Cadence of Hyrule ist Takt und Taktik mit Zelda

Daniel Kirschey 2

Zelda trifft auf Rhythmus-Spiel und das Ergebnis überzeugt nicht nur, es lässt Kritiker und Spieler gleichermaßen Lobgesänge anstimmen. In die fällt GIGA GAMES-Redakteur Daniel nun ebenfalls ein.

Cadence of Hyrule heißt eigentlich Cadence of Hyrule: Crypt of the NecroDancer featuring The Legend of Zelda – einfachheitshalber kürze ich das auf CoH:CotNDfTLoZ runter. Vielleicht ist es besser, wenn ich einfach bei Cadence of Hyrule bleibe. Doch der Untertitel des Spiels verrät schon, was der Kern des neuen Zelda-Spin-off ist: Die rhythmische Spielmechanik aus dem Rogue-like Crypt of the NecroDancer.

Cadence of Hyrule - Crypt of the NecroDancer featuring The Legend of Zelda: Trailer (E3 2019).

Das bedeutet vor allem eins: Du kannst dich nicht einfach so bewegen, sondern immer nur im Takt. Das klingt erst einmal anstrengender als es eigentlich ist, denn mit der Zeit geht der Rhythmus der Lieder in Fleisch und Blut über. Das ganze Spiel fußt auf dieser einfachen Mechanik. Doch im Gegensatz zu Crypt of the NecroDancer findest du in Cadence of Hyrule dazu noch das typische Polishing und die Deitailverliebtheit, die du von Nintendo gewohnt bist.

Alles ist Musik

Viele sind sich wahrscheinlich nicht bewusst, wie sehr Musik uns in Spielen und Filmen beeinflusst und an die Hand nimmt. Ein und dieselbe Szene wird durch ein romantisches Lied verführerisch und anziehend, während ein bedrohliches Musikstück Anspannung und Angst aufblühen lassen.

So lange gibt es die Spielereihe schon.

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32 Jahre The Legend of Zelda.

Statt Musik nur als Beiwerk abzutun, hat es sich Entwickler Brace Yourself Games zu Aufgabe gemacht, Musik und Rhythmus in den Mittelpunkt der Spielerfahrung zu stellen. Doch dabei ist nicht nur ein Rhythmus-Spiel herausgekommen: Danny Baranowsky hat aus den klassischen Zelda-Themen eine neue Welt gemixt. Alle Melodien sind wiederzuerkennen und liefern den perfekten Beat ab, um dazu im Takt durch beispielsweise Gerudo Valley zu hüpfen. Das Schöne: Auch Handlung und Welt von Cadence of Hyrule sind mit der Musik verwoben. Antagonist am Anfang ist Octavo mit seine vier Champions, denen es gilt, besondere Musikinstrumente abzuluchsen.

Schachbrett-Gehüpfe

Der Bildschirm besteht eigentlich aus vielen kleinen Quadraten und ein Druck auf das Steuerkreuz befördert deine Spielfigur auf eines der angrenzenden Felder. Das sollte aber im Rhythmus des Takts geschehen, sonst stolpert der Held oder die Heldin. Ebenfalls im Takt musst du zuschlagen, den Bogen spannen und den Pfeil davon zischen lassen oder deine Wirbelattacke einsetzen. Anfangs kann das sich noch einschränkend anfühlen. Diesem Taktzwang unterliegen jedoch auch die Feinde im Spiel.

Auch Gegner dürfen nur im Takt laufen, angreifen, ausweichen. Und jeder Gegner hat seine eigenen Abläufe. Hast du die gelernt, ist Cadence of Hyrule nicht nur ein Rhythmus-Spiel, sondern entfaltet sich als ein Taktik-Spiel. Etwa so: Im richtigen Moment nach rechts springen, um den Gegner an sich vorbeiziehen lassen, damit das verwundbare Hinterteil offen ist. Dann schnell in den Rücken des Feindes springen und ihn ausschalten, doch dadurch stehst du in der Schusslinie eines Bogenschützen – also schnell zum Gegner hinwenden und den Schild hochziehen, damit der Schuss abgelenkt wird.

Beweise dich!

Jeder Bildschirm ist dabei sein eigenes kleines Rätsel, versteckt Herz-Container, Schätze oder Shops, die es zu finden und freizuspielen gilt. Dadurch, dass im Spiel Hyrule zufallsgeneriert ist, musst du dich bei jedem neuen Durchgang neuen Bildschirm-Rätseln stellen. Wer dem rhythmischen Hüpfen nichts abgewinnen kann, stellt es aus, Das macht alles einfacher, da sich die Feinde erst immer dann bewegen, wenn du dich bewegst.

Jeder kann und jeder darf

Der Schild gehört übrigens zu Link, der hat es damit ein bisschen schwieriger. Minimal leichter wird es mit Zelda. Du kannst dich am Anfang zwischen den beiden entscheiden. Zelda nutzt nicht den Schild, sondern einen defensiven Zauber, der sie von allen Seiten beschützt. Ja, du liest richtig – wenn du willst, kannst du auch Zelda spielen, endlich! Das Besondere an Cadence of Hyrule im Gegensatz zu NecroDancer ist, dass Ersteres dabei die typische Zugänglichkeit eines Nintendo-Spiels bietet.

Das sieht ganz schön abgefahren aus.

Zwar sind einige Rogue-Elemente aus dem Vorgänger mit an Bord, doch die sind durch Herz-Container, Waffen und andere Items abgemildert – die verlierst du nämlich beim Ableben nicht. Nur Fackel, Ring, Schuhe, Schaufel und Rubine sind dahin. Mit Diamanten kannst du jedoch auch im Todesbildschirm hilfreiche Gegenstände kaufen, um vorbereitet in die Schlacht ziehen. Anfangs könnte der Schwierigkeitsgrad einige noch irritieren. Doch sobald das Gehüpfe zum Takt funktioniert und Link oder Zelda ein paar mehr Herzen und Fähigkeiten haben, dürfte alles Weitere kein Problem mehr darstellen. Zwar ist das Spiel in rund sechs Stunden durch und der letzte Boss gelegt, dafür kannst du direkt wieder von vorn mit einer frischen und neuen Karte beginnen.

Fazit

Brace Yourself Games ist etwas Großartiges gelungen: eine neue, innovative Spielmechanik mit einer altehrwürdigen Spielreihe zu verbinden. Nintendo hatte hier wohl den richtigen Riecher, als sie – sonst unüblich – einem Indie-Entwickler die Zelda-Serie anboten. Die Verschmelzung der Spiele Crypt of the Necrodancer und The Legend of Zelda ist fabelhaft gelungen. Der Rhythmus pumpt durch die ganze Welt von Hyrule und im gleichen Takt springt und kämpfen sich Link oder Zelda durch sie hindurch.

Wird dir gefallen, wenn du Crypt of the NecroDancer, Rhythmus-Spiele und Zelda magst und dich durch die anfängliche Schwierigkeit nicht abschrecken lässt.

Wird dir nicht gefallen, wenn du davon eingeschränkt fühlst, alles im Takt machen zu müssen und Rogue-Spiele zu schwer findest.

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