9,7-Zoll-iPad zerlegt: Apples neues 2018er-Tablet laut iFixit ein Reparatur-Albtraum

Florian Matthey 1

Wenn ein neues Apple-Produkt erscheint, muss es iFixit auseinander nehmen. Beim neuen 9,7-Zoll-iPad fällt vor allem auf, wie wenig sich im Vergleich zum Vorgänger geändert hat. Insgesamt kommen die iFixit-Experten zu einem vernichtenden Urteil.

9,7-Zoll-iPad zerlegt: Apples neues 2018er-Tablet laut iFixit ein Reparatur-Albtraum
Bildquelle: iFixit.

9,7-Zoll-iPad ein „Reparatur-Albtraum“ – gerade für den Bildungsbereich

Dass sich Apple nicht sonderlich viel Mühe gibt, die eigenen Geräte einfach reparierbar zu machen, ist nichts Neues – schon gar nicht, wenn es um die Reparierbarkeit durch den Kunden selbst oder unabhängige Werkstätten geht. iFixit meint aber, dass beim neuen 9,7-Zoll-iPad eigentlich neue Maßstäbe anzulegen sind. Immerhin will Apple das Gerät gerade für Schulen vermarkten – also Einrichtungen, an denen Geräte besonders strapaziert werden, die sich aber gleichzeitig nicht dauernd Neukäufe leisten können.

Gerade dann, wenn man diesen Maßstab anlegt, kommen die Reparatur-Experten zu einem vernichtenden Urteil: Das iPad sei ein „Reparatur-Albtraum“ und verdiene nur 2 von 10 möglichen Punkten in der Reparierbarkeits-Skala. Man habe auch nicht zu hohe Erwartungen an ein Tablet, denn das HP Elite x2 1012 G1 habe gezeigt, dass auch ein so kompakter Touchscreen-Computer reparierbar sein kann: Das Windows-Tablet hatte seinerzeit 10 von 10 Punkten erhalten.

9,7-Zoll-iPad: Was eine Reparatur verhindert

Punkte, die beim 9,7-Zoll-iPad stören, seien unter anderem die Tatsache, dass zahlreiche Komponenten miteinander verklebt sind – selbst der Akku lässt sich aus diesem Grund kaum vernünftig austauschen. Das 12,9-Zoll-iPad Pro habe gezeigt, dass es auch anders geht: Hier lassen sich die Klebestreifen ähnlich wie bei einem iPhone herausziehen.

Ein weiterer Negativpunkt ist, dass sich der Lightning-Anschluss nicht einzeln austauschen lässt: Er ist fest mit dem Logic Board verbunden. Gerade in Schulen kann es durchaus passieren, dass Benutzer nicht sonderlich vorsichtig mit dem Anschluss umgehen; außerdem lädt die Verbindung mit dem Apple Pencil bekanntlich geradezu zu Unfällen ein.

Ein weiteres Ärgernis ist laut iFixit die Tatsache, dass das iPad nicht wassergeschützt ist – was aber natürlich eher die Frage betrifft, wie leicht es kaputt gehen kann und nicht, wie leicht es sich reparieren lässt. Wenn es um einen weiteren Schwachpunkt geht, gibt es aber gute Nachrichten: Ein gebrochenes Displayglas lässt sich weiterhin austauschen, ohne gleich ein ganzes neues Display zu benötigen. Die Tatsache, dass Apple das Display nicht laminiert, sondern eine kleine Lücke lässt – die für Reflexionen eher negativ ist – mausert sich hier zum Vorteil.

Wie das neue iPad von außen aussieht – und wie der Vergleich zum iPad Pro ausfällt – seht ihr übrigens in unserer Bilderstrecke.

Bilderstrecke starten
20 Bilder
9,7" iPad von 2018 in Bildern: So schaut's aus!

9,7-Zoll-iPad: Kein größerer Akku, neuer Touchscreen-Chip für Apple Pencil

Insgesamt hat sich – wie beim Display – im Vergleich zum 9,7-Zoll-iPad aus dem Vorjahr beim neuen iPad so gut wie nichts verändert: Selbst der Akku ist mit 32,9 Wh genauso groß wie beim Vorgänger. Er ließe sich sogar zwischen den beiden Geräten austauschen, wenn da nicht das Problem mit dem Kleber wäre.

Neben dem neuen Apple-A10-Prozessor gibt es eigentlich nur zwei Unterschiede, die sich im Vergleich zum Vorgängermodell feststellen lassen – und auch diese sind Teil des Logic Board: Einerseits ist da ein verbesserter PMIC-Chip für das Strom-Management, andererseits der Touchscreen-Controller Broadcom BCM15900B0, den Apple auch beim iPad Pro verwendet. Dieser Chip scheint letztendlich die Komponente zu sein, die die Funktionalität des Apple Pencil ermöglicht.

Als kleinen Trost dafür, dass sich das iPad nicht im Klassenzimmer reparieren lässt, gibt iFixit den Schülern noch zwei neue Bildschirmhintergründe – beziehungsweise Wallpapers – mit auf dem Weg, die die „Innereien“ des iPad zeigen. Einmal das hoch aufgelöste Bild eines iPad nach dem Entfernen des Display und einmal ein mit Röntgenstrahlen durchleuchtetes iPad.

Quelle: iFixit (Blog), iFixit (Teardown) via MacRumors

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

Weitere Themen

* Werbung