game Boy veröffentlichte, hat mit Sicherheit kaum jemand geahnt, welchen durchschlagenden Erfolg die Reihe haben würde. Allerdings machte der Hersteller etwas richtig und setzte auf ein bewährtes Konzept. Statt einfach nur ein Spiel zu veröffentlichen, wurde eine ganze Marke geplant. Neben dem Rollenspiel mit dem Sammelwahnsinn gab es von Anfang an auch eine TV-Serie und jede Menge Merchandising.

Die Parallelen zwischen dem Pokémon-Phänomen und Yo-Kai Watch sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Die Serie stammt ebenfalls aus Japan und ist dort bereits ein Riesenhit. Das Spiel geht bei uns nun auch mit einer TV-Serie an den Start… und wieder geht es um das Sammeln niedlicher Charaktere. Trotzdem macht Level-5, das Studio hinter Hits wie Professor Layton und Ni no Kuni, einiges anders als sein Vorbild. Yo-Kai Watch ist kein Klon, sondern trotz gewisser Ähnlichkeiten ein ganz anderes, eigenes Spiel.

yo-kai watch 3

Die Geister, die ich rief

Yo-kai sind Geister, die für die meisten Menschen nicht sichtbar sind. Mit Hilfe einer speziellen Uhr, der Yo-kai-Watch können wir sie jedoch wahrnehmen und aufspüren. In Japan gibt es natürlich schon ein entsprechendes Spielzeug, das der Uhr nachempfunden ist.

Die Geschichte erleben wir wahlweise aus der Rolle der beiden Schulfreunde Nathan oder Katie. Die werden mehr oder weniger zufällig in die geheime Welt dieser Geister eingeführt, als sie beim Käferfangen einen alten Spielzeugautomaten finden.

Yo-kai befinden sich überall in Lenzhausen, der Stadt, in der die Handlung spielt. Wir finden sie in den Bäumen oder unter Autos. Sie verstecken sich in dunklen Gassen, aber stehen manchmal auch direkt neben uns auf der Straße. Einer der wesentlichen Unterschiede zu Pokémon ist aber, dass wir Yo-kai nicht fangen können, sondern uns mit ihnen anfreunden müssen. Ob sich ein Geist nach einem Kampf uns anschließt, ist eher zufällig. Unter anderem mit der Hilfe von Essbarem können wir dies aber positiv beeinflussen. Alle 232 Yo-kai zu sammeln, ist deswegen eine harte Aufgabe.

Lustigerweise bekommen wir unseren ersten Yo-kai aus einem Ball, der verdächtig an einen Pokéball erinnert. Whisper ist allerdings dankbar, dass er endlich befreit ist und schenkt uns seine Medaille als Zeichen der Freundschaft. Anders als alle folgenden befreundeten Geister ist er aber nicht spielbar, sondern nur ein Ratgeber und ständiger Begleiter. Yo-kai sind nämlich keinesfalls stumm, sondern sehr gesprächig. Und während bei Pokémon die Trainer eine wichtige Rolle spielen, sind hier die Yo-kai selbst die Stars und haben ein viel stärkeres Eigenleben.

Yo-Kai Watch - E3 2015-Video (Deutsch).

Ungewöhnliches Kampfsystem

Am deutlichsten wird der Unterschied zu Pokémon beim Kampfsystem. Anders als in Pokémon laufen die Kämpfe nämlich automatisch ab. Deswegen hat jeder Yo-kai auch einen eigenen Charakter, der sein Verhalten im Kampf bestimmt. Vorsichtige und fleißige Geister blocken zum Beispiel häufiger und machen seltener eine Pause. Wir sind lediglich der Stratege im Kampf. Bis zu sechs Geister haben wir dabei, aber nur drei kämpfen aktiv. Welche das sind und wen wir wann einwechseln, entscheiden wir.

Es gibt insgesamt acht Yo-kai-Stämme, die grundsätzlich mit den Typen aus Pokémon vergleichbar sind. Geister eines bestimmten Stamms verfügen aber eher über spezielle Fähigkeiten. Die Yo-kai vom Tapfa-Stamm beherrschen mächtige Attacken, während Herziga etwa die Fähigkeit besitzen, andere zu heilen. Jedes besitzt einen Standard-Angriff und eine spezielle Technik mit Element-Schaden. Dazu kommt eine mächtige Spezialattacke, der Ultiseelschlag, die sich während des Kampfes auflädt.

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Weil es sich um Geister handelt, können diese natürlich auch Menschen, aber auch andere Yo-kai im Kampf beseelen. In der Geschichte handeln die vielen Nebenmissionen meist davon, dass jemand von einem Geist beseelt wurde und dadurch beispielsweise schläfrig oder egoistisch geworden ist. Wir müssen das verantwortliche Yo-kai dann enttarnen und bekämpfen. Im Kampf nützt uns diese Fähigkeit ebenfalls, durch sie werden Gegner unter anderem langsamer oder wir selbst stärker.

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Mehr Details zum Kampfsystem, der Welt, sowie die finale Testwertung findet ihr auf der kommenden Seite.

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