Grusel-Vorbild iPhone: Was bedeutet der Verlust dieses Anschlusses am iPad?

Sven Kaulfuss 18

Ist denen bei Apple den gar nichts mehr heilig? Erst kastriert man das iPhone, nun soll auch noch das iPad den lieb gewonnenen Kopfhöreranschluss verlieren? Millionen von Anwendern droht der „finanzielle Engpass“, denn neue Adapter und Bluetooth-Kopfhörer müssen her. Wie geht man mit der aufkommenden Situation um? Meine aktuelle Wochenendkolumne will helfen.

Grusel-Vorbild iPhone: Was bedeutet der Verlust dieses Anschlusses am iPad?
Bildquelle: GIGA (Sven Kaulfuss).

Was ist der Klinkenstecker doch für ein Kleinod an Technologie. Schon im 19. Jahrhundert fanden wir die Ahnen des heutigen Kopfhöreranschlusses in den Handvermittlungs-Telefonzentralen. Das Fräulein von Amt hatte die Hand am Stecker und brachte so die Menschen der Welt näher zusammen. Dieses Kapitel ist längst Geschichte, der Klinkenstecker in seinen unterschiedlichen Bauformen aber blieb. Spätestens seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelte sich der 3,5-mm-Klinkenanschluss zum Standard und war nicht mehr wegzudenken. Fanden Kopfhörer einst so am Walkman Gehör, so übernahm später der iPod und auch die gesamte Smartphone-Branche die runde Buchse. Alle waren zufrieden: Hersteller und Kunden. Doch dann kam der Spielverderber Apple auf eine glänzende Idee.

Klinkenstecker sucht passende Buchse: Erst das iPhone, demnächst das iPad

Mit dem iPhone 7 mussten die „Innovatoren“ aus dem fernen Kalifornien ja alles anders machen. Die Klinke lief ins Leere, der Kopfhöreranschluss verschwand. Stattdessen legt Apple nun ein hässliches Lightning-Dongle bei, so dass man irgendwie doch noch „veraltete“ Kopfhörer anschließen kann. Besser aber man kauft sich die kabellosen AirPods – natürlich, der Rubel muss rollen, immerhin ist der Weg hin zur Billionenfirma gepflastert mit den Moneten der werten Kundschaft. Auch die Nachfolger tun es dem iPhone 7 gleich. iPhone 8, iPhone 8 Plus, iPhone X und HomePod – allen fehlt der Kopfhöreranschluss. Andererseits MacBook, MacBook Pro, alle weiteren Macs und die iPads besitzen ja noch immer diese „anachronistische“ Technik. Doch nicht mehr lange, dann wird bei Apple mal wieder so richtig aufgeräumt.

So oder so ähnlich könnte es kommen, das neue iPad Pro – ohne Klinke:

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iPad Pro mit Face ID: So atemberaubend könnte das Tablet aussehen.

Das neue iPad Pro steht in den Startlöchern. Dem Vernehmen nach mit etlichen Anleihen beim iPhone X – noch dünnere Ränder, kein Homebutton mehr, dafür Face ID. Zum Glück hat sich Apple aber wohl gegen einen Notch entschieden. Dafür dürfte dann auch der standardisierte Kopfhöreranschluss wegfallen. Droht jetzt der Untergang des Abendlandes durch diesen radikalen Schritt der Technokraten aus Applehausen?

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Überraschende Taktik: Was, ich muss gar kein neues iPad kaufen?

Ganz so schlimm wird’s nicht, wenn ich mal mein eigenes Nutzungsverhalten untersuche. Derzeit verwende ich ein iPhone 7 und habe mich mit dem fehlenden Kopfhöreranschluss längst arrangiert. Das Klinken-Dongel versteckt sich noch immer originalverpackt in der Versandbox des iPhones, stattdessen verwende ich für den mobilen Musikgenuss zwischendurch, auf Flügen und Bahnfahrten werden die ausgepackt.

Die Teufel Mute BT (hier im Video) kaufte ich letztes Jahr zum Black Friday – positiv die lange Akku-Laufzeit, könnten aber gerne ein wenig lauter sein:

Teufel Mute BT – Bluetooth-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung.

Allerdings besitze ich auch noch ein iPad Air 2. Daran finden auf der Couch daheim meine liebgewonnen Sony-Kopfhörer Anschluss – schon leicht vermodert, technisch aber noch immer perfekt. Die sind sogar etwas lautstärker als die Teufel, man möchte es kaum glauben. Eigentlich möchte ich meine auch in Zukunft nicht missen – ein Zwiespalt für mich? Überhaupt nicht, denn mir reicht das iPad Air 2 auch in naher Zukunft noch vollkommen aus. Ich verspüre keinerlei Drang zum Upgrade, ein Neukauf kommt für mich derzeit nicht in Frage. So wie mir, geht’s auch Millionen anderer Kunden. Das iPad ist einfach zu gut und läuft und läuft und läuft.

Die Quintessenz: Ich habe noch jede Menge Zeit mich mit einem etwaig fehlenden Klinkenstecker am iPad anzufreunden. Bis dahin werde ich meine geliebten Kabelkopfhörer noch mit ruhigem Gewissen nutzen können. Wer dennoch vorher Abhilfe braucht, dem sei versichert: Die schon werden auch in Zukunft erhältlich sein, auch wenn Apple demnächst den Adapter selbst nicht mehr beilegen wird – auf China ist schließlich Verlass.

Anmerkung: Die in diesem Artikel ausgedrückten Ansichten und Meinungen sind die des Autors und stellen nicht zwingend den Standpunkt der GIGA-Redaktion dar.

Spätestens im Herbst gibt’s von Apple wieder die Neuheiten aus dem iPhone-Portfolio. Erwartet werden diesmal gleich drei neue Modelle. Die Namenswahl stellt uns jedoch vor ein Problem, denn mehre Optionen sind möglich. Für welche würdet ihr euch entscheiden wollen?

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