„Beam me up, Scotty“ – die Zweite: Das 10,1-Zoll-Tablet Lenovo Yoga Tab 3 Pro verfügt über einen eingebauten Beamer und High-End-Spezifikationen. Doch was hat diese ungewöhnliche Tablet-Kombo im Alltag auf dem Kasten? Wir haben es getestet.

 

Lenovo Yoga Tab 3 Pro

Facts 
Lenovo Yoga Tab 3 Pro

Fazit: Als Office- und Multimedia-Tablet eignet sich das Lenovo Yoga Tab 3 Pro-10 optimal. Auf Reisen überzeugt der Standfuß, ermöglicht er das Ansehen von Filmen und Serien sowie das Erledigen von Textarbeiten ohne Probleme und Handynacken. Im Privatbereich fasziniert der in abgedunkelten Räumen ausreichend scharfe und helle Projektor für Serien- und Film-Marathons sowie, um den Inhalt des Bildschirms schnell und einfach mit mehreren Personen auf großer „Leinwand“ zu teilen. Zudem überzeugen die überdurchschnittliche Akkulaufzeit und der Preis von 499 Euro.

Wer jedoch auf der Suche nach einem High-End-Tablet mit fantastischer Performance und Gaming-Features wie beispielsweise einer nativen Bildschirmaufnahme-Funktion ist, sollte lieber zum NVIDIA Shield Tablet K1 greifen, das zwar mit einer Bildschirmdiagonale von 8  Zoll ein kleineres Display besitzt, dafür aber deutlich performanter ist.

Pro
  • Beamer bietet echten Mehrwert
  • Überdurchschnittliche Akkulaufzeit
  • Brillantes WQHD-Display
  • Praktische Tabletständer mit Aufhäng-Funktion
  • Viele Sicherheits- und Feature-Updates
  • Geringe Ladezeiten
Kontra
  • Zu sensitives Touchscreen-Display
  • Unhandlich
  • Display etwas dunkel
  • Beamer nur in abgedunkelten Räumen nutzbar
  • Sound trotz JBL und Dolby Atmos durchschnittlich
  • Kamera nicht überzeugend

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Überlässt das Unternehmen Lenovo das Smartphone-Feld im europäischen Raum seiner Marke „Moto“, hält es gleichzeitig an seinen eigenen High-End-Tablets fest. Das Lenovo-Tablet Yoga Tab 3 Pro 10 ist die konsequente Fortsetzung der Tablet-Reihe mit Beamer und wurde von uns über mehrere Wochen getestet.

Lenovo Yoga Tab 3 Pro-10: Spezifikationen

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Betriebssystem Android 5.1 Lollipop
Display 10,1 Zoll, WQHD-Auflösung (2.560 x 1.600) (299 ppi)
Prozessor Intel Atom x5-Z8500 Quad-Core mit 2,26 GHz
Arbeitsspeicher 2 GB
Interner Speicher 32 GB (per microSD erweiterbar)
Kamera 13 MP rückseitig, 5 MP an der Vorderseite
Akkukapazität 10.200 mAh
Konnektivität Bluetooth 4.0, WiFi ac, GPS, Glonass; LTE optional
Besonderheiten integrierter 70 Zoll-Beamer, JBL-Sound

Die Software des Lenovo Yoga Tab 3 Pro im Test

Lenovo setzt beim Yoga 3 auf ein eigenes UI, das über Android liegt und mit ein paar nützlichen Zusatzfeatures aufwartet. In unserem Test konnte die Software durchweg überzeugen, wenn sie auch bei schnellen Menüwechseln oftmals Mikroruckler zeigt, was wohl der WQHD-Auflösung geschuldet ist. Derzeit findet sich Android 5.1 auf dem Gerät, das regelmäßig sowohl mit Sicherheits- als auch mit Feature-Updates versorgt wird. Während unseres Testzeitraums wurden beispielsweise die Einstellungen für den Beamer nachgebessert. Praktische Zusatzfeatures wie die Möglichkeit, Screenshots direkt bei der Erstellung zuzuschneiden, oder Benachrichtigungen direkt aus der Leiste zu blockieren, sind nur wenige von vielen kleinen Verbesserungen der Standard-Android-Oberfläche, die die Bedienung deutlich vereinfachen.

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Leistung

Benchmark Lenovo Yoga Tab 3 Pro-10 Samsung Galaxy S6 Huawei Mate S
AnTuTu 6.0.1
Gesamt
63.753 77.490 52.206
AnTuTu 6.0.1
3D
21.384 20.698 9.844
AnTuTu 6.0.1
UX
24.829 24.707 19.731
AnTuTu 6.0.1
CPU
23.189 25.809 17.643
AnTuTu 6.0.1
RAM
5.661 6.276 4.988
GFXBench 4.0.2
Manhattan ES 3.1 OnScreen
467,2 Frames
7,5 FPS
411,5 Frames
6,6 FPS
336,7 Frames
5,4 FPS
GFXBench 4.0.2
Manhattan ES 3.1 OffScreen 1080p
863,6 Frames
14 FPS
909,9 Frames
15 FPS
318,1 Frames
5,1 FPS
GFXBench 4.0.2
T-Rex ES 2.0 OnScreen
1.361 Frames
24 FPS
1.969 Frames
35 FPS
920 Frames
16 FPS
GFXBench 4.0.2
T-Rex ES 2.0 1080p OffScreen
2.357 Frames
42 FPS
2.512 Frames
45 FPS
858 Frames
15 FPS

Mit dem Intel-Prozessor Atom x5-Z8500 mit vier Kernen, die je mit bis zu 2,24 GHz rechnen, besitzt das Lenovo Yoga Tab 3 Pro einen potenten Prozessor, der es in Benchmarks mit Oberklasse-Geräten aufnehmen kann. Allerdings ist der Arbeitsspeicher mit 2 GB etwas klein bemessen und das Gerät schwächelt mit seiner WQHD-Bildschirmauflösung somit ab und an beim Gaming. So konnten wir bei Asphalt 8 leichtere Ruckler feststellen, was auf High-End-Smartphones nicht der Fall ist. Wer das Gerät als Multimedia-Tablet zur Bildbearbeitung, Streamen von Serien und Filmen sowie für Büroarbeiten nutzt, stößt jedoch kaum an die Grenzen des Geräts. Der Speicher misst 32 GB und kann mittels microSD-Karte nach Belieben erweitert werden.

Lenovo Yoga Tab 3 Pro im Test: Display

Das Lenovo Yoga Tablet 3 Pro-10 besitzt ein IPS-Panel mit einer Bildschirmdiagonale von 10,1 Zoll mit einer WQHD-Auflösung von 2.560 x 1.600 Pixeln. Das Display überzeugt in Sachen Farbechtheit, in puncto Helligkeit stößt es bei direkter Sonneneinstrahlung jedoch an seine Grenzen. So erhält man hohe Kontraste, kräftige aber nicht übersättigte Farben wie etwa bei AMOLED-Panels, jedoch ein etwas leuchtschwaches Display – letzterer Punkt fällt aber wirklich nur minimal und bei direkter Sonneneinstrahlung auf. Dank der WQHD-Auflösung erreicht das Gerät eine Pixeldichte von 299 dpi – Pixel zählen wird da fast unmöglich.

Verarbeitung und Haptik

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Auf der Front erblickt man das Display mit einem schwarzen Rahmen, der hinter einer Glasfassade steckt. Auf der rechten Seite prangt das Lenovo-Logo in Metallfarben im schwarzen Rahmen, die untere Seite mit dem integrierten Tabletsänder ist wie auch der komplette Rahmen des Geräts aus wertigem Metall gefertigt. Vorne sitzt am unteren Rand das Lochgitter für die Dolby-Atmos-Lautsprecher von JBL. Auf der Rückseite sind Kunstleder sowie der Tabletständer eingefasst, der mittels eines Druckknopfes in der Mitte ausgelöst werden kann. Die Aussparung für den Button lässt sich praktischerweise auch als Aufhänger benutzen – so hängt man das Gerät in Küche oder Bad bequem an einen Haken und beim nächsten längeren Aufenthalt ist auch dort für Unterhaltung gesorgt. Im wulstigen Tabletständer-Gelenk sitzt auf der linken Seite der Button zum Auslösen der Projektor-Funktion, rechts ist der Ein- und Aus-Button. Im Tablet-Ständer befindet sich außerdem der Projektor, zu dem wir gleich noch kommen.

Der Tabletständer erweist sich als echtes Multitasking-Talent: So lässt sich mit ihm das Gerät in liegender Position auf dem Rücken leicht anheben – in Verbindung mit einer Bluetooth-Tastatur optimal für Schreibarbeiten und zum Surfen. Ebenso lässt sich mit ihm das Lenovo Yoga Tab 3 Pro aufstellen und bietet dank des schwergängigen Gelenks optimalen Halt in jedem Winkel. Dank Kunstlederrückseite liegt das Yoga 3 Pro gut in der Hand, wenn auch das Gerät an sich aufgrund seines Gewichts von 665 Gramm für längeres Halten nicht geeignet ist und der dann seitlich liegende Schwerpunkt die bequeme Handhabe im Hochkant-Format fast unmöglich macht.

Lenovo Yoga Tab 3 Pro im Test: Das kann der Projektor

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Der Projektor projiziert sämtliche Bildschirminhalte und kann mittels des beweglichen Tabletständers bequem ausgerichtet werden. So ist es auch möglich, die Projektorlinse um 180 Grad zu drehen, womit dieser zur Decke zeigt. Das ermöglicht es, Serien und Filme bequem im Bett an die Decke projizieren und im Liegen anzusehen. Fokus und die Helligkeit sowie weitere Feinheiten können softwareseitig angepasst werden. Einen Hardware-Regler wie beim Vorgängermodell gibt es nicht – und das ist gut so. Wird das Bild gekippt, wird der Neigungswinkel automatisch angepasst, sodass das Bild nicht verzerrt wird.

Was kann der Projektor? Er löst mit 800 x 480 Pixeln auf – klingt im ersten Moment ziemlich wenig, ist jedoch bei typischer „Leinwand“-Distanz vollkommen ausreichend (die Pixeldichte liegt damit sogar höher als jene im Kino). Die maximale Diagonale wird mit 70 Zoll von Lenovo bemessen; bei einer Leuchtkraft von nur 50 Lumen sollte das jedoch als tatsächlicher Maximalwert in einem abgedunkelten Raum gesehen werden, da das Bild bei dieser Entfernung schon stark an Helligkeit verloren hat. Außerdem ist die Nutzung ausschließlich in dunklen Räumen zu empfehlen – dort bietet der Projektor jedoch eine ausreichende Schärfe sowie Leuchtkraft, um jede weiße Fläche zu einer Leinwand umzufunktionieren. Einen vollwertigen Projektor ersetzt das Tablet freilichh nicht, beim Wechsel auf das Diplay fällt der Leuchtkraft- und Schärfeunterschied zur Projektion deutlich auf.

Wer also einen Allzweck-Diener auch für Präsentationen und Co. sucht, wird enttäuscht – beispielsweise im Schlafzimmer und als portabler Projektor verrichtet das Lenovo Yoga Tab 3 Pro jedoch gute Dienste und kommt in etwa auf die Leuchtkraft anderer Mini-Beamer.

Sound

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Auch wenn die JBL-Lautsprecher mit Dolby Atmos-Siegel fantastische Soundergebnisse versprechen, so sind es eben doch nur Mobilgerätelautsprecher. Diese können dank des größeren Formats durchaus gegenüber regulären Lautsprechern von Smartphones einige Vorzüge wie beispielsweise verbesserten räumlichen Klang bieten, besitzen aber – wie erwartet – kaum Tiefen und können so keineswegs mit Lautsprechern selbst aus dem Low-Budet-Bereich mithalten. Dialoge werden dafür knackig scharf wiedergegeben. Bei der Nutzung des Beamers muss natürlich auch bedacht werden, dass die Stereolautsprecher nur dann zum Tragen kommen, wenn der oder gar die Nutzer direkt mittig vor dem Gerät sitzen, was wohl eher selten der Fall sein wird. Wer also den vollen Genuss bei der Nutzung als Heimkinosystem erleben möchte, sollte sich einen Bluetooth-Adapter zulegen und das Tablet mit seiner Soundanlage verbinden. Mit direktem Verbindungskabel (Klinke zu Chinch) hat man auch keine leichte Verzögerung wie bei Bluetooth zu befürchten, jedoch möglicherweise Kabelsalat durch das halbe Zimmer –  je nach Platzierung des Geräts.

Kameras

Kameras finden in Tablets kaum Anwendung, hat man doch meist deutlich potentere und aufgrund ihrer kompakten Größe einfacher zu verwendende Kameras in seinem Smartphone zur Hand. Wir haben die Kameras des Yoga 3 Pro dennoch einem Kurztest unterzogen: Bei geringer Beleuchtung schwächeln die 13 MP sowie 4,9 MP-Sensoren und zelebrieren gleichsam Bildrauschen, bei optimalen Lichtverhältnissen sowie im Vergleich zu anderen Tablet-Kameras wie beispielsweise der des NVIDIA Shield K1 liefern sie überdurchschnittliche, im Vergleich zu aktuellen Smartphone-Flaggschiffen unterdurchschnittliche Ergebnisse. Vor allem mangelt es an Kontrast, aber auch an Farbechtheit. Unsere Testfotos bei optimalen Testbedingungen wirkten blass und wenig ausbalanciert.

Akku

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Der 10.200 mAh starke Akku des Lenovo Yoga Tab 3 Pro-10 bringt das Tablet selbst bei intensivster Nutzung problemlos durch den Tag, auch bei der Nutzung der Beamer-Funktion in Verbindung mit einem Streaming-Dienst (in unserem Fall Netflix) läuft das Tablet problemlos 4 – 6 Stunden. Genug also, um einen Serienmarathon zu beginnen. Greift man nur auf das Display zurück und nutzt das Tablet intensiv, reicht eine Akkuladung ebenfalls problemlos für mehr als einen Tag – bei geringerer Nutzung ist deutlich mehr drin. Besonders toll: Trotz seiner riesigen Kapazität lässt sich der Akku dank des mitgelieferten 5,2 Ampere-Ladegeräts innerhalb von 2,5 Stunden problemlos aufladen.

Wertung zum Lenovo Yoga Tab 3 Pro

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 5/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 3/5
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Akku: 5/5
  • Kamera: 2/5*
  • Sonderpunkt für den guten Beamer

Gesamt: 87 %

* Die Wertung zur Kamera fließt bei Tablet-Tests nicht in die Gesamtnote ein.

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Lenovo Yoga Tab 3 Pro

11. Februar 2016

87/100 Punkte

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