Das iPad 3 im Test: Ein Augenschmaus

Sebastian Trepesch 15

Leistung und Laufzeit auf hohem Niveau

Mit dem A5X hat ein neuer Chip Einzug in ein Apple-Gerät gefunden. Dennoch ist das iPad 3 oft nicht schneller als das Vorgängermodell. Manchmal ist sogar das Gegenteil der Fall, wie sich zum Beispiel in unseren Tests beim Einschalten der Geräte zeigte.

Punkten kann das neue Tablet in der Grafik-Power. Mit Quad-Core-Grafik und einem doppelt so großen RAM-Speicher (1 Gigabyte) läuft zum Beispiel das Rendern eines Videos wesentlich schneller. Dieser Leistungsschub wird sich auch auf grafikaufwendige Spiele positiv auswirken.

Es hat aber zur Folge, dass das iPad 3 mehr Energie verbraucht und sich stärker erhitzt als das iPad 2. Bei unseren Temperaturmessungen blieb aber alles im Rahmen des Akzeptablen.

Um weiterhin eine lange Laufzeit zu ermöglichen, hat Apple die Akkukapazität von 25 Wattstunden auf 42,5 Wattstunden erhöht. Dadurch verlängert sich aber die Ladezeit. Wie lange das iPad im Betrieb durchhält, konnten wir in den ersten Testtagen noch nicht genau herausfinden, es hängt natürlich auch von der Nutzung ab: Aufwendige Spiele verbrauchen wesentlich mehr Energie als Musik hören. Es scheint aber keine auffälligen Unterschiede zum iPad 2 zu geben – und das läuft ja sehr ausdauernd viele Stunden.

Das iPad 3 ist in vielen Dingen nicht schneller geworden, aber dennoch schnell genug. Noch mehr Leistung wäre nur schädlich für die Akkulaufzeit.

Zum Thema: Leistungs-Check von iPad 2 und iPad 3

Kleine Enttäuschungen: Siri und LTE

Den Sprachassistent Siri, wie er im iPhone 4S steckt, hat Apple nicht in das Tablet integriert – entgegen aller Erwartungen. Lediglich eine Diktierfunktion besitzt das iPad. Auf dem iPhone 4S nutze ich den Sprachassistent zum Schreiben von SMS und Anlegen von Erinnerungen. Aber auf meinem iPad vermisse ich Siri ehrlich gesagt nicht.

Der Mobilfunkstandard LTE (im Foto die Antenne) hat Einzug in das Gerät gefunden. In Deutschland und Österreich bleibt uns das schnelle 4G-Surfen jedoch verwehrt. Grund: Wir haben andere Frequenzbereiche. Mit den entsprechenden Tarifen sind zumindest HSPA, HSPA+ und DC-HSDPA möglich.

Einen schlechten Wi-Fi-Empfang, wie ihn einzelne iPad-Käufer bemängeln, konnten wir bei unserem Testgerät nicht feststellen. Wahrscheinlich handelt sich es um ein Softwareproblem, das Apple beheben wird.

Ausführungen wie gehabt

Das neue iPad gibt es in den gleichen Varianten wie den Vorgänger. Zur Wahl stehen die Kombinationsmöglichkeiten:

  • 16, 32 oder 64 Gigabyte Speicher
  • Wi-Fi oder Wi-Fi + 4G (also mit Mobilfunk)
  • Schwarz oder Weiß

Der Preis startet bei . Ein größerer Speicher kostet 100 beziehungsweise 200 Euro mehr. Für die Mobilfunk-Ausführung muss man 120 Euro drauflegen. Sparfüchse können das . Einen größeren Speicher gibt es hierfür ab jetzt nicht mehr.

Fazit iPad 3 im Test

Das iPad 2 ist ein schickes, hochwertiges Tablet. Mit dem Nachfolger hat Apple zwei entscheidende Details weiter verbessert: Das Display und die Kamera. Alle anderen Aspekte spielen eine untergeordnete Rolle.

Vielleicht treten wirklich noch ein paar Kinderkrankheiten auf, aber aktuell erscheint mir das Gerät ziemlich ausgereift. So sollte es selbstverständlich sein, ist es heutzutage bei technischen Geräten nur leider nicht. Zudem läuft mit iOS 5.1 ein gutes Betriebssystem auf dem Rechner, das vielleicht nicht in allen Belangen die Android-Konkurrenz übertrifft, aber sehr stabil läuft. Und die vielen guten Apps im App Store machen das Tablet erst recht attraktiv.

Wer sich das iPad 3 holt, macht bestimmt keinen Fehlkauf.

Vorteile

+ Bestes Display eines Tablets
+ Gute Rückkamera
+ Lange Laufzeit
+ Ausgereiftes Produkt
+ Gutes Betriebssystem

Nachteile
– Kein LTE hierzulande
– Schwer
– Lange Ladezeit

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