ASUS Transformer Prime: GPS-Probleme erklärt

Amir Tamannai 14

ASUS hat jüngst über Facebook verkündet, die GPS-Probleme des Transformer Prime seien systemimmanent: Zum einen sei das verbaute GPS-Modul eben keine Profi-Gerät, zum anderen würde das Aluminium-Gehäuse die Empfangsleistung negativ beeinträchtigen – und zwar so stark, dass ASUS die GPS-Fähigkeit schlussendlich sogar aus den Spezifikationen des Tablets gestrichen hat. Bei AnandTech.com ist man den Problemen des Prime mal ganz genau auf den Grund gegangen.

ASUS Transformer Prime: GPS-Probleme erklärt

Ein Gedanke zum GPS-Problem des Prime vorweg: Viele Nutzer sind sauer wegen der mangelhaften Ortungsleistung und haben artikuliert, dass sie das Tablet deswegen nicht mehr kaufen würden. Man bedenke allerdings, dass viele WLAN-only Tablets, auch das iPad 2, überhaupt kein GPS haben; mit dem Prime lässt sich die eigene Position immer noch wenigstens rudimentär bestimmen. Nachdem ASUS inzwischen ein Unlock-Tool für den Bootloader angekündigt hat und auch Android 4.0 Ice Cream Sandwich in den nächsten Tagen seinen Weg auf das Tegra 3-Tablet finden wird, ist das Prime für mich mit oder ohne GPS dennoch und nach wie vor ein sehr, sehr spannendes Gerät – das ich vielleicht schon heute Nachmittag hier in Vegas kaufen werde.

Aber zurück zum GPS-Problem: Anand Lal Shimpi von AnandTech hat sich quasi als Nachtrag zu seinem Test des Klapp-Tablets eingehend mit dessen GPS-Modul auseinandergesetzt und ist zu folgenden Schlüssen gekommen:

Das Update, das ASUS jüngst für das Prime veröffentlicht hat, spricht die Grundproblematik nicht an – es ermöglicht lediglich den schnelleren Download der Positions- und Detailinformationen der Satelliten-Daten. Denn das eigentliche GPS-Problem des Prime liegt tatsächlich in der physischen Bauart des Tablets begründet.

Die Datenmenge, die das GPS-Modul von den Satelliten benötigt, ist zwar nicht sehr groß, sie wird aber nur relativ langsam über Radiowellen übermittelt – und die können elektrische Leiter nicht durchdringen. Ein Aluminium-Gehäuse sieht zwar schick aus; ist aber auch ein elektrischer Leiter und blockt Radiowellen sehr effektiv.

Mit demselben Problem hatte in der Vergangenheit Apple zu kämpfen: Sowohl das iPad als auch das iPad 2 bestehen aus Aluminium. In Cupertino löste man das Problem, indem man WLAN- und Bluetooth-Antennen hinter Plastik-Bestandteile des Gehäuses (das Apple-Logo als Radiowellen-Fenster) oder perforierte Aluminium-Elemente (Lautsprecher) positionierte. Das Transformer Prime ist zum einen aber deutlich dünner als das iPad 2 und verfügt zum anderen über kein dediziertes Radiowellen-Fenster aus Plastik – die Möglichkeiten GPS- und WLAN-Empfänger umzupositionieren, sind dadurch deutlich geringer.

ASUS hat die Empfänger aber auch nicht hinter das Lautsprecher-Gitter gepackt, sondern zwei WLAN-Antennen und den GPS-Empfänger um die Frontkamera herum platziert. Dennoch ist die Empfangsleistung des Prime trotz derselben Hardware schlechter als die seines Vorgängers – der aus Kunststoff besteht.

Das ist also der unschöne Nebeneffekt des schönen Gewandes des Transformer Prime. Warum ASUS sich gegen ein „Radiowellenfenster“ aus Kunststoff irgendwo am Gehäuse entschieden hat, ist nicht ganz klar. Vermutlich hielt man die GPS-Leistung für nicht wichtig genug, um dafür Eingeständnisse hinsichtlich des Designs des Prime zu machen. Außerdem muss man, wie eingangs erwähnt, bedenken, dass der Hauptkonkurrent des Tegra 3-Tablets Apples iPad 2 ist – und dessen WLAN-Variante bietet überhaupt kein GPS.

Insofern mutet der Schritt ASUS‘, das GPS aus der Feature-Liste des Prime zu streichen, zwar irgendwie ungewöhnlich und überraschend an – er ist aber sehr konsequent und richtig: Bis auf die wenigen Kunden, die die allerersten Geräte erstanden haben und jetzt eventuell enttäuscht sind vom mangelhaften GPS (ASUS hat noch kein Statement zu etwaigen Umtauschmöglichkeiten getätigt; allerdings dürften die meisten Kunden sich noch innerhalb des landläufig üblichen Rückgabe-Fensters befinden), wissen nun alle zukünftigen Käufer, dass GPS kein offizielles Feature des Tablets ist – und können sich in Ruhe überlegen, ob das Transformer Prime für sie damit noch eine Überlegung wert ist. Manchmal haben Verspätungen in der Lieferbarkeit eines Produktes eben auch etwas Gutes …

Quelle und Bilder: anandtech.com [via androidcommunity.com]

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