Review: ASUS FonePad 7 mit Telefonfunktion im Test

Franz Feuerer
Review: ASUS FonePad 7 mit Telefonfunktion im Test

Im Rahmen der IFA 2013 in Berlin hat ASUS unter anderem das Fonepad 7, den Nachfolger des im April erschienen Fonepads vorgestellt. Dieses konnte uns damals vor allem in Sachen Preis/Leistung überzeugen. Für etwas mehr als 200€ bekam man ein gut verarbeitetes 7″-Tablet mir 3G- und Telefonfunktion. Beim Nachfolger hat ASUS einige Punkte versucht zu verbessern, der Preis wurde aber auf einem ähnlich niedrigen Niveau gehalten. Ob diese Kombination überzeugen konnte, lest ihr in unserem ausführlichen Test des ASUS Fonepad 7.

Testgerät: ASUS Fonepad 7 16GB grau - Preis ab ca. 229€ bei | notebooksbilliger.de | Cyberport
Software: Android 4.2.2 mit ASUS Waveshare UI

ASUS Fonepad 7 Video und Bilder:

(Link zum YouTube-Video)

Hardware

Padfone 7 Vorderansicht-imp

Designtechnisch hebt sich das ASUS Fonepad 7 schon merkbar vom Vorgänger ab. Dabei gibt es zwei grundsätzliche Änderungen: Zum einen wurde die Aluminium-Rückseite durch Kunststoff in Hochglanzoptik ersetzt. Zum anderen spendiert ASUS dem Fonepad 7 zwei SonicMaster Stereo-Lautsprecher, die sich direkt an der Front befinden.
Letztere sorgen für einen deutlich lauteren, klareren und insgesamt besseren Klang als noch beim Vorgänger. Diesbezüglich ist das Fonepad 7 nahezu allen aktuell erhältlichen 7″ Tablets überlegen.
Dass die Rückseite nun nicht mehr aus Aluminium besteht, gefiel uns im Test weniger gut. Das Fonepad 7 ist zwar nach wie vor gut verarbeitet, kann wertigkeitstechnisch aber nicht mit dem Vorgänger mithalten. Außerdem werden Fingerabdrücke nahezu magisch angezogen.
Man hätte zumindest auf eine leicht gummierte Kunststoff-Rückseite, wie man sie vom Nexus 7 (2013) kennt, setzen können.

Padfone 7 Back-imp

Das Fonepad 7 misst 196,6mm x 120,1mm und ist etwa 10,5mm dick. Dabei wiegt es 328g. Das ist leider merkbar schwerer als das vor Kurzem von uns getestete MeMO Pad HD 7, geht aber gerade noch in Ordnung. Es liegt insgesamt ziemlich gut in den Händen.

Die Verarbeitung bewegt sich, wie bereits erwähnt, auf einem relativ hohen Niveau. Spaltmaße gibt es kaum, alles sitzt sehr fest und auch die Tasten haben einen guten Druckpunkt. Auf der linken Seite des Fonepad 7 findet man den Einschub für eine Micro-Sim-Karte. Auf der gegenüberliegenden Seite findet man dann neben der Lauter/Leiser-Wippe und dem Power-Button einen Einschub für eine microSD-Speicherkarte, der 16GB große interne Speicher kann also problemlos erweitert werden. Während man auf der Oberseite den 3,5mm-Klinkenanschluss verbaut hat, befindet sich auf der Unterseite ein Micro-USB-Anschluss.

Padfone 7 Tasten 1-imp

Physische oder touch-sensitive Tasten sucht man auf der Vorderseite des Fonepad 7 vergeblich, denn ASUS setzt wieder einmal auf On-Screen-Tasten. Hier befinden sich lediglich die 1,2 Megapixel Frontkamera, die bereits erwähnten Lautsprecher und die Hörmuschel. Auch das Fonepad 7 kann also, wie bereits der Vorgänger, zum Telefonieren benutzt werden.
Wenngleich diese Funktion anfangs bei einem Tablet etwas unnötig wirken mag, macht es gerade in Verbindung mit einem Headset durchaus Sinn. Auch WhatsApp funktioniert mit dem Fonepad 7 natürlich problemlos.

Padfone 7 Lautsprecher 1-imp

Auf der Rückseite befindet sich dann, anders als noch beim Vorgänger, eine 5 Megapixel Hauptkamera, das ASUS-Logo und das Intel-Logo, welches schon andeutet, von wem der im Fonepad 7 verbaute SoC stammt.

Der WLAN-Empfang hat uns im Test gut gefallen. Ähnliches gilt auch für die Sprachqualität und den 3G-Empfang.

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Display

Padfone 7 Display 2-imp

ASUS verbaut im Fonepad 7, wie der Name schon vermuten lässt, ein 7 Zoll großes IPS-Display, das mit 1280×800 Pixeln auflöst. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von etwa 216ppi.

Das ist in den meisten Anwendungssituationen ausreichend scharf. Lediglich beim Lesen aufwändigerer Artikel, beim Betrachten von Mails oder beim Bearbeiten von PDF-Dateien macht sich die Auflösung negativ bemerkbar. Gerade wenn man bedenkt, dass man für 229€ auch schon ein Google Nexus 7 (2013) mit scharfem Full-HD Display bekommt, kristallisiert sich die geringe Displayauflösung als deutlicher Nachteil heraus.
Wobei man hier natürlich anmerken muss, dass die Cellular-Version des Nexus 7 (2013) mit 349€ noch mal deutlich teurer als das Fonepad 7 ist.

Ansonsten konnte das Display im Test durchaus überzeugen. IPS-typisch sind die Blickwinkel ordentlich und auch die Kontrastwerte wissen zu gefallen. Weiß- und Schwarzwert könnten besser sein, in Anbetracht des vergleichsweise geringen Preises geht aber auch das in Ordnung.

Padfonckwinkele 7 Bli-imp

In Sachen Helligkeit spielt das Fonepad 7 in einer ähnlichen Liga wie das MeMO Pad HD 7. Das Display ist also bei Weitem nicht so hell wie das des Nexus 7 (2013), kann aber trotzdem auch im Außeneinsatz meist noch problemlos abgelesen werden.

Was uns außerdem äußerst gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass ASUS ab Werk anbietet, das Display dem eigenen Geschmack nach zu kalibrieren. Der Hersteller installiert dafür die App „ASUS Splendid“ vor. Mit dieser kann unter anderem auch der sogenannte „Lebhaft-Modus“ aktiviert werden, welcher die Kontrastwerte nach oben schraubt und das Display nochmals heller wirken lässt.

Solche Kalibrierungsmöglichkeiten und Modi würden wir uns für jedes Tablet wünschen.

Performance

Padfone 7 Gaming-imp

Der Dual-Core Prozessor, der im Inneren des ASUS Fonepad werkelt, taktet mit 1,6GHz je Kern. Es handelt sich dabei um den Atom Z2560 von Intel. Dieser wird von 1GB Arbeitsspeicher unterstützt.

Die Performance des Fonepad 7 hat uns insgesamt gut gefallen. Beim Surfen, Navigieren durch die Homescreens oder Lesen von PDF-Dateien gab es kaum störende Ruckler.
Im Browser treten beim Scrollen durch aufwändigere Seiten manchmal Micro-Ruckler auf - in Anbetracht des Kaufpreises sind diese aber absolut zu verschmerzen.

Das Hauptproblem früherer Geräte mit Intel-CPUs war, dass beispielsweise einige Spiele (noch) nicht kompatibel waren. Hier stellt auch das Fonepad 7 keine Ausnahme dar: Modern Combat 4 kann zwar problemlos installiert werden, startet dann jedoch nicht.
Viele andere Spiele wie bspw. Dead Trigger 2 laufen aber auch auf dem Fonepad 7 absolut problemlos. Hier konnten wir allerdings erneut einige Micro-Ruckler erkennen.

Für einen Vergleich mit anderen günstigen Android-Tablets findet ihr hier eine Tabelle, die die wichtigsten Benchmarks umfasst:

Nexus 7 2013 Asus Fonepad ASUS MeMo Pad HD 7 ASUS Fonepad 7
Peacekeeper: 611 - 565 681
Antutu Benchmark: 18897 5493 12782 18528
Quadrant Standard Benchmark: 5733 2189 3864 5736
SunSpider: 849,8ms 1267,6ms 1492,1ms 1050,0ms

Akku

Padfone 7 Display 1-imp

ASUS verbaut im Fonepad 7 einen 3950mAh starken Akku. Im Vergleich zum Vorgänger wurde die Kapazität also sogar minimal verringert. Andererseits ist der Intel Atom Z2560 auch nochmals effizienter als der Z2420, der noch im Vorgänger, dem ASUS Fonepad, werkelte.

In unserem üblichen Akku-Test hielt das Fonepad 7 bei voller Helligkeit, eingeschaltetem Wlan, verbundenem Netzwerk und durchgehender Videowiedergabe knapp über 6h.
Ein durchaus akzeptabler Wert, wie wir finden.

Bei alltäglichem Gebrauch hielt das Fonepad 7 eineinhalb bis zwei Tage durch.

Kamera

Padfone 7 Kamera-imp

Gerade bei den doch eher handlicheren 7 Zoll Tablets ist es durchaus gut zu wissen, dass man im Bedarfsfall auch mal schnell einen Schnappschuss machen könnte. Deswegen verbaut ASUS im Fonepad 7, wie bereits erwähnt, eine mit 5 Megapixeln auflösende Hauptkamera.

Bei guten Lichtbedingungen werden die Aufnahmen durchaus brauchbar und für Schnappschüsse reicht die Bildqualität hier definitiv.
Im LowLight-Bereich macht auch das Fonepad 7, wie nahezu alle aktuellen Tablets, keine gute Figur - das muss es aber auch gar nicht.

Einige Testfotos findet ihr in der folgenden Galerie:

Software

Fonepad 7 Benachrichtigungsleiste

Das ASUS Fonepad 7 kommt ab Werk mit Android 4.2.2 Jelly Bean und ASUS hauseigener Waveshare UI. Hier lässt sich eine interessante Entwicklung beobachten: Während die Waveshare UI anfangs noch fast 1:1 wie die klassische Vanilla UI gehalten war, verbessert ASUS diese mit der Zeit immer weiter und fügt teils nützliche Features hinzu.

So findet man in der Benachrichtigungsleiste zahlreiche Toggles, um bspw. WLAN, Bluetooth, den Energiesparmodus usw. zu aktivieren bzw. deaktivieren.
Neben einigen Shortcuts (z.B. zu den Einstellungen oder direkt zu den WLAN-Einstellungen) findet man hier außerdem die Möglichkeit, direkt die Bildschirmhelligkeit zu justieren.

Fonepad 7 Apps

Über den ganz linken On-Screen-Button lassen sich außerdem die sogenannten „Floating-Apps“ aufrufen. Dabei handelt es sich um „Mini-Apps“ wie beispielsweise einen Kompass, einen Taschenrechner oder einen Videoplayer. Diese lassen sich im Vordergrund von anderen Programmen öffnen und natürlich in Größe oder Position ändern. (mehr dazu in unserem Videotest)

Des Weiteren installiert ASUS mit AppBackup, Audio Wizard, My Library Lite, ASUS Artist Super Note Lite, Parental Lock und ASUS To-Do zahlreiche weitere, teils recht nützliche Apps zum Lesen von eBooks, Sichern von Apps, Anlegen von Notizen oder zum Zeichnen vor.

Fonepad 7 Lockscreen Widgets

Um die Telefonfunktion voll zu nutzen, gibt es natürlich einen Dialer und eine Nachrichten-App, über die sich SMS oder MMS Nachrichten versenden lässt. Beim Schreiben von Nachrichten oder beim Eingeben von Text zeigt sich auch die eigene Tastatur, die zusätzlich eine Zeile mit Zahlen anzeigt.

Android 4.2 typisch unterstützt natürlich auch das Fonepad 7 das Platzieren von Widgets auf dem Lockscreen oder das Daydream-Feature.

Fazit

ASUS Fonepad 7
Befriedigend
79%
08/2016
Preis: 229€ Das ASUS Fonepad 7 ist ein äußerst empfehlenswertes Einsteiger-Tablet, das vor allem durch die Telefonfunktion, die Lautsprecher und das integrierte 3G-Modul überzeugt
Vorteile- Preis
- Telefonfunktion
- 3G-Modul
- Lautsprecher
Nachteile- Teils Micro-Ruckler
- Materialwahl
-

Das ASUS Fonepad 7 hat uns insgesamt recht gut gefallen. Für vergleichsweise wenig Geld bekommt man ein 7″ Tablet mit 3G-Modul und vollwertiger Telefonfunktion. Auch die Lautsprecher haben uns im Test sehr gut gefallen.

Lediglich die Micro-Ruckler beim Surfen oder beim Spielen aufwändiger Spiele, stören etwas. Außerdem fühlte sich die Aluminium-Rückseite des Vorgängers deutlich wertiger an.

Haptik / Verarbeitung 6 Display 7 Batterie 7 Performance 8 Konnektivität 9 Software 9 Preis / Leistung 9

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