Astral Chain ist die neue Überraschung der Bayonetta-Macher

Victor Redman

Am 30. August 2019 erscheint Astral Chain, das neueste Spiel der Bayonetta-Macher, exklusiv für die Nintendo Switch. Wir haben den Neuling schon mal getestet.

Astral Chain - Trailer.

Wann kommt eigentlich das nächste Mario? Das nächste Zelda? Und wann kriegen wir endlich das lang erwartete neue Metroid? Solche Fragen werden im Netz stets heiß diskutiert. Die Nintendo-Maskottchen sind eben Kult.

Trotzdem gelingt es Nintendo immer wieder, die neugierigen Fans zu überraschen. In diese Kategorie fällt auch das Cyberpunk-Action-Game Astral Chain, das am 30. August 2019 exklusiv für die Nintendo Switch erscheint. Hinter dem Überraschungstitel steht das japanische Studio Plantinum Games, das mit Metal Gear Rising, Bayonetta und Nier: Automata schon so einige Hits landen konnte.

Bekenntnisse einer Spielejungfrau: So spielt sich Bayonetta für einen kompletten Noob.

In Astral Chain macht Platinum Games nun eine ganz neue Welt auf: Eine Welt, die am Zerfallen ist. Immer wieder öffnen sich Wurmlöcher, durch die riesige Monster, Chimären genannt, auf die Erde gelangen. Als Teil des Sondereinsatzkommandos Neuron ist es deine Aufgabe, diese Monster aufzuspüren und zurück zu drängen. Dein Ass im Ärmel sind dabei die Legionen gezähmter Chimären, die nun an der Seite der Menschen kämpfen.

Astral Chain auf einen Blick

Inhalt: Das Action-Anime-Spiel Astral Chain von den Nier Automata-Machern schickt dich in eine gleißend-bunter Cyberpunk-Welt, in der du als Mitglied eines Sondereinsatzkommandos gegen Monster antrittst, die über Wurmlöcher in deine Realität springen.
Release: 30. August 2019
Plattform: Nintendo Switch

Anime-Action zum Mitspielen

Der bemerkenswerte Stammbaum ist Astral Chain vom ersten Bild an abzuspüren. Das Spiel präsentiert sich als Action-Anime zum Mitspielen und sieht wunderschön dabei aus. Fans des Genres werden sich in der Cyerpunk-Welt von Astral Chain direkt zu Hause fühlen.

Der eigentliche Hit sind aber die verschiedenen Chimären, die ebenso fantasievoll wie gruselig von Manga-Künstler Masakazu Katsura designt wurden. Kein Monster ähnelt dem anderen, aber sie alle sehen aus, als wären sie einer FSK-18-Version der Power Rangers entsprungen. Da macht das Verprügeln gleich nochmal mehr Spaß.

Pokémon trifft Cyberpunk?

Und dazu gibt es in Astral Chain natürlich eine Fülle an Möglichkeiten. Als Mitglied der Neuron-Einheit ist dein Charakter standardmäßig bewaffnet, das Hauptaugenmerk liegt aber auf den Legionen, die du an der titelgebenden Kette mit dir führst. Das Spiel kennt fünf Arten von Legionen, die individuelle Stärken und Schwächen mitbringen. Die richtige Legion zur richtigen Zeit einzusetzen, kann über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Klingt nach Pokémon? Ist es aber nicht. Mit der Wahl deiner Legionen ist es in Astral Chain nämlich nicht getan – hier gilt es, Mensch und Monster gleichzeitig zu kontrollieren. Das funktioniert am effektivsten, wenn die beiden zusammen arbeiten, um etwa einen Boss klein zu kriegen. Das Spiel nennt das Synergetic Action, und damit lässt sich viel erreichen – wenn sie denn funktioniert. Die Legionen müssen nämlich erstmal an ihren menschlichen Partner gewöhnt werden.

Das Kampfsystem von Astral Chain ist komplex, aber nicht unnötig kompliziert. Trotzdem gestalten die Kämpfe sich oft hektisch. Den Überblick über das Geschehen auf dem Bildschirm zu behalten ist da oft die größte Herausforderung. Die Chance, eine gelungene Kombo auch mal ausführlich zu genießen, ergibt sich leider nur selten.

Action hui, Story… na ja

Die zahmen Legion sind nicht nur im Kampf wichtig. Einige von ihnen können mit ihren speziellen Fähigkeiten auch Ermittlungen unterstützen. Gerade die Ermittlungsarbeit macht dann einen erstaunlich großen Teil des Spiels aus. Bevor es der nächsten Chimäre an den Kragen geht, gilt es Zeugen zu befragen, Tatorte zu untersuchen und das Geschehene zu rekonstruieren. Nicht ohne Grund ist Astral Chain nicht in Level aufgeteilt, sondern in Fallakten.

All zu viel Hirnschmalz braucht es allerdings nicht, um diese Fälle zu knacken. Wer schon mal einen Teil der Arkham-Reihe gespielt hat, wird auch mit der Polizeiarbeit in Astral Chain zurecht kommen. Trotzdem wird der ein oder andere Fall doch unnötig in die Länge gezogen. Im zweiten Kapitel des Spiels musste ich fast eine halbe Stunde ermitteln, bevor ich mit einer Action-Sequenz belohnt wurde. Das fühlte sich zu lang an.

Das gilt leider auch für viele Zwischensequenzen, von denen Astral Chain so einige zu bieten hat. Die sind alle schön anzusehen und verstärken auch das Anime-Feeling nochmal; die Story selbst konnte mich allerdings so gar nicht fesseln. Gerade für Kenner des Genres wird wenig Neues geboten. Das führt leider dazu, dass viele dieser schön designten Szenen doch schnell langweilig werden – eigentlich will man doch nur weiter Monster verkloppen.

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Fazit und Zusammenfassung

Wer Bayonetta mochte, der wird Astral Chain lieben. Aber auch alle anderen, die mit der Anime-Ästhetik klarkommen, dürfen einen Blick riskieren – es gibt viel zu sehen und zu erleben.

Das Kampfsystem von Astral Chain ist wohl mit das kreativste, was es in den letzten Jahren auf Konsolen zu sehen gab, und es funktioniert reibungslos. Weniger kreativ fällt leider die Story aus, und das war zumindest für mich ein echtes Manko. Eine starke Geschichte hätte dazu beitragen können, die detailreich ausgestaltete Welt mit Leben zu füllen und Lust auf mehr zu machen. Was bleibt, ist dennoch ein extrem innovatives Action-Game – und das ist ja nicht das Schlechteste.

Astral Chain wird dir gefallen, wenn du die Anime-Optik magst und auf unkonventionelle Kampfsysteme stehst.

Astral Chain wird dir nicht gefallen, wenn du Wert auf eine starke Story legst.

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