NVIDIA Shield Tablet im Test: Android-Tablet mit Spiele-Fokus

Jens Herforth 4

Ich bin kein großer Freund von Tablets, dementsprechend skeptisch war ich beim Test des Shield Tablets. Mit all seinen Features, dem greifbaren Mehrwert bei der Verwendung anderer NVIDIA-Produkte, dem hochwertigen Controller und der insgesamt guten Erscheinung machte das Tablet jedoch einen guten Eindruck.

Die Anfangsphase war durch vermehrte Ruckler geprägt, der Akku hielt nur mäßig, Half-Life 2 brauchte rund eine Minute, um zu laden und der Touchscreen reagierte nicht immer sofort beim Entsperren. Dazu kommen die schlecht bedienbaren Power- und Lautstärketasten, sowie der fummelige SD- und SIM-Slot.

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Zwei Updates später hält der Akku immerhin länger, die Performance ist butterweich und die Startzeit großer Spiele liegt bei unter 30 Sekunden. GameStream funktionierte von Anfang an super, nur bei lokalen Steam-Titeln weiß das System oft nicht, ob der User gerade eine Tastatur oder einen Controller aktiv nutzt. Da sollte NVIDIA nochmal auf die Entwickler zugehen. Die größte Erkenntnis im Test war jedoch, dass das Online-Streaming von Spielen funktionieren kann und durchaus Potential hat. Sollte NVIDIA GRID in naher Zukunft auch bei uns offiziell starten, könnte sich eine völlig neue Art des Spiele-Konsums etablieren – insbesondere, wenn man in Erwägung zieht, dass der Hersteller die Streaming-Features zukünftig auch mit den eigenen Desktop- oder Notebook-Grafikchips bündeln könnte.

Für einen Preis von 379 Euro (32 GB, WiFi+LTE, ohne Controller) ist das Shield Tablet recht happig. Spätestens wenn GRID in Deutschland startet, ist der Preis aber berechtigt. Bei einigen Aktionen gab es das NVIDIA Shield Tablet in der Wifi-Version aber im Bundle mit Controller schon für 299 Euro. NVIDIA verkauft das Gerät in speziellen Bundles mit Zubehör immer mal wieder für 299 Euro – bei solchen oder vergleichbaren Preisen kann man definitiv zuschlagen.

Bleibt noch eine Frage zu klären: Nutzer, denen zeitnahe Updates und ein reines Android ohne starke Herstelleranpassungen wichtig sind, stehen derzeit vor der Wahl, ob sie zum Nexus 9 oder dem Shield Tablet greifen sollen. Ist das NVIDIA-Gerät nun also besser als das Nexus 9 (Test)? Ja, das ist es. Zumindest, wenn man auf dessen 4:3-Format verzichten und der hinzugefügten Games-Funktionalität etwas abgewinnen kann.

Unsere Wertung zum NVIDIA Shield Tablet

  • Display: 4/5
  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 5/5
  • Audio: 4/5
  • Kamera: 2/5*
  • Konnektivität und Speicher: 5/5**
  • Akku und Alltag: 4/5
  • Bonus: GameStream + Grid: +1

Gesamt: 88 %

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Anmerkungen zur Wertung

* Die Kamera-Leistung ist für ein Tablet weniger relevant, deswegen fließt sie nur mit halber Gewichtung in die Wertung mit ein.
** Bezogen auf die LTE-Version.

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