Lenovo Yoga S940 im Test: Premium-Notebook mit einzigartigem Design

Peter Hryciuk 1

Das Lenovo Yoga S940 will im Test nicht nur mit einem leichten und dünnen Gehäuse punkten, sondern auch mit einigen besonderen Eigenschaften. Wer bei der Bezeichnung “Yoga“ ein Convertible erwartet, der liegt falsch. Ich verrate euch in meinem Testbericht, was dieses Premium-Notebook wirklich leistet – und wo man Abstriche machen muss.

Lenovo Yoga S940 im Test: Premium-Notebook mit einzigartigem Design
Bildquelle: GIGA.

Lenovo Yoga S940 im Test: Inhaltsverzeichnis

Lenovo Yoga S940 im Test: Yoga ≠ Convertible

Lenovo Yoga 940: Highlights des Premium-Notebooks vorgestellt.

Wer Yoga und Lenovo zusammen liest, denkt direkt an ein Convertible, bei dem sich das Display dank eines 360-Grad-Scharniers nach hinten umklappen und das Gerät so als Tablet nutzen lässt. Das ist beim Lenovo Yoga S940 nicht mehr der Fall. Es handelt sich um ein normales Notebook, das sogar auf einen Touchscreen verzichtet. Der Bildschirm besitzt aber trotzdem einige Besonderheiten.

An der Oberseite in der Mitte ist eine deutliche Erhebung zu sehen. Darin versteckt sich nicht nur die Webcam, sondern auch ein Infrarotkamera, mit der man sich per Windows Hello mit dem Gesicht anmelden kann. Das funktioniert einigermaßen gut. Wenn die Lichtbedingungen schwierig sind, man nicht den richtigen Abstand oder Winkel einhält und zudem eine Brille trägt, dann klappt die Anmeldung nicht immer. Ein Fingerabdrucksensor als Alternative wäre wünschenswert. Ansonsten muss man einen PIN oder ein Passwort eingeben.

Der Rahmen um den Bildschirm des Lenovo Yoga S940 ist sehr schmal. Als erstes Notebook überhaupt sind zudem die rechte und linke Seite des Glases zum Rand hin abgerundet. Kennt man in ähnlicher Form von Smartphones, wobei bei dem Testgerät wirklich nur das Glas und nicht das Display abgerundet wird. Die Darstellung wird zum Rand hin also nicht verfälscht.

Das abgerundete Glas des Displays mag zunächst wie ein reines Designmerkmal wirken, hat sich bei der Handhabung des Bildschirms aber als sehr angenehm erwiesen. Man merkt teilweise gar nicht, wie oft man den Winkel eines Notebooks beim Arbeiten verstellt und dafür an den Rand fasst. Normalerweise greift man dabei an eine harte Kante. Beim Lenovo Yoga 940 ist das nicht der Fall. Der Rahmen erweist sich als echter Handschmeichler und ist eine positive Überraschung.

Das 14 Zoll in der Diagonale messende HDR-IPS-Display löst bei meinem Testgerät mit 4K auf und bietet ein gestochen scharfes Bild. Die Farben wirken natürlich, das Panel ist hell und kann trotz der spiegelnden Oberfläche im Freien gut abgelesen werden. Im Hinblick auf die Akkulaufzeit würde ich aber eher zu dem Full-HD-Panel greifen. Dazu später mehr.

Doch nicht nur das Display sieht schön aus, auch der Rest des Notebooks ist bis ins kleinste Detail durchgestylt. Das Gehäuse besteht aus Aluminium und macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Das komplette Gerät wirkt, trotz der sehr dünnen Bauform von zugeklappt nur 12,2 mm und einem Gewicht von 1.200 Gramm, sehr robust. Weder das Display noch das untere Gehäuse lassen sich verwinden.

Lenovo Yoga S940 im Test: Tastatur und Touchpad

Die Tastatur besitzt eine angenehme Größe und die Tasten lassen sich super bedienen. Ich hab den gesamten Test auf dem Lenovo Yoga S940 geschrieben. Nach kurzer Eingewöhnungsphase, ich nutze sonst ein 15,6-Zoll-Dell-Notebook mit externen Eingabegeräten, funktionierte das Tippen wie von selbst. Was mir besonders gut gefällt: Die Tastatur arbeitet sehr leise – selbst wenn man schnell tippt. Die Tasten sind zudem beleuchtet, zwei Helligkeitsstufen gibt es.

Unter der Tastatur ist das Touchpad verbaut. Dieses funktioniert hervorragend. Ich hab selten eine so gute Rückmeldung und Präzision eines Touchpads erlebt. Normalerweise habe ich nach kurzer Zeit bereits das Bedürfnis, eine externe Maus anzuschließen. Beim Lenovo Yoga S940 ist das nicht der Fall.

Lenovo Yoga S940 mit vier Lautsprechern

Neben der Tastatur sind zwei der vier 2-Watt-Lautsprecher verbaut. Die anderen beiden Speaker sind an der Unterseite zu finden. Der Klang ist dank “Dolby Atmos“ für ein Notebook ziemlich gut. Es fehlt zwar wie üblich an Bass, die Lautsprecher können aber trotzdem überzeugen. Wer sich gerne auf dem Lenovo Yoga S940 einen 4K-Film anschauen möchte, bekommt einen guten Sound geliefert, der die passende Atmosphäre erzeugt.

Lenovo Yoga S940 nur mit USB-Typ-C

Durch die dünne Bauweise des Lenovo Yoga S940 muss man bei den Anschlüssen Kompromisse eingehen. Es stehen insgesamt drei USB-C-Anschlüsse und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse zur Verfügung. Ein USB-C-Port und die 3,5-mm-Klinkenbuchse befinden sich an der linken Seite.

Die beiden anderen USB-C-Anschlüsse, die Thunderbolt unterstützen, sind an der rechten Seite verbaut. An allen USB-C-Ports lässt sich das Notebook aufladen.

Ein SD-Karten- und microSD-Slot gibt es beim Yoga S940 nicht. Lenovo verzichtet auf diesen praktischen Anschluss, obwohl eigentlich noch genug Platz wäre, um so einen kleinen Kartenleser zu verbauen. Auch alle anderen Anschlüsse, wie USB oder HDMI, muss man sich mit einem Adapter bilden. Praktisch ist das nicht. Aktuell gibt es einfach noch zu wenige Geräte auf dem Markt, die direkt per USB-Typ-C angeschlossen werden können. , die mehrere Anschlüsse bieten.

Lenovo Yoga S940: Leistung auf dem Prüfstand

Mein Testgerät des Lenovo Yoga S940 besitzt die beste Konfiguration, die man kaufen kann:

  • Intel Core i7-8565U
  • 16 GB RAM
  • 1 TB SSD

Entsprechend gut ist die Leistung in allen Lebenslagen – zumindest fast. Lenovo installiert auf jedem Produkt McAfee als Sicherheitssoftware vor. Dieses Programm hat bisher auf jedem Lenovo-Gerät, das ich getestet habe, für eine unnötige Belastung und so für eine spürbar schlechtere Performance des Systems gesorgt. Nachdem ich McAfee deinstalliert habe, lief das Lenovo Yoga S940 plötzlich butterweich. Die Lüfter kamen dann auch endlich bei normalen Arbeiten, wo das Gerät nicht stark belastet wird, zur Ruhe.

Insgesamt entspricht die Leistung des Lenovo Yoga S940 der, die man bei einem Intel Core i7 erwarten würde. Programme starten schnell, man kann ohne Probleme mehrere Anwendungen gleichzeitig offen haben und zügig zwischen ihnen wechseln. Durch die blitzschnelle SSD und den üppigen Arbeitsspeicher funktioniert auch das Bearbeiten von Bildern und Schneiden von Videos schnell.

Zum Spielen ist das Notebook eher nicht geeignet. Klar kann man mal eine Runde eines einfachen Casual-Game zocken oder ein älteres Spiel laufen lassen, man merkt aber schnell, dass eine dedizierte Grafikkarte fehlt und die Leistung beim Spielen begrenzt ist.

Lenovo Yoga S940 im Test: Die Akkulaufzeit

Wie zuvor schon erwähnt, ist die Akkulaufzeit bei meinem Testgerät des Lenovo Yoga S940 durch das 4K-Display stark eingeschränkt. Lenovo selbst gibt für diese Version nur eine Laufzeit von bis zu 7,5 Stunden an. Ich bin im normalen Alltag und bei einer Helligkeit von etwa 70-80 Prozent auf maximal 6 Stunden gekommen. Belastet man das Notebook stärker, sinkt die Laufzeit deutlich. Wer wirklich einen Arbeitstag damit durchstehen möchte, muss das Netzteil dabei haben – oder zur Version mit Full-HD-Display greifen. Diese soll laut Lenovo bis zu 15 Stunden durchhalten. Realistisch würde ich von etwa 10 bis 12 Stunden ausgehen.

Lenovo Yoga S940: Die Software

Auf dem Lenovo Yoga S940 ist Windows 10 Home installiert. Das Betriebssystem wurde in einigen Bereichen im Funktionsumfang erweitert. Zunächst einmal fällt ein Akkusymbol in der Taskleiste auf. Dieses zeigt immer an, wie viel Restlaufzeit man in Prozent noch hat. Doch dahinter versteckt sich noch viel mehr, nämlich die “Lenovo Vantage“-Software.

Mit dieser kann man viele Einstellungen durchführen:

  • Funktionen ein und ausschalten: Tastaturbeleuchtung, Webcam, Mikrofon, Kamera oder Touchpad können hier per Software bedient werden.
  • Kühlung einstellen: Man kann das System per “Intelligente Kühlung“ entscheiden lassen, wie viel Leistung und Kühlung man aktuell benötigt, oder manuell eingreifen.
  • Ladeleistung einstellen: Voreingestellt ist der normale Modus, bei dem der Akku immer bis 100 Prozent aufgeladen wird. Optional kann man die Erhaltungsladung nutzen, wo der Akku nicht komplett aufgeladen wird. Dieser Modus empfiehlt sich, wenn man das Lenovo Yoga S940 als Desktop-PC nutzen möchte. Wenn es mal schnell gehen muss, kann man auch das Schnellladen aktivieren. In diesem Modus ist der Akku zwar schnell wieder voll, die Belastung ist aber auch größer.

Das waren aber nur die Schnelleinstellungen über das Akku-Symbol. Die Software von Lenovo hat noch viel mehr zu bieten. Man bekommt spezielle Angebote, kann das System auf dem neuesten Stand halten, Einstellungen der Hardware verändern, den Zustand des Notebooks überprüfen und sich über die Sicherheit des Systems informieren.

Zwei besondere Features möchte ich noch gesondert erwähnen:

  • Glance-Eyetracking: Die Infrarotkamera des Lenovo Yoga S940 kann zum Eyetracking für bestimmte Funktionen genutzt werden. Leider hat das Tracking meiner Augen durch die Brille nicht so funktioniert, wie es beschrieben wird. Das automatische Sperren des Notebooks, wenn man den Rechner verlässt, ist etwas versteckt in der „Lenovo Vantage“-Software zu finden. Man muss die Option unter „Hardware-Einstellungen“ und „Automatische Bildschirmsperre“ manuell aktivieren. Das ist sehr praktisch, da man sich so nicht immer manuell abmelden muss, wenn man das Notebook verlässt.
  • BackBlur: Sehr nützlich finde ich die “BackBlur“-Funktion. Wie beim Portrait-Modus moderner Smartphones kann man den Hintergrund in einem Videotelefonat verschwommen anzeigen, sodass man nur die Person und nicht den Hintergrund erkennt.

Lenovo Yoga S940 im Test: Das Fazit

Das Lenovo Yoga S940 ist eines der schönsten und hochwertigsten Windows-Notebooks, die ich bisher getestet habe. Der abgerundete Bildschirm mag wie ein Gimmick wirken, hat mich aber in der Bedienung überzeugt. Die Performance stimmt, das 4K-Display besitzt eine hervorragende Darstellung und mit der Infrarotkamera kann man sich schnell unter Windows 10 anmelden. Besonders positiv hervorheben möchte ich die Tastatur und das Touchpad. Beide arbeiten sehr präzise und man möchte nicht sofort externe Eingabegeräte anschließen.

Abstriche muss man bei dieser Konfiguration aber ganz klar bei der Akkulaufzeit machen. Etwa 6 Stunden Laufzeit mit 4K-Display ist mir zu wenig. Da würde ich lieber zur Full-HD-Version greifen – was auf einem 14-Zoll-Display immer noch gut aussehen dürfte. Der für mein Testgerät ist sehr hoch, das liegt aber am 4K-Panel und der 1 TB großen SSD. Wenn man die Full-HD-Version mit 256-GB-SSD und den Core i5 wählt, dann landet man bei 1.699 Euro. Das ist immer noch sehr viel Geld, man bekommt aber auch einen echten Gegenwert dafür.

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Lenovo Yoga S940 im Test: Bewertung

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 5/5
  • Display: 4/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 4/5
  • Video und Audio: 5/5
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Akku und Alltag: 3/5

Gesamtwertung: 83 %

Das hat uns am Lenovo Yoga S940 gefallen

  • Design mit dem abgerundeten Glas des Displays.
  • Darstellungsqualität des HDR-Panels.
  • Performance ist hervorragend (nachdem McAfee deinstalliert wurde).
  • Extrem schnelle SSD.
  • Materialwahl und Verarbeitungsqualität.
  • Tastatur und Touchpad.

Das fanden wir am Lenovo Yoga S940 nicht so gut

  • Akkulaufzeit des 4K-Modells (Full-HD-Modell soll länger durchhalten).
  • Es fehlt ein (micro)SD-Kartenslot.
  • Ein Fingerabdrucksensor als Alternative zur IR-Kamera wäre praktisch, da diese nicht immer anständig funktioniert.

Gut zu wissen

  • Die Infrarotkamera kann nicht nur zur Anmeldung in Windows 10 verwendet werden, sondern auch zur besseren Nutzung von einem zweiten Bildschirm oder zur Anonymisierung des Hintergrunds bei Videoanrufen.
  • Lenovo erlaubt verschiedene Akkumodi. Man kann den Akku bei Desktop-Betrieb schützen, indem er nicht voll aufgeladen wird, ihn normal oder schnell komplett aufladen. So kann man individuell wählen, wie stark der Akku belastet werden soll.
  • Per Thunderbolt 3 können externe Geräte wie eine Grafikkarte angeschlossen und so die Grafikleistung gesteigert werden.

Lenovo Yoga S940: Technische Daten des Testgeräts

Display 14 Zoll mit 3.840 x 2.160 Pixel, HDR-IPS-Panel und „Dolby Vision“
Prozessor Intel Core i7-8565U
Grafikkarte Intel UHD Graphics 620
Speicher 1 TB PCI-e-SSD
Arbeitsspeicher 16 GB RAM
Kamera HD-Webcam
Konnektivität IEEE 802.11a/b/g/n/ac 2×2, Bluetooth 4.1
Anschlüsse 3 x USB-Typ-C, 3,5 mm Kopfhöreranschluss
Akku 52 Wh, bis zu 7,5 Stunden Laufzeit
Besonderheiten Gehäuse aus Aluminium, Infrarotkamera, abgerundetes Displayglas
Betriebssystem Windows 10 Home
Maße & Gewicht 319,3 x 197,4 x 12,2 mm & 1.200 Gramm
Preis

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