Review: ASUS FonePad Note 6 im Test

Franz Feuerer
Review: ASUS FonePad Note 6 im Test

Das ASUS FonePad Note 6 wurde im Rahmen der Internationalen Funkausstellung 2013 in Berlin vorgestellt. Ähnlich wie nahezu jeder andere Hersteller von Android-Smartphones versucht ASUS damit, in den schnell wachsenden Phablet-Markt einzusteigen. Das FonePad Note 6 begeisterte im Vorfeld mit durchaus konkurrenzfähiger Hardware zu einem attraktiven Preis von etwa 349€.
Seit wenigen Tagen ist das FonePad Note 6 auch in Deutschland erhältlich. Ob sich ein Kauf lohnt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Testgerät: ASUS FonePad 6 weiß 16GB - Preis ab ca. 349€ bei Amazon | Cyberport | Notebooksbilliger
Software: Android 4.2.2 mit ASUS Waveshare UI

ASUS FonePad Note 6 Video und Bilder:

(Link zum YouTube-Video)

Hardware

FonePad Note 6 Handling-imp

Das ASUS FonePad Note 6 ist in den Farben Schwarz und Weiß in Deutschland erhältlich. Chris konnte sich in Köln beide Farben genauer anschauen und tendierte aufgrund der deutlich griffigeren und wertiger wirkenden Rückseite zum schwarzen Modell.
Unser weißes Testgerät konnte uns in Sachen Design & Haptik nicht wirklich überzeugen. Das liegt hauptsächlich an der Kunststoff-Rückseite in Hochglanzoptik.
Diese lässt das Gerät zum einen etwas billig wirken, zum anderen rutscht es viel zu leicht Mal aus der Hand. Gerade bei einem solch großen Gerät ist das natürlich problematisch.

Die Abmessungen des FonePad Note 6 haben es in sich: Mit 164.8mm x 88.8mm und 10,3mm Dicke ist es kein Gerät für kleine Hände. Das Gewicht von 210g tut sein Übriges. Einhändig kann man das FonePad Note 6 natürlich nicht mehr bedienen. Das Gewicht geht gerade noch so in Ordnung.
Die vergleichsweise dicken Displayränder tragen natürlich auch ihren Teil zu den massiven Ausmaßen des FonePad Note 6 bei. Hier hätte es uns gut gefallen, wenn ASUS, ähnlich wie schon LG beim G2, versucht hätte, die Ränder zu minimieren.

FonePad Note 6 Back 2-imp

Verarbeitungstechnisch konnte uns das FonePad Note 6 nur teilweise überzeugen. Die Tasten sitzen zwar alle sehr fest und haben einen guten Druckpunkt, die Rückseite lässt sich aber, ähnlich wie schon beim MeMO Pad HD 7, leicht eindrücken. Störende Spaltmaße gab es keine.

Auf der linken Seite des Gerätes befinden sich der Einschub für die Micro-SIM-Karte und eine Speicherkarte. Der 16 oder 32GB große interne Speicher kann also problemlos erweitert werden. Beide werden von einer leicht zu öffnenden Klappe geschützt. Auch wenn wir bei solchen Mechanismen prinzipiell skeptisch sind, wirkt das Ganze relativ solide verarbeitet.
Auf der gegenüberliegenden rechten Seite befinden sich dann die Lauter/Leiser Wippe und der Power-Button.
Den 3,5mm-Klinkenanschluss platziert ASUS auf der Oberseite.
Unten befinden sich dann dementsprechend ein Mikrofon, der Micro-USB-Anschluss und der Einschub für den Stylus.
Verglichen mit dem Stylus des Samsung Galaxy Note 3, liegt der des FonePad Note 6 nicht ganz so gut in der Hand und kann nicht beidseitig in die Halterung hineingeschoben werden.

FonePad Note 6 Stylus 2-imp

ASUS setzt beim FonePad Note 6 auf On-Screen-Tasten. Dementsprechend findet man auf der Vorderseite keinerlei physische oder touch-sensitive Tasten, sondern lediglich die Hörmuschel, ein paar Sensoren und die 1,2 Megapixel Frontkamera. Mitschuldig an den großen Displayrändern sind vermutlich auch die beiden SonicMaster-Stereo-Lautsprecher, die ASUS, ähnlich wie HTC beim One, direkt auf der Vorderseite anbringt.
Während wir die Positionierung sehr begrüßen, konnten die Lautsprecher soundtechnisch nur teils überzeugen. Der Klang ist zwar relativ klar, die Lautstärke jedoch nur durchschnittlich bis mäßig. Mit dem eben erwähnten HTC One kann das FonePad Note 6 diesbezüglich nicht einmal ansatzweise konkurrieren, eher mit einem Samsung Galaxy S4 oder einem Apple iPhone 5s.

Auf der Rückseite findet man dann die 8 Megapixel Hauptkamera mit einer lichtstarken Blende von f/2.0, das ASUS-Logo und ein Intel-Logo, welches gleich verrät, von welchem Hersteller der SoC im Inneren des FonePad Note 6 stammt.
Der Akku hat eine Kapazität von 3200mAh und ist fest verbaut.

FonePad Note 6 Lautsprecher 2-imp

Empfangstechnisch hat uns das FonePad Note 6 im Test gut gefallen. Sowohl der WLAN-Empfang als auch die Werte im HSPA+-Netz haben uns überzeugt. Die Sprachqualität war eher durchwachsen. Der Gegenüber klang teilweise etwas blechern.
Leider hat man auf Bluetooth 4.0 und LTE verzichtet.

Das ASUS FonePad Note 6 gibt es, wie bereits erwähnt, in den Farben Schwarz und Weiß mit 16 oder 32GB internem Speicher zu einem Preis von momentan etwa 349€. In Deutschland wird größenteils nur die 16GB-Version angeboten.

Bilderstrecke starten
11 Bilder
Top 10: Die verrücktesten Smartphones aller Zeiten.

Display

FonePad Note 6 Display 1-imp

Das 6“ großes IPS-Display des FonePad Note 6 löst mit 1920×1080 Pixeln auf und bringt es dadurch auf eine Pixeldichte von sehr ordentlichen 367ppi.
Das Display ist unserer Meinung nach das klare Highlight dieses Phablets. Es hat uns in nahezu allen Bereichen überzeugt.

Durch die hohe Pixeldichte wird Text ausreichend scharf dargestellt und das FonePad Note 6 eignet sich dementsprechend perfekt zum Lesen aufwändiger Artikel, E-Mails oder PDF-Dateien. Aber auch in Sachen Farbintensität und Farbkorrektheit hat uns das FonePad Note 6 sehr gut gefallen. Farben werden sehr intensiv, aber gleichzeitig auch realistisch dargestellt. Besonders hervorzuheben ist hierbei der wirklich gute Weißwert. Der Schwarzwert ist für ein IPS-Panel ebenfalls ordentlich.

FonePad Note 6 Blickwinkel-imp

ASUS gibt in Sachen Displayhelligkeit einen Wert von 380 Candela pro Quadratmeter an. Das konnten wir im Test so auch bestätigen. Das Display ist nicht außerordentlich hell, reicht aber für die meisten Anwendungssituationen absolut aus. Selbst im Außeneinsatz hatten wir nie Probleme, Inhalte vom Display abzulesen.

Die Blickwinkelstabilität ist IPS-typisch hervorragend. Besonders hervorheben möchten wir auch hier wieder ASUS‘ Splendid-App, mit der der Nutzer das Display seinen eigenen Wünschen nach kalibrieren kann. Auch wenn dies beim FonePad Note 6 eigentlich überflüssig ist, würden wir uns eine solche App für alle aktuellen Geräte wünschen.

Performance

FonePad Note 6 Gaming-imp

Anders als in einem Großteil der Konkurrenzprodukte sitzt im Inneren des FonePad Note 6 keine ARM-CPU, sondern, wie anfangs bereits angedeutet, eine Intel-CPU.
Es handelt sich hierbei um den Intel ATOM Z2580 Dual-Core-Prozessor mit maximal 2GHz Taktung und 2GB Arbeitsspeicher.

Die Performance an sich hat uns im Test gut gefallen. Egal ob beim Navigieren durch die Homescreens, beim Öffnen von Apps oder beim Scrollen durch aufwändige Webseiten, Ruckler oder lange Wartezeiten gab es kaum.
Leider gibt es nach wie vor Kompatibilitätsprobleme zwischen Intel-CPUs und manchen aktuellen Spielen wie Modern Combat 4.

Ein Großteil der von uns getesteten Spiele funktionierte aber problemlos auf dem FonePad Note 6. So konnten wir unter anderem Dead Trigger 2 mit vollen Grafikeinstellungen ohne Probleme spielen.

Für einen Vergleich mit anderen Geräten findet ihr hier eine Tabelle, die die wichtigsten Benchmarks umfasst:

Samsung Galaxy Note 3 Sony Xperia Z1 ASUS FonePad Note 6 HTC One LG G2
Vellamo HTML-5 2855 2888 1986 2408 2898
Quadrant Standard Benchmark 21506 17890 6952 12323 19465
Antutu 35260 32782 20024 24588 35728
SunSpider 981,6ms 774,1ms 892,2ms 941,3ms 979,4ms
Peacekeeper: 764 850 593 700 849

Akku

FonePad Note 6 Display 2-imp

Wie weiter oben bereits erwähnt, kommt das ASUS FonePad 6 mit einem 3200mAh großen Akku. Was auf den ersten Blick nach ziemlich viel klingt, relativiert sich jedoch, wenn man bedenkt, dass aktuelle Smartphones wie das LG G2 oder das Sony Xperia Z1 trotz deutlich kleineren Displays schon mit ähnlich großen Akkus ausgestattet sind.

In unserem üblichen Akku Test, in dem wir bei voller Displayhelligkeit dauerhaft ein YouTube-Video abspielen, hielt das FonePad Note 6 etwa 6 Stunden.

Gut gefallen hat uns der vergleichsweise niedrige Standy-by-Verbrauch. Bei alltäglicher Nutzung kamen wir mit dem FonePad Note 6 auf einen Laufzeit von etwa einem Tag. Das ist ein durchschnittlicher Wert, aber kein Vergleich zu einem LG G2 oder Samsung Galaxy Note 3.

Kamera

FonePad Note 6 Kamera-imp

ASUS verbaut im FonePad Note 6 eine 8 Megapixel Hauptkamera mit BSI-Sensor und einer lichtstarken Blende von f/2.0. Leider verzichtet man auf eine Foto-LED.

Die Bildqualität bei guten Lichtbedingungen ist eher durchschnittlich. Die Aufnahmen werden zwar ausreichend scharf, wirken aber oft etwas zu blass. Bei etwas schlechteren Lichtbedingungen tritt dann sehr schnell Bildrauschen auf.

Die LowLight-Performance hingegen ist absolut durchschnittlich, hier hätten wir Schlechteres erwartet.

Einige Testfotos findet ihr in der folgenden Galerie:

Software

FonePad Note 6 Benachrichtigungen

Das ASUS FonePad Note 6 kommt ab Werk mit Android 4.2.2 Jelly Bean und ASUS hauseigener Waveshare UI. Hier lässt sich, wie schon beim FonePad 7, eine interessante Entwicklung beobachten: Während die Waveshare UI anfangs noch fast 1:1 wie die klassische Vanilla UI gehalten war, verbessert ASUS diese mit der Zeit immer weiter und fügt teils nützliche Features hinzu.

So findet man in der Benachrichtigungsleiste zahlreiche Toggles, um bspw. WLAN, Bluetooth, den Energiesparmodus usw. zu aktivieren bzw. deaktivieren.
Neben einigen Shortcuts (z.B. zu den Einstellungen oder direkt zu den WLAN-Einstellungen) findet man hier außerdem die Möglichkeit, direkt die Bildschirmhelligkeit zu justieren.

FonePad Note 6SuperNote

Eines der wichtigsten Features des FonePad 6 ist aber natürlich der integrierte Stylus. Zieht man diesen aus seiner Halterung, wechselt das FonePad Note 6 direkt zu einem „Extra-Homescreen“, der die hauseigene Super-Note App startet. Zusammen mit Super-Note und dem Stylus können dann natürlich Notizen angefertigt werden. Hier hat man die Wahl zwischen einer leeren Seite, kariertem und liniertem Papier und einem Tagebuch-Eintrag. Die Handschrifterkennung funktionierte im Test gut bis sehr gut und hat uns insgesamt definitiv überzeugt.

Hält man die einzige physische Taste des Stylus gedrückt, kann man einen beliebigen Bereich des Displays ausschneiden und direkt speichern.
Hält man den Stylus über das Display (ohne es zu berühren), erscheint ein blauer Punkt, der die Position des Stiftes anzeigt. Am Ende von Webseiten oder der Galerie wird aus dem blauen Punkt ein kleiner Pfeil, mit dessen Hilfe man dann automatisch scrollen kann.

FonePad Note 6 Ausschneiden

Sobald der Stylus aus dem Gehäuse entnommen wird, speichert das FonePad Note 6 den letzten Standort. Die Standortspeicherung funktioniert nicht exakt, ist aber bis auf etwa 10 Meter genau.

Gut gefallen hat uns auch ASUS‘ hauseigene „Applocker“ Applikation. Mit dieser können bestimmte Apps oder sensible Daten mit einem Passwort versehen und somit vor dem Zugriff Unbefugter geschützt werden. So können beispielsweise manche Spiele mit Altersbeschränkung für Kinder gesperrt werden.

Fazit

ASUS FonePad Note 6
Befriedigend
76%
08/2016
Preis: 349€ Das ASUS FonePad Note 6 ist ein Phablet, das vor allem durch das grandiose Display punktet.
Vorteile- Displayauflösung
- Farbechtheit des Display
- Preis
- Stylus-Features
Nachteile- Leichte Verarbeitungsmängel
- Kein LTE
- Abmessungen

Das ASUS FonePad Note 6 hinterlässt in unserem Test insgesamt einen relativ ordentlichen Eindruck. Für momentan etwa 349€ bekommt man ein grandioses 6″ Display, eine überzeugende Performance und einige nützliche Stylus-Features. Natürlich kann das FonePad Note 6 vom Funktionsumfang nicht mit einem Samsung Galaxy Note 3 konkurrieren. Dieses spielt preistechnisch aber auch in einer komplett anderen Liga.

Enttäuscht waren wir vor allem von den dicken Displayrändern des Gerätes. Hätte man versucht diese kleiner zu halten, wäre das gesamte Gerät deutlich handlicher ausgefallen. Auch die leicht eindrückbare Rückseite hat uns weniger gut gefallen.

Preisleistungstechnisch konnte uns das FonePad Note 6, vor allem wegen des hervorragenden Displays, überzeugen. Wer ein Phablet sucht, mit den oben erwähnten Nachteilen leben kann und auf LTE verzichten kann, der kann durchaus zum ASUS FonePad Note 6 greifen.

Haptik / Verarbeitung 6 Display 9 Batterie 7 Performance 8 Konnektivität 6 Software 9 Preis / Leistung 8

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA WINDOWS

  • Microsoft zieht den Stecker: Windows 7 steht vor dem Aus

    Microsoft zieht den Stecker: Windows 7 steht vor dem Aus

    Microsoft hat damit begonnen, daran zu erinnern, dass der Support für das Betriebssystem Windows 7 am 14. Januar 2020 ausläuft. Eine Verlängerung ist trotz der Beliebtheit ausgeschlossen. Das sind eure Möglichkeiten.
    Peter Hryciuk
  • FreeFileSync

    FreeFileSync

    Der FreeFileSync Download ist ein einfach zu bedienendes Tool zur Synchronisierung von Dateien und Ordnern zwischen verschiedenen Laufwerken und Rechnern.
    Marvin Basse
* Werbung