Apples iPad feixt sich eins: Google verliert endgültig Glauben an Android-Tablets

Sven Kaulfuss 10

Tablets – ein mittlerweile schwieriges Umfeld für die Branche, denn der Markt schrumpft gewaltig. Dies spüren vor allem die Geräte, die mit Android befeuert werden. Apple und das iPad dagegen gewinnen an Bedeutung und bekommen jetzt noch unerwartete Schützenhilfe durch Google. Warum dies so ist, erkläre ich meiner aktuellen Wochenendkolumne.

Apples iPad feixt sich eins: Google verliert endgültig Glauben an Android-Tablets
Bildquelle: Google (Pixel Slate) und pixabay (Emoji).

Android-Tablets waren irgendwie schon immer die schlechtere Wahl. Ein jeder kann wohl von missglückten „Versuchen“ aus dem persönlichen Umfeld berichten. Ich beispielsweise beschenkte meine Freundin vor Jahren mit einem schmucken Tablet aus dem Hause Lenovo. Anfangs schien die Verwendung noch problemlos. Allerdings, spätestens seit die USB-Buchse sich mehr und mehr durch einen Wackelkontakt weigerte das Tablet mit Strom zu betanken, war das Ende absehbar. Ähnlich erging es dem kleineren Schwestermodell, welches ich meiner geliebten Frau Mutter kredenzte.

Meine bessere Hälfte griff folgerichtig später gleich zum iPad Air 2, wurde glücklich und nutzt die Touchflunder noch heute. Ein Einzelfall? Vielleicht, doch nachweislich verlieren Tablets mit Android immer mehr an Marktbedeutung. Apple dagegen hält bei den Stückzahlen mit und konnte seine Anteile dieses Jahr schon auf knapp 35 Prozent ausbauen. Die kolportierten neuen Apple-Tablets werden zum Weihnachtsgeschäft den Trend wahrscheinlich noch fortsetzen.

Die Fortsetzung der iPad-Erfolgsstory könnte noch im Oktober folgen:

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iPad Pro 2018: 3D-Modell verrät Geheimnisse des Apple-Tablets.

Android-Tablets vs. Apples iPad: Zum Scheitern verurteilt

Über Jahre schafften es Google und seine Partner nicht, Android als profundes Tablet-System zu etablieren – bei den Smartphones übernahm man dagegen die Führung und wurde zum Wachstumsmotor. Mögliche Gründe? Lasst mich mal überlegen:

  • Tablets erscheinen auch heute noch fabrikneu mit veralteten Android-Systemen – der Kunde fühlt sich da leicht auf den Arm genommen.
  • Das Benutzerinterface von Android war nie wirklich auf Tablets ausgelegt – konnte man sehen.
  • Noch schlimmer die Apps: Nur die wenigsten App-Entwickler machten sich die Mühe, angepasste Tablet-Versionen ihrer Smartphone-Anwendungen zu entwickeln.
  • Regelmäßige Updates für Android-Tablets? Die gab es noch weniger im Vergleich zu den schon Leid geplagten Smartphones.
  • Nicht zu vergessen: Wirklich relevant waren beziehungsweise sind Android-Tablets nur im absoluten Billigsegment. Wer mehr Geld ausgeben kann und will, der greift im Angesicht der oben genannte Probleme doch lieber gleich zum iPad.

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Android als Tablet-System befindet sich demnach unter Beschuss, aber nicht nur von der Apple-Seite aus betrachtet. Microsoft erzielt mit seinen Surface-Produkten nämlich schon Achtungserfolge, zumindest in den USA. Befindet sich dort mittlerweile nach HP, Dell, Lenovo und Apple auf den fünften Platz der PC-Hersteller (laut Zahlen von Gartner, die das Surface den PCs zuordnen).

Meine Gedanken zum Wochenende: Die Kolumne möchte Denkanstöße liefern, zur Diskussion aufrufen und den „News-Schwall“ der Woche zum Ende hin reflektieren. Eine kleine Auswahl der bisherigen Artikel der Kolumne:

Google Pixel Slate: Startschwierigkeiten vorprogrammiert

Auch Google ist sich der Situation bewusst und handelt nun dementsprechend: Diese Woche stellte man mit dem Pixel Slate das erste Tablet aus eigenem Hause mit Chrome OS statt Android vor. Sichtlich orientiert sich Google am Microsoft Surface und an Apples iPad Pro. Von Android-Tablets spricht dagegen bei Google niemand mehr – der Erfolgsglaube ist erloschen, denn die sind seit dieser Ankündigung über kurz oder lang nun endgültig dem Tode geweiht. Sorry, falls ihr noch keine Einladung zur Beerdigung und zur Trauerfeier erhalten haben solltet.

Das Pixel Slate – Googles neuer Hoffnungsträger in Sachen Tablet: 

Google Pixel Slate: Großes Tablet mit Chrome OS (Herstellervideo).

Allerdings, so löblich und interessant dieser Ansatz mit dem Google Pixel Slate auch sein mag, ich prophezeie ein Scheitern und letztlich wird Apple im Tablet-Markt noch mehr an Macht gewinnen. Doch wie komme ich zu dieser provokanten Feststellung? Meine Gründe:

  • Mal wieder schließt Google den Rest der Welt aus. Das Pixel Slate wird’s erst mal nur in den USA geben. Ein Vertrieb hierzulande? Für Google derzeit keine Option.
  • Beim Zubehör imitiert man die Preise von Apple und legt sogar noch was drauf: 200 US-Dollar für eine Tastatur? Wir wünschen viel Erfolg.
  • Wenngleich es schon vorher erste Vorstöße von mit Chrome befeuerten Tablets gab, so hätte man sich doch eine durchdachte Strategie mit mehreren Partnern gewünscht, als denn ein solcher Alleingang Googles.

Zusammengefasst: Android-Tablets sind quasi tot, aber dem neuen Hoffnungsbringer Google Pixel Slate droht zeitgleich ein schwieriger Start. Derweil freut sich Apple über diese ungewohnte Art der Schützenhilfe. Soll sich Google doch mit dem wenig ausformulierten Strategiewechsel selbst zerlegen, die Kunden greifen derweil zum ausgereiften und optimierten iPad. Danke Google – tönt es leise aus Apples Konzernzentrale.

Quellen: IDC (Tablet-Zahlen), Gartner (PC-Zahlen)

Hinweis: Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen stellen ausschließlich die Ansichten des Autors dar und sind nicht notwendigerweise Standpunkt der gesamten GIGA-Redaktion.

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