Asus Eee Pad Transformer: Test zum Hybriden aus Netbook und Tablet

Amir Tamannai 22

Es sorgt nicht nur wegen seines interessanten konzeptionellen Ansatzes für Aufsehen, sondern gilt auch als das derzeit beste Android-Tablet am Markt: Kann das Asus Eee Pad Transformer auch uns im Test überzeugen? Oder genauer: Kann es den riesigen Erwartungen, die bestimmte Redaktionsmitglieder an den Netbook-Tablet-Mix knüpfen, standhalten? Wir haben Tablet und Tastaturdock mehrfach zusammengesteckt und auch noch andere Dinge damit ausprobiert, um diese Frage beantworten zu können.

Asus Eee Pad Transformer: Test zum Hybriden aus Netbook und Tablet

Manchmal werden Träume wahr: Seit ich irgendwann im Dezember erstmals so richtig bewusst vom Asus Eee Pad Transformer gehört habe, war ich schwer verliebt – in die Idee eines Netbooks, dessen Bildschirmelement sich einfach so abziehen lässt und dann zum Tablet wird. Und dieses Konzept kam von Asus, quasi den Erfindern des Netbooks. Was sollte da noch schiefgehen? Zusätzlich klanegn die ersten Preisangaben, die uns im Januar im Rahmen der CES 2011 erreichten, ebenso attraktiv, wie die ersten Fotos und Videos vom Gerät aussahen.

asus eeepad-transformer

Und dann kam das Warten. Woche um Woche verschob sich das Transformer, dann war es im europäischen Ausland erhältlich, nicht aber in Deutschland. Als das Transformer dann jüngst im Kaufhaus des Ostens Alexa-Kaufhaus am Berliner Alexanderplatz ausgestellt war, schickten wir kurzerhand eine Delegation des androidnews-Teams dorthin, um ein Hands-on-Video zu drehen:

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Inzwischen ist das Transformer in Deutschland sowohl als 32 GB- als auch als 16 GB-Variante verfügbar und auch das Tastaturdock kann bestellt werden. Auf das günstige Bundle mit 16 GB-Tablet und Dock für rund 500 Euro warten wir allerdings immer noch. Denn soviel vorweg: Wie auch immer dieser Test ausgeht, ein richtiges Schnäppchen wird das Eee Pad Transformer meines Erachtens erst im 500-Euro-Paket.

Wie dem auch sei, vor mir liegt nun das 32 GB-Tablet inklusive Dockingstation — ein großer Dank an die Mädels und Jungs von , die uns die Kombi zum Testen zur Verfügung gestellt haben: Большое спасибо!

Also, verwundert die Augen gewischt, gekniffen und festgestellt: Alles real – manchmal werden Träume eben wahr. Und jetzt wird das Ding getestet.

Verarbeitung und Haptik

Das Transformer ist nicht schwarz, es ist bronze. Klingt komisch und sieht auf den ersten Blick auch wirklich etwas ungewöhnlich aus – so als hätte man versehentlich eine Armani- oder Versace-Luxus-Variante des Tablets geordert. Hat man aber nicht, das Transformer wird tatsächlich standardmäßig in dieser Farbvariante ausgeliefert. Ist das schlimm? Das ist wohl eine Geschmacksfrage – ich persönlich empfinde die ungewöhnliche Farbgebung inzwischen nicht mehr als störend, gebe aber zu, dass mir eine (matt-)schwarze Lackierung lieber gewesen werde.

Auch abseits der Farbe gibt sich das Transformer durchaus edel: Der Rahmen des Tablets besteht rundum aus Aluminium, einzig die Rückseite ist aus Kunststoff, der allerdings durch seine Riffelung und den ebenfalls glitzerig-bronzenen Farbton nicht unangenehm auffällt. Gleiches gilt auch für das Tastaturdock, dessen Tasten auf der Oberseite in Aluminium eingebettet sind und dessen Unterseite mit der gleichen Plastikabdeckung wir das Tablet ausgestattet ist – plus vier Gumminoppen, die als Füßchen dienen.

transformer-rueckseite

Die Tastatur selber ist, wie von Asus-Netbooks gewohnt, sehr gut und ist durchaus mit Apple-Keyboards vergleichbar. Die Chiclet-Tasten haben einen recht guten Widerstand und sind trotz ihrer Bauart-bedingten geringen Größe einigermaßen sicher zu treffen — sofern man nicht die gigantische Pranken von Nicolas Cage aka Daniel besitzt. Darauf, wie es sich mit dem Dock grundsätzlich schreiben und arbeiten lässt, gehe ich später noch ausführlich ein – unter rein haptischen Gesichtspunkten gibt sich die Tastatur so, wie man das eben von einem guten Netbook auch erwarten würde.

Ansonsten gefallen auch noch die in der obersten Reihe auf dem Keyboard angebrachten Funktionstasten, über die schnell und einfach Grundfunktionen des Transformer ein- und ausschalten und bestimmte Applikationen starten lassen: WLAN, Bluetooth, Helligkeit, Browser, Screenshot, Einstellungsmenü, Lautstärke, Mediensteuerung und sogar das Verriegeln des Bildschirms sind damit beim Schreiben immer nur einen Tastendruck entfernt.

docking mechanismus

Eines der wichtigsten Elemente des Asus Eee Pad Transformer hinsichtlich der Verarbeitung ist wohl der Dockingmechanismus – und auch hier kann Entwarnung gegeben werden: Zum einen sitzt das Tablet angedockt ziemlich fest im Sattel, respektive Dockingscharnier. Das Scharnier selber bewegt sich überdies so schwer, dass der Screen sich in jedem Winkel hält. Besonders praktisch ist dabei, dass sich das Keyboard beim Öffnen des Screens/Tablets durch das Scharnier anhebt, das somit quasi die Rolle der kleinen Füßchen unter Desktop-Tastaturen übernimmt.

Zum anderen gehen auch die An- und Abdockmanöver schnell und einfach von der Hand: Einfach das Tablet mit leichtem Druck ins Scharnier gesteckt oder den Riegel beiseite geschoben und Tablet abgezogen – von so einem simplen Transformationsprozess kann Optimus Prime nur träumen. Und einen äußerst stabilen Eindruck macht das System außerdem noch. Da der Tablet-Teil des Transformers schwerer ist als ein normaler Laptop-Bildschirm, sind die Gewichtsverhältnisse natürlich nicht mit denen eines normalen Notebooks vergleichbar. Dennoch kann man das Transformer bei Bedarf auch noch gut auf dem Schoß balancieren.

Etwas zu meckern gibt es dann aber doch noch: Bei unserem Testgerät befinden sich zwischen Bildschirm/Glasfläche und Rahmen ein paar überstehende Klebstoff(?)reste. Die lassen sich zwar mit etwas Geduld und Fingernageleinsatz wegkratzen, sein muss sowas aber bei einem 400 Euro-Tablet meines Erachtens trotzdem nicht. Des weiteren macht die Rückabdeckung des Tranformer-Tablets keinen durchgehend guten Eindruck. So lässt sich die Plastikplatte am linken Rand des Geräterückens (im Landscapemodus gehalten) sehr leicht eindrücken.

Das ist aber auch schon alles, was ich an der Verarbeitung auszusetzen habe – alles in allem ist das Asus Eee Pad Transformer mit und ohne Dock das für mich bislang optisch wie haptisch beste und wertigste aller Android-Tablets. Ich bin sehr gespannt, ob das auch mit Erscheinen der beiden neuen Samsung-Tablets so bleiben wird.

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Display und Sound

asus-eeepad-transformer-display
Das Asus Transformer besitzt als erstes 10 Zoll-Android-Tablet ein IPS-Display. Das In-Plane-Switching erlaubt bessere Betrachtungswinkel als bei herkömmlichen LC-Displays und kommt unter anderem auch in Apples iPad 2 zum Einsatz. Und tatsächlich weiß der Screen des Transformer mir durchaus zu gefallen: Nicht nur die Betrachtungswinkel sind größer als bei der Konkurrenz, auch Kontrast und Farben wirken etwas satter als bei allen anderen Android-Tablets, die ich bislang gesehen habe. Allerdings habe ich den Screen des Transformer auch konstant mit voller Helligkeit laufen lassen, weil mir die automatische Helligkeit ein zu dunkles Bild lieferte – was im Umkehrschluss leider auch bedeutet, dass die untereren Stufen der Displayhelligkeit zumindest für meinen Geschmack nicht wirklich zu gebrauchen sind. In den höchsten vier bis fünf Stufen lässt sich aber aber je nach Umgebungslicht sehr gut arbeiten oder Spaß haben.

Apropos Umgebungslicht: Ich bin nicht sicher, ob das ebenfalls an der IPS-Technologie liegt, aber auch bei starkem Sonnenschein ließ sich das Display mit ein bisschen Drehen und Wenden noch gut ablesen — da war mein Feldversuch mit dem LG Optimus Pad vor ein paar Wochen deutlich ernüchternder.

In Sachen Sound liefert das Asus Transformer durchschnittliche Stereo-Standardkost ab: Sowohl Musik als auch zum Beispiel YouTube-Filmtrailer klingen für mein zugegeben nicht gerade audiophiles Gehör akzeptabel, wenn auch leicht höhenlastig bzw. fast schon scheppernd, sollte die Lautstärke etwas zu hoch eingestellt sein. Dafür sind die beiden Lautsprecher auf den Seiten des Tablets hübsch anzusehen: Ganz feine und dezente Siebmuster verraten auch im Lautlosmodus, wo die Musik spielt.

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Performance und Benchmarks

Im alltäglichen Gebrauch scheint das Transformer mit Android 3.1 einen Tick flüssiger zu laufen als andere Honeycomb-Tablets. Das ist freilich ein subjektiver Eindruck. Auch das Eee Pad Transformer hat aber leider das Problem, dass das Sliden zwischen verschiedenen Homescreens nicht ganz flüssig läuft, wenn man sich im Portrait-Modus befindet. Sonst macht das von Nvidias Tegra 2-Technologie befeuerte Gerät aber performanceseitig einen guten Eindruck.

Benchmark: CF-Bench (Durchschnitt)

  1. Durchlauf: 9502/2685/5411
  2. Durchlauf: 9704/2753/5533
  3. Durchlauf: 9665/2789/5539

Diese Benchmark-Ergebnisse entsprechen somit fast haargenau denen des LG Optimus Speed und LG Optimus Pad, die ebenfalls auf der Tegra 2-Plattform laufen. In Quadrant erreicht das Transformer Ergebnisse im Bereich 1508 bis 1746, was weniger gegen die Leistung des Geräts als für die Unzuverlässigkeit von Quadrant spricht.

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Software und Kamera

Ehrlich gesagt finde ich es ja beinahe komplett überflüssig, auf die Foto und Videoqualität eines Tablets näher einzugehen, weil ich das Feature an sich ziemlich überflüssig finde — aber von mir aus: Ja, auch das Transformer macht Fotos und Videos. Die 5MP-Linse auf der Geräterückseite liefert dabei brauchbare Ergebnisse, wenngleich sich mit ihr wohl kaum (Film-)Preise gewinnen lassen werden. Softwareseitig ist die Standard Android-Kamera-App verbaut, die für meinen Geschmack in Sachen Funktionsumfang und Bedienbarkeit verbesserungswürdig ist. Es steht dem Benutzer natürlich frei, sich über den Market eine andere Anwendung zum Fotografieren zu installieren — sofern er eine für Tablets angepasste App finden sollte. Ein Blitz ist nicht vorhanden, wodurch das Filmen und Fotografieren bei Nacht so gut wie unmöglich wird. Wir haben hier noch ein paar Beispiel-Schnappschüsse und einen kurzen mit dem Transformer ausgenommenen Clip für euch gepostet. Aber das war’s dann auch zur Kamera.

Software

Kurz nachdem ich das Asus Eee Pad Transformer das erste Mal hochgefahren hatte, bekam ich schon die Update-Meldung für Android Honeycomb 3.1. Natürlich habe ich die Aktualisierung umgehend installiert — und mir so leider ein wenig die Möglichkeit verbaut, zu prüfen, was denn unter 3.0.1 so alles nicht funktionierte. Nun gut, im Sinne von Asus dürfte es bestimmt sein, dass ich mich ausschließlich mit der aktuellsten Version ihre Produktes beschäftige. Und die läuft soweit rund: Im Gegensatz zu manchen Stimmen im Netz und auch einigen unserer Leser konnte ich keine nennenswerten Macken oder Fehler hinsichtlich der Software feststellen — das Transformer erkennt das Andocken der Tastatur jedesmal problemlos, der Akku des Tablets lädt sich aus dem Dock heraus auf, bei der Videoaufnahme gibt es keine Ruckler oder sonstige Aussetzer. Das einzige was mir mehrfach passiert ist, ist, dass das Transformer ohne ersichtlichen Grund neu startete. Soweit ich das Phänomen eingrenzen konnte, hatte dies etwas mit den USB-Ports zu tun — genauere Aussagen kann ich zu diesem Bug aber leider nicht treffen. Ich bin überdies für weitere Hinweise und Bugreports aus unserer Leserschaft dankbar und werde diesen Test auch gerne dahingehend aktualisieren, sollte ich wirklich einen oder mehrere Schnitzer in der Software übersehen haben.

In Sachen Anpassung von Android 3.1 “Honeycomb“ geht Asus einen Mittelweg: Keine eigene Oberfläche, dafür dezente Anpassungen. So sind sehen die Symbole “Zurück“, “Home“ und “Tasks“ in der linken unteren Ecke auf dem Transformer leicht anders aus, als von anderen Honeycomb-Tablets gewohnt. Außerdem hat Asus noch eine eigene Touchtastatur verbaut, die gegenüber der Vanilla-Eingabemethode den zuweilen wirklich unschlagbaren Vorteil bietet, oben über eine zusätzliche Zahlenreihe zu verfügen — endlich muss ich bei der Eingabe von komplizierten Passwörtern nicht mehr ständig zwischen Buchstaben und Zahlen hin und her wechseln. Außerdem kommt die Asus-Touchtastatur auch mit einer rudimentären Wisch-Worterkennung: Ähnlich wie bei Swype kann man Worte einfach entlang ihrer Buchstaben zeichnen, wischen, nachziehen. Das funktioniert recht ordentlich, wenn auch bei Weitem nicht so gut wie mit Swype selbst.

eeepad-transformer-honeycomb-homescreen

Neben dem mittlerweile recht bekannten vorinstallierten Wallpaper mit dem Baum auf der Wiese, dem optionalen Live-Wallpaper mit dem Eiswürfel im Wasser, den ebenfalls hinlänglich bekannten Wetter- und E-Mail-Widgets spendiert Asus dem Transformer noch drei Applikationen: MyLibrary ist ein eBook- bzw. ePaper- und eMagazine-Reader, der über den @vibe-Dienst noch an einen virtuellen Buchladen und Zeitungsstand angeschlossen ist — na gut, wer’s braucht. Der eReader selber ist brauchbar und gefällt dank der mittlerweile üblichen Blätteranimationen. MyNet ist eine Anwendung zum Abspielen und vor allem Teilen von Mediendateien mit anderen Geräten, über die das Transformer zum digitalen Medien Server gemacht werden kann. Und mit MyCloud erhält der geneigte (und zwar zu einer Registrierung bei Asus geneigte) Nutzer unbegrenzten Speicher im Netz. Und zwar kostenlos — zumindest für ein Jahr. Vorstellen darf man sich das ähnlich wie bei Dropbox: Nutzer können ihre Dateien einfach in die Cloud laden und diese dann von jedem anderen Gerät, das via Browser oder spezieller Software Zugang zur Asus-Wolke erhält, wieder abrufen.

Konnektivität und Akku

Unser Testgerät verfügte lediglich über WLAN — und aktuell gibt es das Transformer auch nur als WiFi-Version zu kaufen. Eine 3G/UMTS-Variante ist aber angekündigt und könnte für rund 100 Euro mehr als das jeweilige WLAN-Tablet im Idealfall bereits ab August verfügbar sein.

aSUS EEEPAD TRANSFORMER KONNEKTIVITÄT

Abgesehen von den kabellosen Datenverbindungen protzt das Transformer aber geradezu mit Anschlüssen: Am Tablet selbst befinden sich ein HDMI-Out, ein Anschluss für ein Headset sowie ein Slot zum Einschieben der MicroSD-Karte. An dieser Stelle hat das Transformer einige Konkurrenzprodukt bereits abgehängt — es geht aber munter weiter, denn das Dock bietet einen MMC/SD-Kartenslot und zwei vollwertige USB-Anschlüsse. “Vollwertig“ soll übrigens bedeuten, dass alles was eingesteckt wird, auch erkannt wird und sofort benutzbar ist: Ob Flash-Speicher, Maus, externe Festplatte oder Gamecontroller — das Transformer erkennt alles und kann fast alles lesen/nutzen. Steckt man beispielsweise eine externe Maus ein, erscheint prompt ein kleiner Mauszeiger auf dem Screen. Denselben Effekt hat man natürlich auch, wenn man das in das Dock integrierte Trackpad einschaltet. Festplatten und Speichersticks können über den Dateimanager verwaltet und ausgelesen werden und es ist kein Problem, auf diese Weise Videos vom Stick aus zu starten — einen kompatiblen Videoplayer vorausgesetzt, denn der fehlt zunächst beim Transformer.

Sehr schick sind übrigens die Abdeckungen der USB-Ports, die magnetisch sind und so fast von alleine schließen, sobald ein Gerät abgezogen wurde. Allerdings wird durch diese Anziehung zwischen Anschluß und Abdeckung das Öffnen der Ports zuweilen etwas fummelig. Leider geben die Ports keinen Strom aus, solange das Dock allein, ohne Tablet herumliegt. Wer also gehofft hatte, den Akku der Transformer-Tastatur als Ladegerät für sein Smartphone verwenden zu können, sieht sich enttäuscht — findet aber Trost in der Tatsache, dass die Idee in zusammengestecktem Zustand durchaus umsetzbar ist, allerdings nur, solange das Transformer nicht in den Schlafmodus verfällt — dann schalten die USB-Ports zum Stromsparen nämlich wieder ab. Außerdem verfügen sowohl das Tablet als auch das Dock noch über einen proprietären Anschluss über den sich beide Elemente unabhängig voneinander mittels mitgeliefertem Ladekabel aufladen lassen.

Stichwort Ladekabel: Das Transformer-Bundle verfügt über zwei Akkus — einen im Tablet und einen weiterem im Dock. Der im Dock dient dazu, das Tablet bei Koppelung aufzuladen und soll die Laufzeit des Transformer somit laut Asus auf insgesamt 16 Stunden bringen. Das Aufladen über das Dock funktioniert gut: Einfach Tablet eingesteckt und schon zieht sich das Slate aus der Tastatur die lebenswichtige Energie. Und in dieser Kombination sind dann durchaus ziemlich lange Laufzeiten machbar — ob es nun wirklich 16 Stunden bei gleichzeitiger Video-Wiedergabe und aktiviertem WLAN sind, weiß ich nicht. Aber es fühlt sich auf jeden Fall lang an, ausreichend lang.

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Schreiben auf dem Asus Eee Pad Transformer

Ich hatte diesen Testbericht tatsächlich auf dem Transformer-Tastaturdock begonnen — und bin dann ungefähr beim Abschnitt „Display“ zum Desktop-PC gewechselt. Weil das Transformer nicht funktioniert? Weil man eben auf einem Tablet nicht schreiben kann — andockbares Keyboard hin oder her? Nein, einfach weil ich meinen Desktop-PC mit dem großen 24 Zoll-Bildschirm und der vollwertigen Tastatur auch jedem 17-Zoll-Laptop und selbstredend jedem genuinen Windows-Netbook vorziehen würde.

transformer-tastatur

Das bedeutet zwar einerseits, dass man auf dem Eee Pad Transformer, ebenso wenig wie auf einem Netbook, bequem eine Doktorarbeit oder auch nur ein längeres Review verfassen kann — andererseits aber auch, dass es durchaus machbar ist, wenn man das Wort „bequem“ streicht und alle Vergleiche mit dem Komfort eines großen Laptops oder Desktop-PCs fahren lässt. Was das rein mechanische Schreibgefühl angeht, muss sich das Transformer jedenfalls nicht einmal ansatzweise hinter einem klassischen Netbook verstecken. Und das finde ich durchaus beeindruckend.

Wo Nachteile gegenüber einem richtigen Netbook offensichtlich werden, kann man sie weder Asus noch dem Transformer direkt anlasten: Das Schreiben im Browserfenster selbst geht je nach Website alles andere als flüssig von der Hand — wer also hofft, mit dem Transformer nun fleißig bei Facebook, in einem Blogsystem oder von mir aus auch in diversen Foren so richtig in die Tasten hauen zu können, wird enttäuscht sein, denn die Verzögerung beim Tippen auf Webseiten, die mit viel JavaScript laufen, unterbindet jeden Schreibfluss. Subjektiv scheint in diesen Fällen sogar das Tippen mit der OnScreen-Tastatur schneller zu gehen.

Noch ärgerlicher ist, dass sich dieses Problem je nach Website auch in der mobilen Ansicht fortsetzt: Google Docs lässt sich im Browser mit der Hardwaretastatur ebenso wenig effektiv nutzen, wie die mobile Facebook-Seite. Richtig tippen kann man in beiden Fällen nur über die App. Schade, aber meiner Ansicht nach wirklich nichts, was man dem Transformer vorwerfen könnte. Hier mangelt es wohl zum einen an der Hardwarepower, zum anderen an gut optimierten Web-Anwendungen — dass nun ausgerechnet die mobile Ansicht von Google Docs nicht mitspielt, ist allerdings schon ziemlich verwunderlich. Nun ja, es gibt ja noch die Docs-App und die jedenfalls funktioniert mit dem Tastaturdock des Transformer problemlos.

Am besten schreibt es sich übrigens im vorinstallierten Polaris Office, einer rudimentären, aber guten Office-Software, die speziell für Touchscreens und mobile Geräte angepasst ist. Ärgerlich an der Arbeit mit dem Transformer und Polaris-Office ist nur eine Kleinigkeit: Polaris kennt die Tastenkombination „Shift+Backspace“ nicht, mit der sich zum Beispiel im Browser die fehlende „Entfernen“-Taste emulieren lässt. Beim Schreiben in Polaris bedeutet das, dass der Nutzer immer umständlich „von hinten“ löschen muss — und das nervt auf Dauer. Generell muss man sich umgewöhnen, wenn man Tastatur-Shortcuts aus Windows gewöhnt ist. Einige funktionieren, andere nicht.

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Fazit

Ist das Asus Eee Pad Transformer nun meine persönliche Offenbarung? Oder ist es gar ganz allgemein und für alle eine Offenbarung? Beides nicht — und das ist auch gar nicht schlimm. Ein bisschen ist das wie die Vorfreude als Kind auf den Geburtstag oder Weihnachten. Oder später auf den ersten Tag nach dem Abi oder auf die tolle Zeit nach Beendigung des Studiums — in der eigenen Vorstellung ist das immer schöner als in der Realität. Und so geht es mir mit dem Transformer.

Es ist toll, es sieht gut aus, es ist verhältnismäßig günstig, fühlt sich gut an, ist in der Kombination mit dem Dock ein Unikat und es funktioniert halbwegs so wie es soll. Und ich werde es mir höchstwahrscheinlich auch privat zulegen. Aber eben nur “höchstwahrscheinlich“. Und auch nur, falls es im 500 Euro-Bundle erscheint. Denn was mir beim Testen und Verfassen dieses Berichtes (mal wieder) klar geworden ist: Auch das Transformer wird mein Leben nicht wirklich massiv vereinfachen — so gut ist es dann doch nicht. Auch das Transformer ist schlussendlich “nur“ ein Tablet mit einer sehr cleveren Idee, das manches erleichtert und das vor allem Spaß macht — aber davon werden wir hoffentlich noch viele, viele Geräte in den nächsten Monaten sehen.

So, das war jetzt aber ein sehr philosophisches Fazit — was soll der geneigte Leser denn nun tun? Kaufen? Auf den Nachfolger warten? Zu Samsung oder gar Apple greifen? Natürlich nicht!

Ich empfehle folgendes: Geht in die Media-Märkte und Saturns dieser Republik und probiert nur ganz kurz aus, ob euch das Transformer “liegt“, ob es sich gut anfühlt und ob ihr darauf tippen könnt und möchtet. Wenn ja, dann kauft es — ihr macht nichts falsch, denn ihr bekommt eines der besten aktuell erhältlichen Android-Tablets zu einem der aktuell günstigsten Preise in dieser Gerätekategorie. Und eine vollwertige Tastatur noch optional obendrauf — und so muss man diese nämlich meiner Meinung nach sehen: Ein nicht perfekt aber gut funktionierendes Stück optionales Zubehör.

Unsere Bewertung zum Asus Eee Pad Transformer

Verarbeitung und Haptik: 4/5
Display: 5/5
Software: 4,5/5
Hardware und Performance: 5/5
Alltagstauglichkeit: 4/5
Alleinstellungsmerkmal Tastaturdock: 4/5
Gesamt: 4,5 von 5

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