Hey Apple, das iPad Pro braucht ein besseres iOS!

Sven Kaulfuss 13

Apple möchte mit dem neuen iPad Pro also so richtig im „Profi-Zirkus“ mitmischen. Dafür durfte und musste dann auch Lightning sterben, um so Platz für USB-C zu machen. Was Apple dabei allerdings vergessen hat: das Tablet-Betriebssystem war und ist leider noch nicht bereit für diesen Schritt. Kurzum – das iPad Pro braucht ein besseres iOS – mein Thema der aktuellen Wochenend-Kolumne.

Um die Kirche vorerst im Dorf zu lassen: Bei iOS 12 handelt es sich wahrscheinlich noch immer mit Abstand um das beste Tablet-System am Markt – angepasste Bedienung und optimierte Apps verschaffen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Android konnte dagegen nie aufschließen, Microsoft mit seinen Surface-Tablets erzielt zwar Achtungserfolge, war und ist am Ende dann aber doch mehr Windows-Notebook als eine massenkompatibles Tablet.

Für Profis gedacht, aber von Apple auch wirklich zu Ende gedacht? Das iPad Pro im Produktvideo:

iPad Pro (2018): Das neue Apple-Tablet.

iPad Pro in den Zwängen von iOS 12

Apple möchte mit dem neuen iPad Pro allerdings die bisherigen Pfade verlassen und professionellen Nutzern Gelegenheit geben, das Apple-Tablet als neues Werkzeug zu verstehen. Der Grund für den Hersteller: Ein iPad Pro kostet mal so ordentlich Geld, Umsatz und Marge lassen sich so wie auch schon beim iPhone komfortabel steigern. Das Problem: iOS 12 bremst das neue iPad Pro aus. Das ganze Potential des Tablets wird so nicht ausgespielt. Beispiele gefällig?

  • USB-C: Die Frage was man mit dem neuen Anschluss machen kann ist eigentlich gar nicht so entscheidend. Viel wichtiger: Was kann ich alles nicht machen? Beispielsweise scheitert es an einer ordentlichen Datenbearbeitung mit angeschlossenen Speichermedien. Mit iOS 12 lassen sich zwar Bilder, Fotos und je nach App auch Dateien importieren, ein echtes Arbeiten auf externen Speichermedien ist in iOS aber gänzlich ausgeschlossen. Profis können da nur lachen und greifen lieber wie gewohnt zum Mac oder PC.
  • Apps mit Fensterunterstützung: Gibt’s nicht. Jede App auf dem iPad Pro läuft zwangsweise im Vollbild oder aber im Split Screen. Schwebende App-Fenster oder aber auch Apps mit mehreren Fenstern sind iOS 12 unbekannt. Dabei wünschen sich Profis diese von Mac und PC bekannte Freiheit.

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

  • Der Startbildschirm des iPads unterscheidet sich – vom größeren Dock abgesehen – nur minimal vom iPhone. Dabei wäre eine Flexibilität, wie der Schreibtisch beim Mac sie doch bietet, viel wünschenswerter. Warum kann ich beispielsweise keine Dateien ablegen oder schwebende Widgets auf dem Startbildschirm postieren?
  • Touch-Bedienung und Apple Pencil sind toll, aber manchmal im Arbeitsfluss auch störend. Vielschreiber werden dies bestätigen können. Ein Trackpad ist da schneller und präziser, eine Unterstützung dafür in iOS wünschenswert. Ein Smart Folio mit Magic Trackpad fürs iPad Pro – bitte Apple!

Kleine Anregung für Apple, so wünschen wir uns iOS 13 für iPhone und iPad im Jahr 2019:

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iOS 13: Geniales Konzept lässt unsere Herzen höher schlagen

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Fisch oder Fleisch? Entscheidung gewünscht

Apple sollte sich fürs kommende iOS 13 mal entscheiden und dem Tablet-Betriebssystem mehr Freiheiten geben. Andererseits wirbt Apple explizit aktuell mit dieser Unentschlossenheit: „Wie ein Computer. Und wie kein Computer.“ steht da auf der Webseite zum iPad Pro. Klingt erst mal irgendwie gewitzt, in der Praxis bedeutet dies aber gegenwärtig „Nicht Fisch, noch Fleisch.“ Am Ende eine unausgegorene Mischung.

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

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