NVIDIA Shield Tablet im Test: Android-Tablet mit Spiele-Fokus

Jens Herforth 4

NVIDIA-Shield-Tablet-3-Controller

Das zweite Glanzstück des NVIDIA Shield stellt der separat oder im Bundle erhältliche Controller dar. Er erinnert optisch stark an eine etwas klobigere Version des Xbox-Controllers, bei der Steuerkreuz und linker Analogstick vertauscht sind. Er ist nicht zu schwer, besitzt ein Touch-Feld, drei typischen Buttons: Zurück, Home, Play/Pause, separate Lautstärketasten, einen Akku und sogar einen separaten Klinken-Eingang. Der Controller ist hochwertig, verbindet sich schnell mit dem Tablet und die Akkulaufzeit hält gefühlt ewig. Dafür ist er insgesamt etwas bullig und die Analog-Sticks klacken laut beim Spielen (so auch die Kritik der GIGA GAMES Kollegen). Die Druckpunkte wirken ebenfalls nicht ganz so hochwertig wie bei der Konkurrenz von Sony und Microsoft. Die Aufnahmefunktion für Spiele findet man außerdem nur, wenn man den Zurück-Button lange gedrückt halt – wer kam denn auf diese Idee?

NVIDIA Shield Controller bei Amazon*

Schade ist außerdem, dass der Controller (bisher) nur mit dem Shield Tablet läuft. Man stelle sich vor: Eine separate App auf dem Fire TV, einem anderen Smartphone, per MHL oder Chromecast mit dem Fernseher verbunden, der GRID-Service per App als Quelle für Triple-A-Spiele und NVIDIA befindet sich ganz plötzlich in Millionen Haushalten neben Xbox und PlayStation. Der Grund für die Einschränkung ist technischer Natur: Der Controller ist nicht etwa per Bluetooth, sondern per Wifi-Direct mit dem Tablet gekoppelt, das Protokoll zur Verbindung ist proprietär.

Kamera-Leistung des NVIDIA Shield Tablet

Das Shield Tablet hat zwei 5 MP-Kameras verbaut. Für Schnappschüsse reichen die aus, mehr sollten man hier nicht verlangen. Die Frontkamera kann bedenkenlos als Web-Cam für Twitch-Gameplays genutzt werden, das sieht auf dieser Größe schon ausreichend gut aus. Videoaufnahmen sind nicht besonders gut, Lichtquellen überstrahlen, der Weißabgleich verändert sich von Fotos auf Videos und die Farben sind blass. NVIDIA setzt außerdem auf die App „Camera Awesome“. Die bietet ein paar nette Zusatzfeatures, bei HDR-Fotos stürzt die Anwendung aber gern mal ab, normale Bilder sind kein Problem. Eine alternative Kamera-App kann hier Abhilfe schaffen – falls man ein Tablet denn wirklich für Schnappschüsse nutzen möchte.

Lautsprecher und Sound

NVIDIA schmettert das akustische Spielgeschehen dank Frontlautsprechern direkt dem Nutzer entgegen – im Landscape-Modus gar in Stereo. Die Lautsprecher klingen klar und deutlich, übersteuern nur leicht auf höchster Lautstärke, mittlere und hohe Töne werden aber immer gut wiedergegeben. Bei tieferen, basslastigen Musikstücken oder Spielen (zum Beispiel die Dubstep-Stücke bei Borderlands) fehlt ein wenig der Resonanzkörper. An HTCs BoomSound kommt das Gerät nicht ganz heran, dennoch klingt das Shield Tablet richtig gut und macht auch ohne Kopfhörer Spaß.

Akkuleistung des NVIDIA Shield Tablet

5.200 mAh fasst der Akku des NVIDIA Shield Tablet. Für ein 8-Zoll Tablet eigentlich ok, doch mit 9,2 mm Tiefe hätten wir mehr erwartet. Dieses Tablet ist darauf ausgelegt oft unter hoher Last aktiv zu sein und grafisch aufwändige Inhalte darzustellen. Dafür hält das Shield Tablet aber ordentlich durch. Zwischen drei und vier Stunden On-Screen Zeit habe ich mit mehreren Spielen verbracht. Anfangs waren es gern mal zwei Stunden während einer Bahnfahrt mit aktiver SIM-Karte und ständigem Wechsel der Empfangsverhältnisse. Mittlerweile wirkt es so, als habe sich das System eingespielt; Lollipop tut dank Project Volta sein übriges. Für ein Tablet hat das Shield eine mittelmäßige Laufzeit. Für ein Gerät, auf dem leistungshungrige Spiele wie Half-Life 2 und Co. problemlos laufen, finde ich die Laufzeit ist das aber trotzdem ausreichend gut.

NVIDIA Shield Tablet Unboxing.

Auf der nächsten Seite: unser Fazit zum NVIDIA Shield Tablet.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

* Werbung