Kindle Fire HDX: Amazon legt Tablet-Familie neu auf

Andreas Floemer 11

Amazon hat seine seit Wochen erwartete neue Tablet-Generation offiziell vorgestellt. Die Kindle Fire HDX-Modelle, die in einem neuen Industrie-Design erstrahlen, werden wie die Vorgänger in Varianten mit 7 und 8,9 Zoll-Displays erscheinen. Deren Ausstattung kann ohne Weiteres der Kategorie High End zugeordnet werden: Sie sind mit Qualcomms Snapdragon 800 und ultrahochauflösenden Displays mit 1.920 x 1.200 (7 Zoll) respektive 2.560 x 1.600 Pixeln (8,9 Zoll) ausgerüstet.

Kindle Fire HDX 8.9

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Beginnen wir mit der Vorstellung des größeren Modells, dem Kindle Fire HDX 8.9: Neben seinem 8,9 Zoll in der Diagonale messenden Über-Full HD-Display, das mit 2.560 x 1.600 Pixeln auflöst und damit eine Pixeldichte von 339 ppi aufweist, besitzt es wie diverse aktuelle High End-Smartphones einen Snapdragon 800-SoC mit einer Taktrate von 2,2 GHz und 2 GB RAM. Amazon gibt an, dass dank der neuen Ausstattung eine bis zu dreimal bessere Leistung gegenüber der Vorgängergeneration erzielt werden kann. Im gleichen Zug wurde das Gesamtgewicht um bis zu 34 Prozent gegenüber dem alten Kindle Fire HD 8.9 (Test) reduziert.

Amazon hat seinem Topmodell zwei Kameras verpasst: frontseitig mit HD-Auflösung und eine rückseitige Hauptkamera mit 8 MP, die im europäischen Modell jedoch fehlt. Ferner sind Dual-Stereo-Lautsprecher mit Digital Plus Audio und Virtual 5.1 Multi-Channel Surround Sound an Bord sowie Dual Band WiFi (MIMO). Optional ist ein Modell mit LTE-Modul im Angebot. Ferner sind die üblichen Sensoren wie Gyroskop, Beschleunigungssensor, GPS und Co. vorzufinden. Amazon verspricht eine Akkulaufzeit von 11 Stunden bei gemischter Nutzung.

Das Kindle Fire HDX mit seinen Abmessungen von 231 x 158 x 7,8 mm und einem Gewicht von 374 Gramm in der WLAN-Variante beziehungsweise 384 Gramm als LTE-Modell kommt in drei verschiedenen Speichergrößen: 16, 32 und 64 GB. Hier ist zu empfehlen, mindestens zum 32 GB-Modell zu greifen, denn bei der 16 GB-Variante stehen dem Nutzer lediglich 8,8 GB Speicher zur Verfügung – die 32 GB Version hält noch 25,6 und die 64 GB-Variante 54,3 GB freien Speicher bereit. Wer allerdings ohnehin all seine Daten in der Cloud liegen hat, kann natürlich auch mit der kleinsten Variante auskommen.

Kindle Fire HDX 7

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Der Kindle Fire HDX 7 besitzt den gleichen, schnellen Snapdragon 800-Prozessor, 2 GB RAM, die identischen Optionen zur Speicherausstattung (16, 32, 64 GB), Dual Band-WiFi und optionales LTE. Das 7 Zoll-Display löst mit 1.920 x 1.200 Pixeln (323 ppi) genauso hoch auf wie der Screen des neuen Nexus 7 (Test).

Selbstredend ist der kleinere Kindle Fire HDX mit 303 Gramm beziehungsweise 311 Gramm leichter als das größere Modell, mit 186 x 128 x 9,0 mm allerdings zwar etwas kompakter, aber ein wenig dicker – das größere Modell ist nur 7,8 mm dünn.

Amazon Deutschland hat die Kindle Fire HDX-Modelle derzeit noch nicht gelistet, daher müssen wir mit den US-Preisen vorlieb nehmen – und die sehen angesichts der Ausstattung sehr gut aus: Der große Kindle Fire HDX  in der kleinsten Ausstattung wird ab 379 US-Dollar erhältlich sein, das in der Display-Diagonale kleine Modell kostet mit 16 GB und WiFi 229 US-Dollar.

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Amazons Kindle-Betriebssystem hat einen Namen: Fire OS 3.0 „Mojito“

Auf den neuen Kindle Fire-HDX-Modellen wie auch dem Kindle Fire-HD-Tablet, das Amazon auch frisch aufgelegt hat, kommt eine neue Version des selbst entwickelten Android-Forks zum Einsatz. Dieses hat nun auch einen Namen und hört auf Fire OS 3.0 „Mojito“. Der Fork basiert auf Android 4.2.2 und soll laut Amazon über hunderte neuer und aktualisierter Funktionen sowie Amazon-exklusiver Services verfügen.

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Da Fire OS 3.0 auf Android basiert, laufen die meisten Android-Apps auf den Tablets, wenngleich kein Play Store installiert ist – der Amazon App Shop ist bei diesen Geräten die Hauptanlaufstelle zum App-Kauf oder Download, aber auch die manuelle Installation von Apps per APK ist möglich. Des Weiteren haben Nutzer umfangreichen Zugriff auf Amazons Cloud-Services. Ferner besteht die Option, die eigenen Bücher, Magazine und Zeitungen – sofern verfügbar – in der Cloud abzulegen, zu synchronisieren und auf diversen Geräte auf denen die Kindle-App installiert, ist abzurufen. Der so genannte WhisperSync-Service merkt sich sogar die Stelle an der man zu lesen aufgehört hat, sodass man gleich weiterlesen kann.

In der neuen Fire OS-Version hat der Nutzer die Möglichkeit zwischen Karussell- und Rasteransicht auf seinem Homescreen zu wechseln. Ein weiteres neues Features ist das 1-Tap Archive: Mittels dieser Funktion hat der Nutzer die Möglichkeit schnell und smart Speicher auf seinem Gerät freizuschaufeln. Ein Algorithmus analysiert Daten auf dem Gerät, erkennt, welche selten genutzt werden und schiebt diese kurzerhand in den Cloudspeicher.

Ein weiterer Dienst, der sich des Cloudspeichers und WhisperSync bedient, ist der sogenannte GameCircle: Entwickler haben nun die Möglichkeit, Spielstände ihrer Games und Nutzerprofile geräteübergreifend zu sichern, sodass Nutzer auf allen Kindle-Geräten ihr Game einfach weiterspielen können. Das Ganze erinnert stark an Play Games, das Google Mitte dieses Jahres eingeführt hat.

Während die meisten der Funktionen mehr oder wenige alter Tobak ist, hebt Amazon sich mit einem Dienst allerdings von der Konkurrenz ab: Der Notfall- oder MayDay-Button. Drückt man auf diesem in Fire OS 3.0 integrierten Software-Button, wird eine Anfrage an den technischen Support ausgelöst. Ein Service-Mitarbeiter kann laut Amazon auf dem bei Kunde liegenden Tablet Hinweise zeichnen und zudem per Videochat zugeschaltet werden. Der MayDay-Service soll 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche, 365 Tage im Jahr bereitstehen – und zwar kostenlos! Das ist eine großartige Sache – vielleicht nicht unbedingt für versierte Nutzer, aber für viele Kunden, die weniger bewandert sind. Ob dieser Service auch in Europa zur Verfügung stehen wird, ist indes noch nicht geklärt.

Fazit: Amazon hat sich bei der Neuauflage seiner Kindle Fire-Tablets nicht lumpen lassen. Sowohl die Ausstattung als auch die Software-Dienste wurden umfangreich erweitert – das Preis-/Leistungsverhältnis ist auch sehr gut. Sicherlich ist Amazons Android-Fork Fire OS nicht jedermanns Sache, aber ich bin mir sicher, dass auch diese Tablet-Generation bei vielen Kunden auf reges Interesse stößt.

Quelle: Amazon, (2)

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