Samsung Galaxy Tab 10.1: Stellungnahmen von Samsung und Apple

Daniel Kuhn 6

Gestern Abend kann die überraschende Meldung, dass Apple durch eine einstweilige Verfügung den Verkauf des Samsung Galaxy Tab 10.1 in nahezu ganz Europa gestoppt hat — mit Ausnahme der Niederlanden. Die Reaktionen aus der Technikwelt dazu waren weitestgehend einstimmig – Apple ist hier mindestens einen Schritt zu weit gegangen. Nun haben sich beide Unternehmen zu dem Vorfall geäußert.

Samsung Galaxy Tab 10.1: Stellungnahmen von Samsung und Apple

Apple-Sprecherin Kristin Huguet bestätige wenige Stunden nach Bekanntwerden die rechtlichen Schritte und begründet diese folgendermaßen (Übersetzung von uns):

“Es ist kein Zufall, dass Samsungs aktuelle Produktreihe dem iPhone und iPad sowohl von der Form der Hardware und der Benutzeroberfläche sowie der Verpackung sehr ähnlich sehen. Diese offensichtliche Form der Kopie ist nicht in Ordnung. Wir müssen Apples intellektuelles Eigentum schützen, wenn andere Firmen unsere Ideen stehlen.“

Die Frage, wo genau die Grenze zwischen Kopie und Inspiration verläuft, muss letztendlich vor Gericht geklärt werden – unser Kollege Sascha von Netbooknews hat dazu aber bereits einen sehr deutlichen Kommentar geschrieben, dessen Lektüre wir euch sehr empfehlen können: Warum nur Apple Tablets bauen darf.

Samsungs Stellungnahme zu dem Vorfall wirft zusätzlich kein besonders gutes Licht auf das Vorgehen von Apple. Das koreanische Unternehmen ist verständlicherweise enttäuscht über den Gerichtsbeschluss, da es vorher keine Benachrichtigung erhalten habe und dem Konzern auch nicht die Möglichkeit einer Anhörung vor Gericht oder das Vorlegen von Beweisen eingeräumt wurde. Das Unternehmen werde aber schnellstmöglich gegen die einstweilige Verfügung vorgehen, damit das Galaxy Tab 10.1 bald wieder an die Kunden ausgeliefert werden kann.

Unser Leser Flavio hat uns in einem Kommentar darauf hingewiesen, dass das Landesgericht Düsseldorf offenbar in ganz Europa für sein Rechteinhaber-freundliches Handeln berüchtigt bekannt ist – da bekommt man zum einen eine Vorstellung, warum Apple sich ausgerechnet dieses Gericht ausgewählt hat, zum anderen wächst dadurch die Hoffnung, dass die nächste Instanz andere Ansichten vertritt.

Gewinner der Streitigkeiten dürften wohl die niederländischen Technikhändler sein, die eine Bestellungswelle aus ganz Europa erwarten dürfen.

Wir werden euch umgehend informieren, wenn es Neuigkeiten zu dem Fall gibt – bis dahin könnt ihr eure Meinung in die Kommentare schreiben.

[via thenextweb.com]

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