NVIDIA Shield Tablet vorgestellt: 8 Zoll-Gaming-Tablet mit externem Controller und Stereo-Frontlautsprechern

Frank Ritter 8

Nachdem zum vergangenen Wochenende hin bereits sämtliche Spezifikationen zum NVIDIA Shield Tablet geleakt waren, ist das Gerät gestern offiziell vorgestellt worden. Der 8-Zoller mit Tegra K1-Chip und externem Controller ist nicht etwa Nachfolger für den ersten Shield-Handheld, sondern begründet eine eigene Geräte-Familie.

NVIDIA Shield Tablet vorgestellt: 8 Zoll-Gaming-Tablet mit externem Controller und Stereo-Frontlautsprechern

Zocken ist allgegenwärtig auf Smartphones und Tablets. Die meisten Nutzer spielen dabei aber eher Casual-Titel im Stile von Flappy Bird oder Candy Crush Saga auf ihren Geräten. Aber Profi-Zocker wollen auch ein Tablet besitzen. Nvidia hat das erkannt und möchte mit seinen Produkten genauso Gaming-Enthusiasten im mobilen Sektor ansprechen wie mit den eigenen Grafikkarten im Desktop-Bereich. Bislang war NVIDIA mit den SoCs der Tegra-Reihe nur leidlich erfolgreich, im letzten Jahr brachten die Amerikaner aber immerhin den Gaming-Handheld Shield auf den Markt, einen Controller mit integriertem Bildschirm und Android-OS, das zusätzlich Spiele vom PC streamen konnte. Ein Achtungserfolg, der es aber leider nicht nach Europa schaffte.

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Nun will NVIDIA mit dem Shield Tablet weitere Erfolge im Bereich Mobile Gaming sammeln und vor allem Enthusiasten zufrieden stellen, die zwar einen Controller für ihre Android-Games haben wollen, aber auf einen größeren Bildschirm Wert legen als das 5 Zoll Display des letztjährigen Shield-Handhelds. Die Chancen stehen gut, denn technisch scheint das Gerät, zumindest auf dem Papier, hervorragend.

NVIDIA Shield Tablet: die Hardware

Neben einem IPS-Display mit 8 Zoll-Diagonale in der Full HD-fähigen Auflösung von 1.920 x 1.200 bietet das Gerät einen Tegra K1-Prozessor mit 2,2 GHz Maximaltakt und vier ARM Cortex-A15-CPU-Kernen in einem offenbar gut verarbeiteten Metallgehäuse. Leistungsmäßig heraus sticht natürlich die GPU heraus, die 192 Shaderprozessoren mit NVIDIAs Kepler-Architektur besitzt und bislang unerreichte Grafikleistungen auf Android-Geräten verspricht. Laut NVIDIA erreicht das SoC in den meisten Grafik-zentrierten Benchmarks deutlich mehr Performance als Snapdragon 80x-Geräte, teils mehr als doppelt so viel.

Davon abgesehen verfügt das Shield Tablet über 2 GB RAM. Der interne Speicher richtet sich nach der Gerätevariante: Während das WLAN-only-Tablet lediglich über 16 GB verfügt, besitzt die LTE-Variante 32 GB. Beide Versionen können per microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitert werden. Eine Mini HDMI 1.4a-Buchse ermöglicht die Grafikausgabe in 4K auf entsprechende Fernseher oder Monitore, der Akku misst 19,75 Wattstunden. Weitere nennenswerte Hardware-Eigenschaften sind WLAN mit einer MIMO-Doppelantenne, eine 5 MP-Rück- und eine 5 MP-Frontkamera, der „DirectStylus 2“ zum Malen auf dem Bildschirm und natürlich die Stereo-Frontlautsprecher, die dem Spieler eine überzeugende Klangkulisse entgegenschmettern sollen.

Weitere Merkmale, mit denen NVIDA sein Shield Tablet gegenüber der Konkurrenz differenzieren will, ist die Software. Neben Android 4.4 als Basis, das relativ unverändert zum Einsatz kommt, ist die Software komplett auf Gaming ausgelegt. Da wäre etwa der Gamepad Mapper zu nennen, mit dem man nicht optimierte Spiele dazu überreden kann, mit dem Shield-Controller zusammenzuarbeiten. Der Gamestream-Anbieter Twitch ist direkt integriert, außerdem die bereits vom Tegra Note bekannten Apps für den mitgelieferten Stylus. Neu ist ein Malprogramm, das echt wirkende Effekte wie Wasserfarbe, die auf Leinwand verläuft, auf den Bildschirm zaubern soll.

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In Sachen Spielen liefert NVIDIA über ein eigenes Shop-Frontend die Möglichkeit, neben nativen Android Games auch Spiele vom PC im selben Netzwerk zu streamen – zumindest wenn der PC mit einer Nvidia-Grafikkarte neuerer Bauart ausgestattet ist. Wie gewohnt gibt es aber auch neue Titel zu vermelden, die direkt auf den Shield-Geräten laufen. Trine 2 ist vorinstalliert, Zocker können sich bekanntermaßen seit einigen Wochen auch die Valve-Klassiker Half-Life 2 und Portal besorgen. Ein weiterer Launchtitel wird War Thunder sein, ein auf dem PC erfolgreicher Weltkriegs-Shooter mit Panzern und Kampfflugzeugen.

Der Shield Controller

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Separat erhältlich ist der Shield Controller. Er kostet rund 60 Euro und kommuniziert mit dem Shield Tablet über ein eigens entwickeltes WLAN-basiertes Protokoll, das für eine geringstmögliche Latenz sorgen soll. Aufgrund dessen ist der Shield Controller bislang auch nur mit Geräten der Shield-Reihe nutzbar, NVIDIA hat aber angekündigt, Support ins AOSP einzureichen, damit weitere Android-Geräte ebenfalls kompatibel gemacht werden können. Der ergonomisch wirkende Controller ist mit einem zu modernen Konsolen vergleichbaren Button-Layout ausgestattet, verfügt zusätzlich über Android-Standardbuttons, ein kleines Touchpad und ein Mikrofon. Mit letzterem lassen sich per Tastendruck Sprachbefehle einsprechen und ausführen, etwa zum Starten von Apps.

Außerdem ist ein Cover für das Shield Tablet erhältlich, das nach hinten geklappt als Kickstand verwendet werden kann. Das Cover soll rund 30 Euro kosten.

Shield Portable

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Der klassische Shield-Handheld soll unter dem Label Shield Portable weiterleben. Zu einem möglichen Hardware-Upgrade hat sich NVIDIA noch nicht geäußert, allerdings soll das 2013 auf den Markt gekommene Modell mit Tegra 4-SoC ein Update erhalten, das es Software-seitig auf denselben Stand bringt wie das NVIDIA Shield Tablet.

Preis und Verfügbarkeit

Das NVIDIA Shield Tablet soll noch im August erscheinen, unter anderem auch in Europa. Die WLAN-Version mit 16 GB Speicher soll rund 300 Euro kosten, die LTE-Version mit 32 GB rund 380 Euro. Wir melden, sobald das Tablet verfügbar ist.

Quellen: NVIDIA-PM, Curved, Android-User

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