iPad mini Retina: Schlechteres Display als Nexus 7 (2013) und Kindle Fire HDX

Andreas Floemer 14

Apples Antwort auf die kompakten Android-Tablets wie das Nexus 7 (2013) und Kindle Fire HDX 7 mit ihren ultrahochauflösenden Displays ist seit einigen Tagen in Form des iPad mini Retina für einen recht stolzen Preis im Handel. Passend zum Launch des neuen Apple-Tablets hat Displaymate, ein Unternehmen, das sich auf das Testen und Kalibrieren von Displays spezialisiert hat, den Retina-Screen gegen die beiden aktuellen Android-Tablets antreten lassen – das Resultat lässt das iTablet nicht sonderlich gut dastehen.

iPad mini Retina: Schlechteres Display als Nexus 7 (2013) und Kindle Fire HDX

Apple ist eigentlich bekannt dafür, sehr hohe Qualitätsanforderungen für die in ihren Geräten verbauten Komponenten zu setzen, weshalb die Kalifornier nicht selten ihre Bauteile-Zulieferer wechseln, sobald etwas nicht ganz den Ansprüchen entspricht. Ferner wird auch großer Wert darauf gelegt, dass die Displays über eine möglichst perfekte Kalibrierung und natürliche Farbwiedergabe verfügen. Beim Display des iPad mini Retina hat man diesbezüglich aber wohl ein wenig geschlafen – zumindest zeigt sich im Vergleich der Displays der drei aktuellen Kompakt-Tablets aus den Häusern Apple, Google/Asus und Amazon ziemlich deutlich, dass das iPad mini Retina in relevanten Disziplinen nicht die Nase vorn hat.

Die Experten von Displaymate analysierten die Screens der drei Tablets nach diversen Gesichtspunkten wie User-Experience, Pixel- und Farbdichte, Farbechtheit, Helligkeit und seitlichen Blickwinkeln. Gemäß der Messwerte liegt Amazons aktuelles 7 Zoll-Tablet Kindle Fire HDX 7 noch vor dem Nexus 7 (2013) (Test) und dem iPad mini Retina. Die Qualitätsunterschiede zwischen den beiden Android-Tablets sind nach Angaben von Displaymate nicht erheblich – das 7,9 Zoll Display des iPad mini Retina hingegen schwächelt trotz seiner ultrahohen Auflösung von 2.048 x 1.536 Pixeln in einer relevanten Disziplin, die für ein Premium-Tablet mit einem Peisschild ab 389 Euro (für die 16 GB WiFi-Variante) indiskutabel sei: Der Farbgamut, also die Menge aller Farben die innerhalb des sRGB-Farbraums dargestellt werden können, soll enttäuschend sein. Dieser Wert ist allerdings relevant, wenn es um die naturgetreue Wiedergabe von Fotos, Videos und anderen visuellen Medien geht.

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Wie erwähnt, genießt Apple eigentlich einen sehr guten Ruf, wenn es um die perfekte Farbwiedergabe und Kalibrierung geht. Beim aktuellen großen Bruder des iPad mini, dem iPad Air, hat Apple auch kleinlich genau auf den perfekten Farbgamut-Wert von 100 Prozent geachtet — wie auch schon bei den Vorgängern iPad 3 und 4. Beim iPad mini Retina liegt dieser Wert jedoch mit 62 Prozent nur auf dem gleichen Level wie bei seinem mini-Vorgänger mit 1.024 x 768 Pixel-Display. Die beiden Konkurrenzprodukte von Google/Asus und Amazon können wie Apples iPad mit 9,7 Zoll-Display mit einem Farbgamut von 100 Prozent glänzen.

Auch in anderen Display-Disziplinen liegen die beiden Android-Tablets vor dem Apple-Tablet: Zwar besitzen alle Modelle nahezu die gleiche Pixeldichte von circa 325 ppi, weshalb Nutzer mit dem bloßen Auge keine einzelnen Pixel erkennen können; bei der Helligkeit, die insbesondere für die Nutzung im Freien relevant ist, hat das Nexus 7 (2013) mit einem Wert von 572 cd/m2 vor dem Kindle Fire HDX 7 mit 494 cd/m2 und dem iPad mini Retina (414 cd/m2) die Nase vorn. Wenn es um den Reflektionsgrad der Displays geht, liegen alle drei auf dem gleichen Level, in Bezug auf Energieeffizienz kann sich das Nexus 7 (2013) erneut das Krönchen aufsetzen, was der sogenannten Low Temperature Poly-Silicon (LTPS)-Displaytechnologie zu verdanken ist – die trotz einer hohen Helligkeit, wenig Akku verbraucht. Auf Platz 2 rangiert in dieser Kategorie das Kindle Fire HDX 7, Schlusslicht ist in diesem Vergleich abermals das iPad min Retina, bei dem Apple auf Sharps IGZO-Technologie setzt.

In der zusammenfassenden Wertung liegt Amazons Kindle Fire HDX 7 knapp vor Googles Nexus 7 (2013) – Apples neuester mini-Streich rangiert auf Platz 3. Sicherlich ist das iPad mini trotz der mittelprächtigen Bewertung mit Sicherheit die erste Wahl, wenn jemand lieber iOS bevorzugt und auch die allgemeine Verarbeitung des Apple-Tablets ist über jeden Zweifel erhaben. Es zeigt sich aber in diesem Shootout, dass Android-Tablets, die zu einem vergleichsweise geringen Preis veräußert werden, in einigen Disziplinen inzwischen doch besser als Apples hochpreisige Hardware sind.

Quelle: Displaymate [via AndroidAuthority]

 

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