Amazon Kindle Fire HD: Deutsches Hands-On und The Verge-Review

Amir Tamannai 2

Hierzulande wird Amazons neues Kindle Fire HD-Tablet in der 7 Zoll-Variante ja erst im Oktober erhältlich sein, Vorbestellungen nimmt der Versandriese allerdings bereits entgegen. Da ja aber niemand die Katze im Sack bestellen möchte, freuen wir uns über die ersten Hands-Ons und Reviews, die nun eintrudeln: Die Mobile

Geeks haben sich das Tablet auf dem IDF in San Fransisco angeschaut, Joshua Topolsky von The Verge hat es bereits komplett durchgetestet – und wir fassen für euch zusammen, wie das Kindle Fire HD bei den Kollegen abschneidet.

In den USA hat sich der Vorgänger des Kindle Fire HD massenhaft verkauft und so darf man auch den beiden in Übersee erhältlichen neuen HD-Varianten dort zumindest eine rosige Zukunft prognostizieren. Nun kommen alter und neuer Kindle aber auch erstmalig nach Deutschland – und machen uns kritisch-miesepetrigen Teutonen mit eigenem Amazon-UI und obligatorischen Werbeeinblendungen ein wenig Sorge. Was wird das Amazon Kindle Fire HD für uns also sein? Nexus 7-Killer oder nur ein hochtechnisiertes Amazon-Werbemittel? Erste Antworten können wir aus dem Review der Kollegen von The Verge ableiten; und dann dank Mobile Geek Sascha Pallenbergs Videoeindruck des 7-Zollers gleich eine deutsche Ersteinschätzung erleben.

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12 Kindle Fire HD Apps, die mehr aus dem Amazon Tablet herausholen

Beginnen wir mit The Verge: Im Fazit attestiert The Verge-Mastermind und androidnext-Kumpel Josh Topolsky dem Kindle Fire HD eigentlich zwei Geräte zu sein, die unterschiedlich bewertet werden müssen – zum einen ein Gerät zum reinen Medienkonsum, das als schicker eReader, als Fenster zum mehr oder weniger häufigen Betrachten von Filmen und gelegentlichem Nutzen von Apps vor allem für die breite, technisch weniger bewandte Masse mit einem recht günstigen Preispunkt überzeugt – und bei dem sogar die Werbung, einfach als Angebot für und Wegweiser zu noch mehr konsumierbarem Content, vertretbar, vielleicht sogar wünschenswert erscheint. Hierbei ist unserer Meinung nach anzumerken, dass es sich bei dieser Sichtweise um eine sehr amerikanische handelt, wo Werbung sehr viel unkritischer akzeptiert wird, als in unseren Breiten. Und wo Amazon ein Prime-Abo anbietet, mit der man sich für eine relativ annehmbare Grundgebühr quasi eine Medienflatrate kaufen kann – etwas, dass es hier kaum geben wird.

Das zweite Gerät, das Topolsky beurteilt, ist ein Tablet – eines, dass sich gegen Nexus 7 und iPad wird beweisen müssen. Und hier schreibt selbst der Amerikaner Topolsky das Kindle Fire HD (noch) ab (Übersetzung von uns): „Von diesem zweiten Tablet erwarte ich, ein Begleiter für alles zu sein, was ich tun möchte und nicht nur ein Einkaufsführer, ein Begleiter der nicht irgendwie beschränkt wirkt, der nicht langsam auf meine Eingaben reagiert und mich zu oft warten lässt. Als ein solches Gerät hat der Kindle Fire HD noch einen langen Weg vor sich – es kann dort hinkommen, ist aber noch nicht da.“

Vor allem diesen Eindruck der Beschränktheit streicht Sascha Pallenberg noch deutlicher heraus, wenn er postuliert:

Ehrlich gesagt komme ich mir (und das noch staerker als beim ersten Kindle Fire) wie in einer schlechten Shopping-Show vor. Andauernd nerven mich Kaufanreize, Werbung (insbesondere auf dem Lockscreen)und irgendwelche Vorschlaege fuer Filme, Magazine und Musik die ich kaufen soll.

Oder noch drastischer:

Bin ich hier bereits nach den ersten Eindruecken zu negativ eingestellt oder einfach nur von Nexus 7 und Co verwoehnt. Bereits nach wenigen Stunden laesst sich wie schon beim Vorgaenger sagen, dass der neueste Kindle Fire HD mehr ein elektronisches Schaufenster ist, als ein Tablet. Das mag vielen gefallen, fuer mich gibt es jedoch interessantere Alternativen die mir mehr Freiheiten bieten!

Und dass das Kindle Fire HD auch performanceseitig keine Bombe ist, wird in Saschas Hands-On-Video deutlich:

Amazon Kindle Fire HD im Hands On und Kurztest.

Alles in allem also ein eher vernichtendes Urteil über den Kindle Fire HD – zumindest für Tech-Interessierte Nutzer, die ein richtiges, vollwertiges Tablet erwarten; die greifen dann wohl doch besser zum Nexus 7. Filme schauen, Musik hören und Bücher lesen kann man damit auch ganz ausgezeichnet – aber eben auch noch viel mehr.

Quellen: The Verge, Mobilegeeks


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