NVIDIA Shield Tablet im Test: Android-Tablet mit Spiele-Fokus

Jens Herforth 4

NVIDIA-Shield-Tablet-2

Bei der Leistung trumpft das Shield Tablet auf. Der Tegra K1-Prozessor überzeugt performance-mäßig und sorgt im Verbund mit Android 5.0 Lollipop für flottes Arbeiten in Apps. In Benchmarks brilliert das Gerät vorwiegend bei der GPU-Leistung, also im 3D-Grafik-Bereich. Wir haben einige der Benchmarks vor und nach dem jüngsten Update laufen lassen.

3D Mark

  • Vor dem Update: 28.100
  • Nach dem Update: 31.935

Quadrant Benchmark

  • Vor dem Update: 53.448
  • Nach dem Update: 453.434

(die Werte von Quadrant sind sehr stark von erratischen Faktoren abhängig und sollten nicht zu ernst genommen werden)

AnTuTu Benchmark

  • Vor dem Update: 53.448
  • Nach dem Update: 56.034

CF-Bench

Nach dem Update:

  • Native Score: 60.358
  • Java Score: 56.169
  • Overall Score: 57.844

GFXBench

Nach dem Update:

  • Manhattan Onscreen: 1.852
  • 1080p Manhattan Offscreen: 1.957
  • T-Rex Onscreen: 3.097
  • 1080p T-Rex Offscreen: 3.386

Nativ unter Android laufende A-Games wie Trine 2, GTA: San Andreas oder die exklusiv für NVIDIA-Geräte verfügbaren Valve-Titel Portal und Half-Life 2 laufen durchweg flüssig. Ein Kritikpunkt bei den Valve-Titeln sind jedoch die hohen Ladezeiten. Wenn Half-Life 2 jedoch erst einmal gestartet ist, dann läuft es auch rund. Lediglich, wenn das Gerät im Hintergrund Apps aktualisiert, ruckeln Spiele auf dem Shield Tablet. Etwas mehr Arbeits- oder schnellerer Flashspeicher hätten dem entgegenwirken können. Aber auch das ist Meckern auf hohem Niveau: Wer hätte noch vor zwei Jahren geglaubt, dass Spiele wie die Valve-Klassiker oder GTA: San Andreas überhaupt je auf mobilen Android-Geräten laufen würden?

NVIDIA Shield Tablet "First Start".

Das Display des NVIDIA Shield Tablet

Das IPS-Display mit seiner 8-Zoll-Diagonale ist insgesamt gut ausgeleuchtet, in drei von vier Ecken sind aber bei einem dunklen Gesamtbild kleine Lichthöfe zu sehen. Oben links, unten links und unten rechts strahlen die LED-Leisten ein wenig in das Bild hinein. Das in WUXGA (1.920×1.200) auflösende, also Full HD-fähige IPS-Panel besitzt bei einer Bildschirmdiagonale von 8 Zoll und 16:10-Bildverhältnis die gute Pixeldichte von 283 ppi und stellt Inhalte knackig scharf dar. Der Kontrast ist gut, wenngleich natürlich nicht so überzeugend wie die von AMOLED-Panels. Die maximale Helligkeit ist nach unserem Dafürhalten überdurchschnittlich, bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt das Display aber leider recht stark. Wer draußen zocken möchte, sollte sich also ein schattiges Plätzchen suchen.

Die Software im NVIDIA Shield Tablet

NVIDIA hat das Shield dezent angepasst. Eigentlich bekommt man hier ein Nexus-Tablet geliefert, denn Android 5.0 Lollipop ist in seiner Form praktisch komplett unangetastet, außerdem hat NVIDIA bislang für überraschend zeitnahe Updates gesorgt. In den Einstellungen findet man zusätzlich die „Shield Energiesteuerung“, mit der man das Gerät auf optimale Leistung oder in einen einen Stromsparmodus schalten kann. Selbst einzelne Apps kann man hier höher priorisieren – praktisch! Das Shield Tablet ist zudem mit einem Stylus ausgestattet. Damit können Spiele wie Hearthstone gespielt oder Skizzen und Zeichnungen direkt am Tablet gestaltet werden. Mitgeliefert wird die in puncto UI etwas verwirrende App Dabbler, bei deren Benutzung sich das Gerät stark erhitzt. Der Stylus war für uns im Test eher ein Gimmick; ein Grafiker wird sich wohl auch kein Shield Tablet kaufen um darauf zu zeichnen – auch wenn das prinzipiell ordentlich funktioniert. Dazu kommen ein paar zusätzliche Apps, insbesondere das Spiel Trine 2, Twitch-Streaming und die Shield-Apps (Shield Hub, Shield Konsolenmodus, Shield Hilfe, Shield Controller).

Shield Hub / NVIDIA Grid / GameStream

Vorab: NVIDIA konnte mich kurze Zeit für den Gamestreaming-Dienst GRID freischalten. Deutschland wird erst in einigen Wochen offiziell für diesen Service freigeschaltet wird, bis Mitte des Jahres wird man ihn dann kostenlos nutzen können. Er funktioniert im Grunde nicht anders als Filmstreaming-Dienste wie Amazon Instant Video oder Netflix. Man sucht sich im GRID Hub eines der zahlreichen unterstützen Spiele aus (Darksiders 1 und 2, GRID 2, Batman Arkham Asylum, Saints Row 3 und weitere und kann sofort zu spielen beginnen. Das Spiel selbst befindet sich dabei auf einer NVIDIA-Serverfarm und wird per „Livestream 2.0“ an das Shield-Tablet gesendet. Die Eingabe-Latenz ist dabei relativ gering, sofern man nicht gerade über die heimische WLAN-Leitung schwere Up- und Downloads laufen lässt. Bei einem kleinen Test auf meinem Sofa habe ich meiner Freundin den Controller in die Hand gegeben, Ultra Street Fighter 4 gestartet und sie nicht mehr davon los bekommen. Man sah zwar einige Artefakte im Stream (Grafikfehler bei der Übertragung der Inhalte), wir hatten aber auch ein Spiel von US-Servern geladen – wie das Ganze mit europäischen Servern aussieht, konnten wir derweil noch nicht testen.

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Dann gibt es noch NVIDIA GameStream. Wer einen Rechner mit NVIDIA GTX Grafikkarte besitzt, kann auch lokale PC-Spiele auf das Tablet streamen und sie gar per HDMI auf dem Fernseher wiedergeben, um z.B. Borderlands 2 auf einem 55 Zoll-Fernseher zu genießen, wenn auch nur in 720p. Zusammen mit dem direkt unterstützten Big-Picture-Mode von Steam ergeben sich so tolle Möglichkeiten zum Zocken, beinahe wie Konsolen-Ersatz. Aber: Sowohl für den GRID-Einsatz als auch beim lokalen Streaming ist ein Router, der das 5 GHz-Band nutzt, empfehlenswert.

Auf der nächsten Seite: der Controller und weitere Features.

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