Gato Roboto im Test: Kein Miausterwerk, aber eine gelungene Genre-Parodie

Alexander Gehlsdorf

Während das Genre Metroidvania mit Spielen wie Hollow Knight, Dead Cells oder Ori and the Blind Forest in den letzten Jahren eine Renaissance erlebt hat, kommt mit Gato Roboto jetzt das erste Catroidvania um die Ecke.

Gato Roboto im Test: Kein Miausterwerk, aber eine gelungene Genre-Parodie

Eigentlich ist es ein kleines Wunder, dass Nintendo nicht schon längst mit einem Anwalt um die Ecke gekommen ist, um Kätzchen Kiki, den flauschigen Star von Gato Roboto, ins Tierheim zu zerren. Schließlich kopiert das Spiel so dreist Klassiker wie Metroid und Super Metroid, dass von einem Zufall keine Rede sein kann.

Aber natürlich ist es auch kein Zufall, schließlich ist Gato Roboto keine schnöde Kopie der Altmeister, sondern eine sympathische Genre-Parodie. Dass es Entwickler doinksoft mit der Ernsthaftigkeit nicht ganz so eng nimmt, wird spätestens im Intro klar, als das Raumschiff der Helden den Koordinaten 42069 folgt. Wer schon einmal in diesem Internet unterwegs war, hat diese Zahlen vermutlich schon einmal irgendwo gelesen.

Allerdings steuerst du in Gato Roboto eben nicht den ausgebildeten Supersoldaten am Steuer des Raumschiffs, sondern sein Kätzchen Kiki. Schließlich ist das kleine Fellknäuel die einzige, die es schafft, aus dem abgestürzten Raumschiff zu entkommen und sich fortan allein durch die Spielwelt schlagen muss. Wie gut aber, dass schon hinter der nächsten Ecke ein passender Roboteranzug wartet.

Wer jemals einen Teil der Metroid-Reihe gespielt hat, weiß, wie es in den kommenden Stunden weiter geht. Gebiete erkunden, Gegner bekämpfen, Power-Ups einsammeln und neue Gebiete freischalten. Nur alles etwas kompakter und schwarz-weiß.

Bilderstrecke starten
25 Bilder
Nintendo Switch: 24 kommende Indie-Titel.

Trotz der simplen Grafik heben sich auch die drei Hauptgebiete überraschend gut voneinander ab, da sie sich unterschiedliche Gameplay-Anforderungen stellen. Unter Wasser ist der Roboteranzug nutzlos, stattdessen ist Kiki auf ein U-Boot angewiesen. Im Wärmetauscher ist es so heiß, dass Kiki den Anzug überhaupt nicht verlassen kann, während sich das dritte Gebiet gar nicht mit dem Anzug betreten lässt.

Wer also eine charmante Metroid-Hommage sucht, ist mit Gato Roboto an der richtigen Adresse. Trotzdem hat mich das Spiel an zwei Stellen beinahe zur Weißglut getrieben: Am Ende eines jeden Gebiets wartet ein Endgegner, passenderweise eine kleine Ratte. Diese Bosskämpfe gehören zwar nicht zu den anspruchsvollsten Kapitel der Spielegeschichte, verdutzen in der ersten Spielhälfte aber dennoch mit einem unverhältnismäßigen Anstieg des Schwierigkeitsgrades.

Anders gesagt: Zwei der frühen Bosskämpfe (im Unterwasser-Gebiet sowie im Wärmetauscher) fühlen sich deshalb besonders schwierig an, weil der Rest der Gebiete relativ einfach ist. So als Stünde die Spaß-Polizei mit einem Brett hinter der nächsten Ecke, um sicherzugehen, dass dir das Spiel ja nicht zu gut gefällt. Mit späteren Bossen hatte ich deutlich weniger Probleme, beziehungsweise fühlte sich der Schwierigkeitsgrad in diesen Gebieten weitaus organischer an.

Mein Test-Fazit zu Gato Roboto

Alle die weniger Probleme mit schweren Bossen haben als ich, oder einfach anders als ich nicht der Wurstfingrigkeit unterlegen sind und im Herzen ein Platz für Metroidvanias und Katzen haben, sollten Gato Roboto aber eine Chance geben. Zwar ist der Spaß nach maximal vier Stunden vorbei, dafür ist der kleine Preis von 7- 8 Euro aber mehr als fair.

Wird dir gefallen, wenn du die alten Metroid-Spiele magst und Lust auf eine simple, aber charmante Hommage hast.

Wird dir nicht gefallen, wenn du von einem Metroidvania neue und originelle Mechaniken erwartest.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu diesem Artikel

Weitere Themen

Neue Artikel von GIGA GAMES

  • Cadence of Hyrule ist Takt und Taktik mit Zelda

    Cadence of Hyrule ist Takt und Taktik mit Zelda

    Zelda trifft auf Rhythmus-Spiel und das Ergebnis überzeugt nicht nur, es lässt Kritiker und Spieler gleichermaßen Lobgesänge anstimmen. In die fällt GIGA GAMES-Redakteur Daniel nun ebenfalls ein.
    Daniel Kirschey
  • Liebes The Sinking City, ich h̶̶a̶̶s̶̶s̶̶e liebe dich

    Liebes The Sinking City, ich h̶̶a̶̶s̶̶s̶̶e liebe dich

    Wirst du mich in meinen Träumen verfolgen, die verdammte untergegangene Stadt? Ich würde ja nicht einmal wissen, ob es Albträume oder hübsche Träume wären. Vielleicht würde ich nie wieder aus Sinking City aufwachen, das schlechteste gute Spiel, das ich dieses Jahr spielen durfte.
    Marina Hänsel
* Werbung