Nexus 7: Das Neutrale

Kamal Nicholas 18

Die Kamera

Natürlich gibt es auch ein paar Dinge, auf die man beim Nexus 7 verzichten muss. Relativ neutral sehe ich persönlich die Abwesenheit einer Kamera auf der Rückseite. Fotos zu schießen sind generell mit dem Nexus 7, im Normalzustand des Tablets,  erst einmal nicht möglich. Mir persönlich ist das nicht wichtig, da ich mit meinem Tablet keine Fotos/Videos machen will (das finde ich irgendwie überflüssig), und wenn man unbedingt Videotelefonie nutzen will, kann man das mit der vorderen Kamera ja tun. Wenn es aber wirklich gar nicht ohne Kamera zum Fotografieren geht, besteht die Möglichkeit, ganz einfach mit Hilfe der App Camera Launcher for Nexus 7 die Kamera ganz einfach zu aktivieren.

Nexus-7

Der Prozessor

Obwohl der Tegra-3 Prozessor einer der großen Stärken des Nexus 7 ist, bringt das auch einen kleinen Nachteil mit sich, der allerdings eher auf Seiten der App-Entwickler als auf Seiten von Google/ASUS oder Nvidia zu suchen ist. Derzeit sind im Play Store einige Apps zu finden, die als normale und als THD-Version zu haben sind. Diese THD-Versionen sind speziell auf Tegra-3 Prozessoren ausgelegt, da die Grafik hier etwas mehr zu bieten hat. Leider ist es dabei oftmals so, dass die HD-Version zusätzlich noch gekauft werden muss, auch wenn die normale Version der App bereits (falls nötig) bezahlt wurde. Hier sollten die Entwickler sich eine Alternative überlegen, bei der Käufer einer App auch immer automatisch die HD-Version einer App bekommen, egal ob diese erst nachträglich angeboten wird.

Der Akku

Die Sache mit der Batterie bei Smartphones und Tablets ist ja immer so eine Sache. Vor allem hängt die Betriebszeit von der eigenen Nutzungsart ab. Eingebaut ist im Nexus 7 ein Akku mit 4325 mAh, der bis zu 8 Stunden bei aktiver Nutzung halten soll, so der Hersteller. Im Verlaufe meines Tests bin ich durchaus mit der Akku-Leistung zufrieden, natürlich kann man den Akku an einem Tag komplett entleeren, im Normalfall übersteht dieser bei mir aber problemlos 2-3 Tage, bevor ich wieder aufladen muss. Mit der demnächst verfügbaren UMTS-Version des Nexus 7 wird sich das aber voraussichtlich um einiges reduzieren, da dieses recht Energie-hungrig ist. Aber man kann ja nicht alles haben, nicht wahr?

Nexus 7: Das Wider

Der fehlende microSD-Kartenslot

Es ist so eine Sache: Google selbst argumentiert diesen fehlenden Steckplatz als Vorteil, da Nutzer so nicht mehr „verwirrt“ werden. Allerdings ist diese Entscheidung irgendwie auch nicht so richtig zeitgemäß. In Zeiten von immer größeren Datenmengen und immer umfangreicheren Spielen mit bis zu 2 GB Daten sind 16 bzw. 32 GB doch relativ schnell ausgereizt. Dazu kommen Filme, Musik, Fotos etc. Und natürlich will man diese Dateien nicht immer über ein Cloud-Angebot wie Google Drive oder Dropbox abspeichern und synchronisieren müssen, da die Daten ja im Idealfall direkt auf dem Gerät abgelegt werden können. Die Möglichkeit, sein Tablet mit einer Speicherkarte zu erweitern, halte ich deshalb für eine rein  vorteilhafte (beim Smartphone etwa ist mir das weniger wichtig, da ich dort andere Inhalte nutze).

Das fehlende haptische Feedback

Mit einer digitalen Tastatur zu schreiben ist schon eine Sache für sich. Glücklicherweise bieten die meisten Geräte die Möglichkeit eines haptischen Feedbacks in Form von Vibration, die dem Nutzer verdeutlicht, dass man gerade etwas eingetippt hat. Nicht so beim Nexus 7. Und das nervt mich wirklich. Aber nicht nur beim Schreiben ist das seltsam. In Zeiten von vibrierenden Konsolen-Controllern ist man als Gamer auch mittlerweile daran gewöhnt, dass beim Zocken das in der Hand gehalten Gerät sich vibrierend zu Wort meldet. Darauf muss man beim Nexus 7 leider auch verzichten.

Der Arbeitsspeicher

Vor allem der Tegra-3 Prozessor macht das Nexus 7 als mobiles Spiele-Gerät sehr interessant. Bisher ist der Arbeitsspeicher mit 1 GB RAM auch ausreichend. Doch natürlich wird sich hier in Zukunft einiges tun und bereits die neueste Generation von Smartphones liefern 2 GB RAM. Wer sich ein neues technisches Gerät kauft, will selbstverständlich auch das Gefühl haben, dass dieses mindestens das nächste Jahr auch noch einigermaßen aktuell ist.

Die Lautsprecher

Hier macht sich schnell der Preis des Nexus 7 bemerkbar. Klar, von Lautsprechern an einem Tablet sollte man generell nicht zu viel erwarten, es sind ja Tablet-Lautsprecher, aber die des Nexus 7 klingen leider besonders blechern. Auch hiermit komme ich persönlich allerdings ganz gut klar, da ich eher einen Kopfhörer anschließen als mich mittels solch kleiner Lautsprecher beschallen zu lassen.

Die Anschlüsse

Mit nur einem microUSB-Anschluss und dem Eingang für den Kopfhörer ist das Nexus 7 wirklich nur sehr spärlich ausgestattet. Auch das ist für mich zwar kein Drama, ein HDMI-Anschluss zum Übertragen von Bilder etc. an einen Fernseher wäre dann aber doch wünschenswert. Doch auch hier ist ganz klar wieder der Preis in Relation zu ziehen. Für meine Verwendungszwecke ist das Nexus 7 mit den vorhanden Anschlüssen ausreichend ausgestattet, wer aber noch mehr will, muss eben etwas mehr zahlen.

Nexus-7

Nexus 7 Testbericht: Mein Fazit

Für 199 Euro (16 GB), 249 Euro (32 GB) oder 299 Euro (32 GB + UMTS-Modul) bekommt man hier ein wirklich verdammt gutes Tablet angeboten, bei dem man zwar auf ein paar Funktionen und Eigenschaften verzichten muss, das sich aber nichtsdestotrotz sehr praktisch und zuverlässig im Alltag behaupten kann. Die Größe und die Leistung, das Design, die Verarbeitung und das reine Betriebssystem machen das Nexus 7 zu einem wirklich tollen kleinen Android-Tablet, das sich keinesfalls hinter der größeren und vor allem teureren Konkurrenz verstecken muss. Wer also auf der Suche nach einem anständigen und günstigen Tablet ist, ist mit dem Nexus 7 sehr gut beraten.

Ich werde in den nächsten 2 Wochen außerdem auch noch gezielt auf die Tegra-3 Zone und ein paar Spiele eingehen, die speziell für Nvidias Quad-Core Prozessor ausgelegt sind. Falls Ihr dazu irgendwelche Wünsche habt, lasst es uns wissen, damit wir uns das dann etwas genauer ansehen können.

Nexus 7 Bildergalerie:

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