Nokia N1: Tablet stammt von Foxconn, Finnen lizenzieren lediglich die Marke; Smartphones in Planung

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Nach der Übernahme der Handysparte durch Microsoft, droht Nokia in Vergessenheit zu geraten. Trotz erworbener Exklusivrechte plant Microsoft das Branding vorerst nicht zu benutzen. Der Präsident von Nokia Technologies, dem finnischen „Überbleibsel“, kündigte allerdings an, die eigene Marke in anderen Branchen an Partner zu lizenzieren. Das erste Produkt mit geleastem Nokia-Schriftzug wurde gestern bereits vorgestellt: Das Nokia N1 wird von Foxconn gebaut und vertrieben.

Nokia N1: Tablet stammt von Foxconn, Finnen lizenzieren lediglich die Marke; Smartphones in Planung

Nokia, der sinkende Stern am Mobile-Firmament, könnte bald wieder aufleuchten: Bei der Übernahme der Handysparte des finnischen Handypioniers, die erst im zweiten Quartal dieses Jahres abgeschlossen wurde, sicherte sich Microsoft die Mobilsparte des vormals größten Handyherstellers der Welt. Doch auch die Markenrechte an dem Schriftzug „Nokia“ wurden vom Konzern aus Redmond exklusiv lizenziert. Dem zurückgebliebenen finnischen Unternehmen ist es demzufolge bis zum vierten Quartal 2016 untersagt, Smartphones unter eigener Flagge zu verkaufen; bei Feature-Phones währt diese Beschränkung sogar für die nächsten zehn Jahre – trotz der Exklusivrechte ist das jüngste Lumia-Smartphone, das Microsoft Lumia 535, nicht mit mehr dem Nokia-Branding versehen.

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Besagte Exklusivrechte gelten allerdings lediglich in der Mobilfunk-Branche. Im Rahmen von Nokias Capital Markets Day kündigte Ramzi Haidamus, seines Zeichens Präsident von Nokia Technologies, an, dass man vorhabe, das eigene noch immer wohlbekannte Branding nebst eigenen Technologien in anderen Branchen an Unternehmen und Produzenten zu lizenzieren. Die Marke solle in relevanten Geschäften eingesetzt werden – angefangen auf dem Tablet-Markt: Das Nokia N1 läuft unter eigener Flagge, wird aber vom größten Auftrags-Produzenten der Welt und Apple-Lieferanten, namentlich Foxconn, gefertigt.

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Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters räumte Nokias Head of Products Sebastian Nystrom offen ein, dass es sich beim Nokia N1 um ein markenlizenziertes Produkt handle. Das einzige, was dabei aus Finnland stammt, ist die Marke und ein wenig Know-How in puncto Software. Fertigung, Vertrieb sowie Verkauf werden von Foxconn getragen. Allerdings heißt das nicht, dass wir nach Ablauf der Exklusivrechte keine Smartphones mehr von Nokia sehen werden, denn es „wäre verrückt, sich diese Gelegenheit nicht anzusehen“ meint Nystrom abschließend.

Allerdings äußerte sich John Kneeland, Product Manager bei Nokia, via Twitter dazu und meint, dass Design, Hardware und Software ausschließlich von Nokia konzipiert wurden; Foxconn sei lediglich ein gewöhnlicher Produzent im Auftrag des finnischen Unternehmens. Damit widersprechen sich zwei führende Funktionäre von Nokia, was letztendlich näher an der Wahrheit ist, bleibt unklar.

Quelle: Nokia, Reuters, John Kneeland @Twitter [via WinFutureThe Verge]

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