Welches iPad kaufen? Die Unterschiede von iPad Pro (10,5 Zoll, 11 Zoll, 12,9 Zoll) und iPad

Sebastian Trepesch 1

Das gestern vorgestellte iPad Pro läutet eine neue Ära der Apple-Tablets ein. Sollte man sich das Gerät kaufen? Lohnt sich ein anderes iPad mehr? Ist jetzt Zeit für ein Upgrade? Wir helfen bei der Beantwortung dieser Fragen.

Das Günstige: 9,7“ iPad (2018) im Vergleich mit dem iPad Pro (2018)

Das normale iPad mit 9,7 Zoll Bildschirmdiagonale, bei Apple einfach unter dem Namen „iPad“ geführt, bietet ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. Das Modell von Frühjahr 2018 bietet die Unterstützung des Apple Pencil – der beste Tablet-Stift für das iPad, wie unser Vergleich herausfand – und mehr als genug Leistung für alle Alltagsaufgaben. Unser Test des iPads im Video:

Apple iPad 9.7 (2018) im Test.

Im Vergleich zum iPad Pro fällt an erster Stelle das kleinere Display, aber auch schlechtere Display auf: Da es nicht laminiert ist, wird die Glasschicht auf dem Touchscreen sichtbar. Das sorgt für einen schlechteren Bildeindruck und ein weniger direktes Touch-Gefühl. Dadurch ist das iPad nicht unbedingt für Zeichner geeignet – und aufgrund der geringeren Leistung weniger für Profi-Anwendungen.

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9 gute Gründe für das iPad

Unterwegs Filme ansehen, schreiben, ein wenig malen, Mails schreiben – alles mögliche lässt sich mit dem iPad bewerkstelligen. Für den Alltagsgebrauch ist das iPad wunderbar geeignet, gerade wenn auch Kinder es nutzen. Und wer kein besseres iPad kennt, der wird damit auch glücklich. Mit 349 Euro (UVP) bietet es ein gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis. Besondere Angebote könnten es in den nächsten Wochen geben. Auch wenn im nächsten Frühjahr vielleicht wieder ein kleines Update erscheint, ist der Kauf aktuell deshalb nicht falsch.

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Die Zukunft: 11“ iPad Pro und 12,9“ iPad Pro im Vergleich mit dem 10,5“ iPad Pro

Die neuen iPad-Pro-Modelle krempeln Apples Tablet-Welt in einigen Belangen um. Erhältlich mit 12,9 Zoll und 11 Zoll Bildschirmdiagonale bieten sie ein besseres Gehäuse-Display-Verhältnis: Der Rahmen oben und unten wurde schlanker, statt einem Homebutton mit Fingerabdrucksensor gibt es Gestensteuerung und Gesichtserkennung. Im Alltag stellen sie (auf dem iPad noch mehr wie auf dem iPhone XS) kein Hindernis dar. Das Apple-Video mit der Verwandlung vom 10,5″ iPad Pro zum neuen 11″ iPad Pro:

iPad Pro (2018): Das neue Apple-Tablet.

Die Leistung hat Apple mit dem A12 X Bionic mit Neutral Engine angehoben, die Unterschiede betreffen vor allem die Grafik-Leistung. Als verfügbare Speicher-Option gibt es 1 Terabyte, und Videos kann man erstmals in 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde statt nur 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnen, die Frontkamera bietet Portraitmodus und Animojis. Mit Gigabit-fähigem LTE ist das Gerät den Mobilfunknetzen voraus, und Bluetooth 5.0 ist endlich auch bei den Apple-Tablets angekommen.

Für Profi-Nutzer dürfte neben der Leistung vor allem der neue Anschluss interessant sein: Mit USB C statt Lightning lässt sich zum Beispiel ein Bildschirm anschließen oder eine Kamera für die Fotoübertragung. Das ist die Zukunft – und eben auch bei den iOS-Geräten, wie wir jetzt wissen.

Praktisch ist der neue Apple Pencil: An der Seite angeheftet hält er, lädt er und koppelt sich automatisch mit dem iPad. Und per Doppeltipp kann man das Werkzeug wechseln, zum Beispiel vom Bleistift zum Radiergummi.

Warum aber nicht jedermann gleich in den Laden rennen will, um es zu kaufen: Ein empfehlenswerte Gesamtpaket wird teuer:

  • 11“ iPad Pro WiFi mit 256 GB Speicher (64 GB dürften Vielen zu wenig sein): 1049 Euro
  • Apple Pencil 2. Generation (Es ist nun mal der beste Stift und nur die 2. Gen ist kompatibel): 135 Euro
  • Smart Keyboard Folio: 199 Euro
  • Gesamt: 1383 Euro

Ein Top-Paket, das eben auch kostet. Gute Deals sind vorerst nicht zu erwarten – also jetzt zuschlagen oder erst in ein bis eineinhalb Jahren, wenn der Preis angesichts eines Nachfolgers sinkt. Ein „Killer-Feature“, weshalb man vom letzten iPad Pro auf das neue umsteigen müsste, gibt es für die meisten Nutzer wohl nicht. Es ist eher die Lust auf neue Technik, die verführt. Und keiner weiß, was ein nächstes iOS mit dieser Hardware noch vorhat …

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Das Kompromiss-Modell: Das spricht für das 10,5“ iPad Pro

Das bisherige 10,5“ iPad Pro führt Apple weiter, und das ist auch gut so: Es handelt sich nach dem Erscheinen der neuen iPads um eine sehr sinnvolle Kompromisslösung. Zwar bietet es die oben genannten neuen Top-Features nicht, aber:

Viele weitere technischen Eigenschaften des 10,5“ iPad Pro sind identisch zu den neuen Modellen oder annähernd gut. Die wichtigsten: Das IPS-Display dürfte mit 264 ppi, ProMotion, P3-Farbraum und True Tone qualitativ ähnlich wie das der neuen Modelle sein, die Kamera löst ebenfalls mit 12 Megapixeln auf. Mehr als ausreichend sind die Leistung des A10X, die Audioausgabe über die vier Lautsprecher und LTE Advanced. Zudem hat es einen kombinierten Kopfhörer- und Mikrofonanschluss. Das fehlt dem neuen Modell. Das 10,5″ iPad Pro im Test:

iPad Pro 10,5 von 2017 im Test.

Achtung: Das 10,5“ iPad Pro wurde mit Erscheinen der neuen Modelle nicht günstiger. Während 64 GB weiterhin 729 Euro kosten, sind die Modelle mit mehr Speicher um 70 bis 90 Euro gestiegen! Ein schneller Kauf, bevor die Händler ihre Preise anpassen, könnte sich lohnen. Generell liegen die Straßenpreise mittlerweile aber ein gutes Stück unter der unverbindlichen Preisempfehlung:

  • 10,5“ iPad Pro WiFi mit 256 GB Speicher: 899 Euro UVP, günstiger Straßenpreis rund 790 Euro
  • Apple Pencil 1. Generation: 99 Euro UVP, Straßenpreis rund 95 Euro
  • Smart Keyboard: 179 Euro UVP, Straßenpreis aktuell
  • Gesamt: 1177 Euro UVP, Straßenpreis rund 1045 Euro 

Das iPad Pro ist weiterhin ein sehr gutes Gerät, mit dem man die nächsten Jahre noch gut auskommen wird. Ja, auch mit dem Lightning-Anschluss. Gute Angebote könnten das Gerät in den nächsten Monaten attraktiv halten. Bei dem ebenfalls vierstelligen Preis dürften viele zu Recht aber auch auf das neue Modell schielen.

Fazit: Das eine iPad für Jedermann gibt es nicht. Die Spannweite ist aber so groß, dass für jeden das passende Modell zu finden sein dürfte.

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