Samsung Galaxy Tab 10.1 vs. iPad 2: Ring frei zum Tablet-Vergleich

Amir Tamannai 83

Auch wir können und wollen die Augen nicht davor verschließen, dass Apple und ein wiederauferstandener Jesus Steve Jobs gestern das iPad 2 der Weltöffentlichkeit vorgestellt haben. Während der Präsentation gab es viel Häme für die „Trittbrettfahrer“ von Google, Samsung und Co., ein falsches Zitat vom Samsung-Chef und natürlich (gerechtfertigtes) Lob für das „alte“ iPad und Anpreisungen für dessen Nachfolger. Nun scheint uns ein Vergleich angebracht: Wie schlägt sich das iPad 2 auf dem Papier gegen das Galaxy Tab 10.1?

Samsung Galaxy Tab 10.1 vs. iPad 2: Ring frei zum Tablet-Vergleich

Das iPad 2 gegen alle kommenden Android-Tabets antreten zu lassen, scheint etwas zu unübersichtlich und so haben sich die Kollegen von pocket-lint.com sich exemplarisch für das Galaxy Tab 10.1 als Vertreter für die Honeycomb-Geräte entschieden — bestimmt nicht zuletzt, weil Samsung auf dem gestrigen Apple-Event die direkteste Kritik einstecken musste.

Der Formfaktor

Dunn, dünner, iPad 2 — die Schlankheit des Apple-Tablets ist wirklich atemberaubend: Nur 8,8 Millimeter misst das Gerät von Vorder- zu Rückseite und ist damit sogar schmaler als das iPhone 4! Das Galaxy Tab 10.1 erscheint dagegen mit seinen 10,9 Millimetern beinahe schon fett. Dafür ist es zwar 14 Gramm leichter (599 g zu 613 g), der Punkt für das beeindruckendere Äußere geht aber dennoch an Apple.

Das Display

Das Galaxy Tab 10.1 schlägt zurück: Apple bleibt mit dem LCD-Display des iPad 2 bei der hergebrachten Auflösung von 1024 x 800 Pixeln. Das ist deutlich weniger als die 1280 x 800 Pixel auf dem TFT-Screen des Samsung Tablets. Außerdem hält Apple auch beim iPad 2 an dem etwas eigenen Format des Screens fest.

Die inneren Werte

Ein Hauptargument auf der gestrigen Präsentation war die überragende Geschwindigkeit des iPad 2. Der verbaute A5 Dual Core-Hipsatz macht das Tablet doppelt so schnell wie seinen Vorgänger und soll ihm sogar zur 9-fachen Grafikpower des alten iPads verhelfen.

Diesbezügliche Benchmarkwerte stehen aktuell noch aus, es ist aber stark davon auszugehen, dass der im Samsung Galaxy Tab 10.1 werkelnde Tegra 2-Zweikern-Chip nicht langsamer als der A5 ist — nicht zuletzt, weil beide Chips der ARM Cortex-A9-Familie entstammen. In Sachen Power also vorerst ein Unentschieden.

Das iPad 2 kommt in den Festspeicher-Varianten 16 GB, 32 GB und 64 GB. Das Galaxy Tab 10.1 wird in einer 16 GB, einer 32 GB- und (noch unbestätigt)vielleicht ebenfalls in einer 64 GB-Version erscheinen — ein SD-Kartenslot bleibt beiden Tablets verwehrt. Mir persönlich wäre ein 16 GB-Tablet zu klein und auf einen SD-Slot möchte ich keinesfalls verzichten, insofern haben hier beide Geräte ein großes Defizit.

Konnektivität

Das iPad 2 kommt ohne 4G-Konnektivität. Das ist verschmerzbar, vor allem in unseren Breiten, wo der LTE-Standard ja noch in den Kinderschuhen steckt. Schwerwiegender ist allerdings das Fehlen von USB-Anschlüssen. DNLA ist ebenfalls nicht an Bord.

Glück für das iPad 2: In diesem Vergleich kann auch das Android-Tablet nicht so richtig punkten, denn es hat zwar USB, dafür aber keinen nativen HDMI-Ausgang. Auf dem Apple-Gerät kann ein Adapter für rund 40 $ Videos und Fotos via HDMI auf den heimischen Flatscreen zaubern. Ob es solch eine Lösung auch für das Samsung Tablet geben wird, ist aktuell noch nicht offiziell bestätigt.

Ich würde in diesem Fall die fehlenden USB-Ports stärker als den nicht vorhandenen HDMI-Ausgang wichten — zumal der beim iPad ja auch nicht nativ ist — und somit diese Runde nach Punkten an das Galaxy Tab 10.1 geben.

Kamera und Videoaufnahme

Endlich hat das iPad Kameras — und sogar zwei davon! Eine in der Gerätefront für VGA-Videotelefonie und eine ebenfalls eher niedrig auflösende auf der Rückseite. Dennoch verliert das iPad 2 den Direktvergleich mit dem Galaxy Tab 10.1 — denn das verfügt zusätzlich über einen LED-Blitz und nimmt Videos in 1080p (statt 720p beim iPad 2) auf.

Preise

Mit das Wichtigste beim Tabletkauf sind die Preise: Das Galaxy Tab 10.1 soll für rund 700 € für Europa erscheinen, ohne dass bislang bestätigt ist, ob Käufer für diesen Preis 16 GB oder 32 GB erhalten. Das iPad 2 wird je nach Ausstattung zwischen 499 $ und 830 $ — die Preise in Euro werden wahrscheinlich 1:1 übernommen werden. Das bedeutet natürlich preislich eine gewisse Auswahlmöglichkeit für potenzielle iPad 2-Käufer.

Stellt man ein iPad 2 mit 32GB und 3G im direkten Vergleich gegen das Galaxy Tab 10.1 mit 32 GB (ich gehe davon aus, dass für 700 € 32 GB drin sein müssen) kostet diese Variante mit 729 € etwas mehr als das Samsung-Tablet. Sollte Samsung allerdings für den aktuell kursierenden Anschaffungspreis nur ein 16 GB-Modell offerieren, so schlägt das Pendel natürlich wieder in die Apple-Richtung. Ein iPad 2 mit 3g und 16 GB gibt es nämlich bereits für 629 €.

Somit würde ich hinsichtlich des Preises ebenfalls für ein Unentschieden plädieren: Die größere preisliche Vielfalt beim iPad 2 steht den etwas günstigeren Anschaffungskosten des Galaxy Tab 10.1 verglichen mit einem gleichwertigen Apple-Pendant gegenüber. Hinzu kommt die Wahrscheinlichkeit, dass die Preise für Honeycomb-Tablets ab dem Sommer noch fallen könnten, was beim iPad 2 eher nicht der Fall sein dürfte.

Fazit

Auch wenn ich damit einen Sturm der Entrüstung lostrete, nach meinem Empfinden gewinnt das Samsung Galaxy Tab 10.1 den Vergleich mit dem iPad 2: In Sachen Formfaktor liegt Apple zwar vorne, hinsichtlich des Displays, der Konnektivität und den verbauten Kameras überwiegen aber die Vorteile des Samsung-Tablets. Beim Preis und der Leistung liegen beide Konkurrenten (aller Wahrscheinlichkeit nach) gleichauf.

Natürlich wird man zukünftig noch die Akkuleistung in Betracht ziehen müssen und könnte die Verfügbarkeit von Applikationen für beide Geräte sowie die Vor- und Nachteil beider Betriebssysteme in die Waagschale werfen. Das wäre mir aber an dieser Stelle zu subjektiv.

Stichwort subjektiv: Tests, Vergleiche, Datenblätter und Preise hin oder her — letztlich wird die Entscheidung für ein iPad 2 oder eine Honeycomb-Tablet wie das Galaxy Tab 10.1, das Xoom, den HTC Flyer, das Optimus Pad oder eines der EeePads immer eine Geschmacks- und Glaubensfrage sein. Und wie wir in Berlin so gerne sagen: Das ist auch gut so …

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