OnePlus 7 im Test: Von beiden Seiten in die Mangel genommen

Kaan Gürayer 2

Keine Triple-Kamera, kein 90-Hz-Display und kein komplett randloses Design: Das OnePlus 7 lebt scheinbar im Schatten der Pro-Variante. Andererseits bietet die Standardausführung unter der Haube nicht nur die gleiche Technik, sondern ist leichter und auch günstiger. Reicht das aber, um sich am hart umkämpften Smartphone-Markt durchzusetzen? Im Test zum OnePlus 7 gibt es die Auflösung – in 9 Fragen und Antworten. 

Wie sieht das OnePlus 7 aus?

Hast du schon einmal das OnePlus 6T erblickt? Dann hast du auch das OnePlus 7 gesehen. Beide Smartphones sind optisch nahezu identisch und könnten als eineiige Zwillinge durchgehen. Erst bei genauerem Hinsehen fällt dann doch der ein oder andere Unterschied auf. So ist etwa das Blitzlicht auf der Rückseite nun im Kameramodul integriert und die Hörmuschel an der Front breiter – denn das OnePlus 7 bietet jetzt gut klingenden Stereo-Sound.

Einen detaillierten Einblick in das Design des OnePlus 7 gibt es hier:

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OnePlus 7 im Detail angeschaut: Kleine, aber feine Änderungen

Wie fühlt sich das OnePlus 7 in der Hand an?

Mit einem Wort: hervorragend! Das gute Gefühl in der Hand ist insbesondere den abgerundeten Ecken zu verdanken und der Tatsache, dass das OnePlus 7 sehr gut ausbalanciert ist. Beim Glasgehäuse und dem Metallrand leistet sich das OnePlus 7 keine groben Schnitzer, alles ist der Preisklasse entsprechend exzellent verarbeitet. Allerdings ist eben jenes Glasgehäuse auch ein magischer Fingerabdruck-Magnet, ein Putztuch sollte man also immer dabei haben. Die Tasten besitzen einen guten Druckpunkt, die Lautstärkewippe ist jedoch etwas schwerer zu betätigen als der Powerbutton. Und wo wir schon beim Meckern sind: Das Kameramodul auf der Rückseite fühlt sich manchmal etwas zu scharfkantig an.

Eines lässt sich aber nicht wegdiskutieren: Mit seinem 6,4-Zoll-Display ist das OnePlus 7 trotz schmaler Ränder ein großes Smartphone. Ein-Hand-Bedienung ist nur schwer und mit ordentlich Finger-Akrobatik möglich.

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Wie leistungsstark ist das OnePlus 7?

Performance gehörte schon immer zu den absoluten Stärken von OnePlus und auch das OnePlus 7 macht hier keine Ausnahme. Das OnePlus 7 ist schnell, sehr schnell, rasend schnell. Zum einen liegt das an der schlanken und auf Speed getrimmten Benutzeroberfläche von Oxygen OS, zum anderen an der Hardware unter der Haube. Im OnePlus 7 arbeitet der Snapdragon 855 und damit Qualcomms aktuellster High-End-Prozessor. Je nach Modell wird der Chip außerdem von 6 oder 8 GB RAM unterstützt.

Bedeutet für den Nutzer: Sorgenfreiheit und Zukunftssicherheit. Kein noch so aufwändiges 3D-Spiel, kein noch so extremes Multitasking mit unzähligen geöffneten Apps zwingen das OnePlus 7 in die Knie. Das Smartphone arbeitet zu jeder Zeit absolut flüssig – und das dürfte sich auch in den kommenden zwei bis drei Jahren kaum ändern.

Wie gut ist die Kamera im OnePlus 7?

Im Vergleich zum OnePlus 7 Pro muss die Standardausführung auf eine dritte Linse verzichten. Im OnePlus 7 kommt „nur“ eine Dual-Kamera zum Einsatz, die einen 48-MP-Sensor mit einer 5-MP-Knipse kombiniert. Dass das aber kein allzu großer Nachteil ist, zeigt der Kamera-Test zum OnePlus 7:

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OnePlus 7 im Kamera-Test: Alte Schwächen ausgebügelt?

Die Kamera im OnePlus 7 bringt ordentliche Ergebnisse zustande, die mit zurückhaltenden und natürlichen Farben punkten. Überraschend gut ist außerdem der Nachtmodus. Abzüge gibt es allerdings in der 100-Prozent-Ansicht, denn hier werden die Schwächen des kleinen Sensors deutlich.

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Welche Software läuft auf dem OnePlus 7?

Vorinstalliert ist auf dem OnePlus 7 Oxygen OS 9, das auf Android 9 Pie basiert. Die Software ist seit jeher für ihr auf das Wesentliche reduziertes Interface bekannt, das sich optisch nahe an Stock-Android bewegt. Minimalismus ist aber nicht gleichzusetzen mit fehlender Funktionsvielfalt – im Gegenteil.

Oxygen OS will das Rad nicht neu erfinden, sondern erweitert das zugrundeliegende Android um praktische Zusatz-Features: Es gibt einen Screen-Recorder, einen aufgebohrten Gaming-Modus (Fnatic), den Zen Mode, der an Googles Digital Wellbeing erinnert und die Funktionen des Geräts einschränkt, um mal eine „Smartphone-Pause“ einlegen zu können. Hinzu kommen altbekannte Funktionen wie der „Shelf“, der an der linken Homescreen-Seite Zugriff auf viele Funktionen bietet oder die Gestensteuerung von OnePlus, die das Android-Original weit übertrifft.

Wie schlägt sich das OnePlus 7 bei Musik und Videos?

Das OnePlus 7 bringt ein langersehntes Feature mit: Stereo-Lautsprecher. Der Sound wird einerseits über einen Lautsprecher an der Unterseite des Handys abgegeben, andererseits über die Hörmuschel an der Front. Die beiden Lautsprecher sind laut genug und liefern ein ordentliches Ergebnis ab, bei 100 Prozent Maximallautstärke kann es aber zu leichten Verzerrungen kommen. Die Klangausgabe über Kopfhörer ist ebenfalls nicht zu beanstanden.

Mit 6,41-Zoll-Diagonale und 2.340 x 1.080 Pixeln ist der Bildschirm im OnePlus 7 ausreichend groß und scharf, um auch mal Kinofilme auf dem Handy zu schauen oder mehrere Folgen der Lieblingsserie. Das Super-AMOLED-Display gibt die Farben bereits in der Standardeinstellung gut dar. Unterschiedliche Displaymodi ermöglichen aber die Anpassung des Bildschirms an den eigenen Geschmack. Kontrast und Helligkeit sind solide, letzteres aber nicht ganz so herausragend wie bei Smartphones aus dem Hause Samsung oder Apple. Kleine Abzüge gibt es für einen ganz leichten Blaustich, wenn man das Display des OnePlus 7 auf der Vertikalen zur Seite neigt. Im Alltag fällt das aber kaum auf.

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Wie lange hält der Akku im OnePlus 7?

Im OnePlus 7 ist ein 3.700 mAh großer Akku verbaut. Die Akkulaufzeit variiert je nach Nutzung: Hardcore-Gamer werden den Akku schneller aussagen als Leute, die das Handy nur hin und wieder in die Hand nehmen und WhatsApp checken. Bei durchschnittlicher Nutzung hielt das OnePlus 7 bei uns rund 1,5 Tage durch, bevor es wieder aufgeladen werden musste. Mit OnePlus‘ Schnellladetechnologie funktionierte das auch in Windeseile.

Was muss ich sonst noch über das OnePlus 7 wissen?

  • Auf einen Kopfhöreranschluss verzichtet das OnePlus 7. Käufer müssen also entweder zu Bluetooth-Kopfhörern greifen oder zu kabelgebundenen Hörern mit USB-C-Anschluss, wenn sie nicht auf einen Dongle zurückgreifen wollen. Im Lieferumfang ist so ein Verbindungsstück nicht enthalten
  • Zumindest „offiziell“ ist das OnePlus 7 nicht gegen Wasser und Staub geschützt – auch wenn der Hersteller das Handy werbewirksam ins Wasser fallen lies und eine Gummiumrandung den SIM-Kartenslot schützt.
  • Im Vergleich zum Vorgänger arbeitet der In-Display-Fingerabdrucksensor zügiger und zuverlässiger und lieferte keinen Grund zur Beanstandung.
  • Das OnePlus 7 besitzt kein Wireless Charging, sondern lässt sich ausschließlich kabelgebunden aufladen

Soll ich mir das OnePlus 7 kaufen?

Das OnePlus 7 kann einem leid tun. Für sich genommen ist es ein exzellentes Smartphone, das mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis glänzt. Allerdings wird das OnePlus 7 von gleich zwei Seiten in die Mangel genommen: Die Pro-Ausführung besitzt unter anderem mit 90-Hz-Display und Triple-Kamera die deutlich bessere Ausstattung, während der Vorgänger im Grunde alle wichtigen Pluspunkte des OnePlus 7 in sich vereint – zu einem günstigeren Preis. Das OnePlus 6T sieht quasi genauso aus, ist ebenfalls rasend schnell, läuft auch mit dem schlanken OxygenOS und besitzt eine Kamera, die zwar überdurchschnittlich ist, aber eben nicht ganz zur Spitze aufschließen kann.

Das einzig wirklich nennenswerte Alleinstellungsmerkmal des OnePlus 7 sind die Stereo-Lautsprecher. Ob das aber wert ist, den Aufpreis vom OnePlus 6T zum OnePlus 7 zu zahlen? Wir würden den Vorgänger empfehlen oder – wenn es „ein bisschen mehr sein darf“ –  die Pro-Variante.

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OnePlus 7 im Test: Bewertung

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 4/5
  • Display: 4/5
  • Kameras: 4/5
  • Software: 5/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 4/5
  • Speicher: 4/5
  • Akku und Alltag: 4/5

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