NVIDIA Shield Tablet: Android 5.0 Lollipop-Update wird verteilt – unser erster Eindruck

Frank Ritter 9

NVIDIA hat heute sein Android 5.0 Lollipop-Update für das Shield Tablet freigegeben. Wir konnten das Update bereits einige Tage in einer Vorab-Version testen und teilen unseren ersten Eindruck.

NVIDIA Shield Tablet: Android 5.0 Lollipop-Update wird verteilt – unser erster Eindruck

Das Shield Tablet von NVIDIA ist ein in mehrerer Hinsicht ungewöhnliches Gerät. Zum ersten, weil es ein Tablet für den Consumer-Markt ist, das von einem Chiphersteller gefertigt wird. Zum Zweiten, weil es konzeptionell auf Games ausgerichtet ist und auch als Spielkonsole verstanden werden kann. Zum Dritten, weil es mit einem überwiegend naturbelassenen Android läuft und der Hersteller schnelle Updates verspricht.

Das erste Android 5.0-Tablet mit Mobildatenverbindung

Quod erat demonstrandum: NVIDIA liefert ab sofort das Android 5.0 Lollipop-Update aus – und das ist durchaus bemerkenswert, denn bislang hat nicht einmal Google alle Nexus-Geräte mit dem Update versehen. So ist dann auch das Shield Tablet in der uns vorliegenden LTE-Variante das erste Tablet mit mobiler Datenkonnektivität überhaupt, das offiziell auf Android 5.0 Lollipop läuft.

Anlässlich dieses Ereignisses hat uns NVIDIA mit einem Shield Tablet, das das Update bereits vorab erhielt, und jeder Menge Zubehör ausgestattet. In einem umfangreichen Testbericht werden wir in Kürze klären, wie gut das Tablet in der Praxis ist. Einstweilen wollen wir aber schon einmal einen kurzen Einblick in das Shield Tablet mit Android 5.0 Lollipop geben.

Das Shield Tablet, ein Beinahe-Nexus

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Das NVIDIA Shield Tablet ist weiterhin mit keiner vom Hersteller modifizierten Oberfläche ausgestattet. Das bedeutet, wir haben es hier mit einem reinen Android 5.0 Lollipop nach Googles Lesart zu tun. Und das ist – sieht man mal von einigen OS-spezifischen Kinderkrankheiten ab – eine runde Sache. Notabene: Die neue Laufzeitumgebung ART ist natürlich bereits aktiv, die Vollverschlüsselung des internen Speichers hingegen noch nicht – diese muss vom Nutzer händisch und zweitaufwändig aktiviert werden, ähnlich wie bei allen Nexus-Geräten, die nicht vom Start weg mit Android 5.0 ausgestattet, sondern aktualisiert wurden.

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Im Standard-Betrieb läuft das Gerät absolut rund, kleine Stotterer gab es höchstens dann zu beobachten, wenn im Hintergrund Apps aktualisiert wurden. Das OS lief auch stets stabil, lediglich bei einer von mehreren Probe-Partien Half-Life 2 gab es einen Absturz – ob’s an dem Spiel, dem OS oder der Hardware lag, ist schwer zu beurteilen. Erstes Fazit: Alles flüssig, alles rund – so muss das sein.

Zusätzlich zu Stock Android liefert NVIDIA einige kleine erweiterte Features mit. Über eine Kachel in den Quick Settings kann man einen Vollbild-Modus auswählen, der Status-Leiste und Software-Buttons entfernt – diese können wie im Immersive Mode durch Hereinwischen wieder angezeigt werden. Außerdem beherrscht das Gerät im so genannten Konsolen-Modus nun 4K-Ausgabe über den HDMI-Ausgang. Wer einen entsprechenden Monitor oder Fernseher besitzt, kann Inhalte somit also auch in der wahnwitzigen UHD-Auflösung genießen.

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Dabbler 2.0: Material Design, aber recht kleine Buttons (das gezeigte Werk ist eine Gemeinschaftsarbeit des Autors und seiner dreijährigen Tochter)

Außerdem wurden einige Apps aktualisiert. Die mit dem mitgelieferten Stylus nutzbare Zeichen-App Dabbler besitzt in Version 2.0 die Fähigkeit, mit Ebenen zu arbeiten und einige Material Design-Elemente. Wir hatten allerdings ein paar Probleme mit der App, insbesondere was das Aufrufen der Seitenmenüs anging. Hier musste man mitunter mehrere Male auf den kleinen Kreis links oder rechts unten drücken, bis das entsprechende Menü aufsprang – außerdem sind die Symbole nicht allzu eingängig und die App lässt das Gerät recht schnell heiß werden.

Android Gaming auf einer neuen Stufe

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In Sachen Gaming hat NVIDIA seinen Shield Hub überarbeitet, und das Redesign ist gelungen. In der Games-Zentrale finden sich neben installierten Android-Spielen auch die PC-Spiele vom lokalen Rechner, die man per Gamestream spielen kann sowie die GRID-fähigen Spiele aus der Cloud. GRID war auf unserem Gerät noch nicht freigeschaltet, in Ermangelung eines Dualband-fähigen Routers (NVIDIA empfiehlt den Einsatz im 5 GHz-Band für Gamestream) konnten wir auch Gamestream noch nicht testen – werden das aber für den Test natürlich nachholen.

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Der Shield Hub ist die Games-Zentrale auf dem Shield Tablet

Den von uns getesteten Android-Games (Sonic CD, Half-Life 2, GTA: San Andreas) können wir aber schon einmal bescheinigen, dass diese wirklich fantastisch laufen. Sowohl in Sachen Performance, was angesichts der leistungsfähigen GPU mit 192 Kepler-Shadern nicht verwundert – als auch in Bezug auf den praktisch nicht vorhandenen Input-Lag. Denn während Bluetooth-basierte Controller stets eine kleine Verzögerung besitzen, die man in vielen Spielen durchaus merken kann, verwendet der Shield Controller ein NVIDIA-eigenes WiFi-basiertes Protokoll, das absolut verzögerungsfrei funkt.

Lollipop-Update steht bereit

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Nvidia-Shield-Tablet-Screenshot-About-Tablet

NVIDIA hatte das Update für heute versprochen – und scheint dieses Versprechen einzuhalten. Nutzer im XDA-Forum berichten, dass das Update sowohl auf der LTE- als auch der Wifi-Version ausgeliefert wird; auch wir haben eine rund 700 MB große Aktualisierung von der Preview auf die normale Android 5.0 Lollipop-Firmware zur Installation angeboten bekommen. Wir empfehlen Shield Tablet-Besitzern, unter EinstellungenÜber das TabletSystem-Aktualisierung zu überprüfen, ob der OTA-Download bereits angeboten wird.

Unser erster Eindruck zum NVIDIA Shield Tablet ist überaus positiv. Dank des flinken Updates auf Lollipop und der hervorragenden Performance mausert sich das Tablet zur ernstzunehmenden Nexus 9-Alternative. Ob dieser erste Eindruck der Realität standhält oder das Shield Tablet nur für Gamer mit NVIDIA-Affinität sinnvoll ist, klärt in Kürze unser Testbericht.



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