Design-Problem: iPad Pro & Pencil getoppt von Papier & Bleistift

Ansgar Warner 9

Das iPad Pro zielt mit Pencil & Adobe CC-App auch auf brainstormende Designer: die nutzen aber bisher lieber Papier & Bleistift. Chance oder Problem für Apple?

Design-Problem: iPad Pro & Pencil getoppt von Papier & Bleistift

Zwischen Fashion Brand (siehe Apple Watch Hermès) und Status-Symbol (siehe iPhone 6s) will Apple seine Produkte auch als Kreativ-Tools vermarkten – neuer Höhepunkt dieser Strategie ist das 13 Zoll große iPad Pro mit hochauflösendem Retina-Screen und dem druck- und lagesensitiven Zeichenstift Pencil. Nicht zufällig wurde während des großen Apple-Events am letzten Mittwoch das Zusammenspiel von Tablet, Stylus und Adobes Brainstorming-App CC demonstriert.

Doch wie empfänglich ist die Kreativ-Szene für solche neuen Werkzeuge? Zwei Drittel der Web- und Digital-Designer nutzen bisher in der ersten Entwurfsphase eine traditionellere Technologie: Papier und Bleistift. Zu verdanken haben wir diese Erkenntnis Khoi Vinh, dem Design-Chef von Adobe. Der zeichnet nämlich verantwortlich für den „Design Tools Survey“, einer Umfrage, in der Kreative nach ihren Tools für Aufgaben wie Prototyping, Wireframing oder Projektmanagement, aber eben auch Brainstorming befragt wurden.

iPad Pro mit Pencil und Keyboard: Hands-On-Video ansehen.

Während in späteren Arbeitsphasen Apps wie Sketch oder Adobe Illustrator brillieren, ausgeführt am Desktop oder auf einem Tablet, war das digitale Equipment am Beginn des Workflows offenbar nicht flexibel genug. Für Apple, wie auch Adobe, könnte das eine große Marketing-Chance sein: tatsächlich übersetzt CC einfache Zeichengesten wie ein kritzeliges Rechteck oder einen mit schneller Hand skizzierten Kreis unmittelbar in entsprechende Standard-Objekte.

„Warum einen Menüpunkt auswählen, um einen Kreis zu erzeugen? Warum zeichnen wir ihn nicht einfach?“, so Koih Vinh zum Prinzip der App. Auch der Export der Entwürfe in Richtung InDesign u.ä. läuft problemlos. Ein Mehrwert, der für das iPad Pro und Pencil zum Türöffner werden könnte – wenn es tatsächlich gelingt, die Design-Community davon zu überzeugen, auf den Pencil 1.0 und Notebook 1.0 zu verzichten.

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