Bei der Honor MagicWatch 2 steht der Fitness- und Gesundheitsaspekt im Vordergrund, aber sie ist auch für Anwender interessant, die eine leistungsfähige, preisgünstige Smartwatch suchen und auf Apps wie winzige Navi-Maps auf einer Uhr verzichten können.

 

Honor MagicWatch 2

Facts 

Wir haben eine Woche lang die MagicWatch 2 von Honor im Alltag getestet. Dabei wurden möglicherweise die Fitness-Fähigkeiten etwas vernachlässigt. Trotzdem können wir euch zeigen, ob es sich lohnt, was ihr für einen UVP von 179,00 Euro bekommt. Wir haben uns wecken lassen und Gassi-Runden via GPS aufgezeichnet. Die Uhr hat uns zuverlässig benachrichtigt, die Herzfrequenz gemessen, den Schlaf überwacht und die Schritte sauber gezählt. Was die MagicWatch sonst noch kann, erfahrt ihr bei GIGA.

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Ist Honors MagicWatch 2 eine Smartwatch oder ein Fitness-Tracker?

Laut der üblichen Definition ist eine Smartwatch eine digitale Uhr, die über verschiedene Verbindungen und Sensoren eine breite Spanne von Informationen anzeigen und teilweise auch messen kann. Insofern ist die Honor MagicWatch 2 definitiv eine Smartwatch – aber eben nicht so richtig smart.

Sie zeigt Daten an, aber ist dabei nicht interaktiv. So werden in der Uhr neben der Zeit auch die Herzfrequenz, der Akkustand oder die gelaufenen Schritte angezeigt. Doch anders als etwa bei einer Samsung-Smartwatch könnt ihr hier nicht auf diese Daten tippen, um dann Detailinfos zu sehen.

Die weiterwischbaren Anzeigen lassen sich weder erweitern noch ausblenden, da ist die MagicWatch leider ziemlich unflexibel, und die Wetteranzeige lässt sich nicht auf einen Ort festlegen, sondern orientiert sich via GPS immer am aktuellen Aufenthaltsort.

Andererseits hat Honor in seine MagicWatch 2 rund 15 Fitness-Modi eingebaut und sie noch durch 13 Laufkurse in verschiedenen Schwierigkeitsgraden erweitert. Mit einer speziellen Technik wird sogar während des Schwimmens die Herzfrequenz überwacht und sie gibt auch Daten zur Sauerstoffaufnahme (VO2max) aus. Was also die Sportfunktionen angeht, ist die Uhr bestens aufgestellt.

Man kann also sagen, dass es sich hier um eine nicht ganz so smarte Smartwatch handelt, die als Fitness-Tracker eine sehr gute Figur macht.

HONOR Smartwatch MagicWatch 2, 46 mm Fitness Tracker Armband, Amoled Touchscreen, GPS, Fitness Armbanduhr, Herzfrequenzmessung, 5 ATM wasserdicht, Schwarz

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Was im Test der MagicWatch 2 positiv und negativ auffiel

Honors MagicWatch 2 kann einige Dinge verdammt gut und hat bei anderen deutliche Mankos. So ist zum Beispiel die Workout-Sprachausgabe weder ins Deutsche übersetzt, noch kann man sie abschalten. Dafür ist sie aber sehr zuverlässig bei der Schrittzählung und vorbildlich sparsam beim Batterieverbrauch.

In unserer Galerie haben wir einige Bilder für euch zusammengestellt, die euch einen Einblick in die Features der Uhr geben:

Hier ist die Honor MagicWatch 2 richtig gut:

Feature Kommentar
Stromverbrauch Bei durchschnittlicher Nutzung, mit GPS während des Workouts, dauerhafter Herzkontrolle und ohne Standby-Watchface, braucht die Uhr pro Tag etwa 10% ihrer Akkukapazität. Andere Smartwatches müssen da jeden Tag aufgeladen werden. Je nach Einstellung der Uhr, dürfte sich die Laufzeit tatsächlich auf die genannten 14 Tage ausdehnen lassen.
Display Die Honor MagicWatch 2 verfügt über ein sehr scharfes, helles OLED-Display, auf dem auch kleinste Schrift gut lesbar ist. Eine automatische Helligkeitsanpassung sorgt dafür, dass ihr im Sonnenlicht klar sehen könnt, und in der Nacht nicht geblendet werdet.
Schrittzählung Unexakte Zählung oder Erkennung der Schritte wird oft bei Fitness-Trackern bemängelt. Wir haben uns die Mühe gemacht, die Schrittanzeige während des Tages immer wieder mal für längere Zeit beim Laufen zu kontrollieren. Die Uhr verpasst keine Schritte (auch nicht beim Treppensteigen) und mogelt auch keine hinzu.
GPS Die Uhr unterstützt GPS und die GLONASS-Satelliten-Positionsbestimmung, wobei sie ziemlich fix und akzeptabel exakt ist. Strecken-Tracking ist so auch ohne mitgeführtes Smartphone möglich.
Wasserdicht (eingeschränkt) Die Uhr kann zum Training im flachen Wasser genutzt werden. Allerdings sollt ihr damit weder heiß duschen, noch Schnorcheln oder in die Sauna gehen – sagt der Hersteller. Sie soll bis zu einer Tiefe von 50 Metern dicht sein.
Platz für Musik Die MagicWatch 2 verfügt über rund bis zu 4 GB (realistisch aber her 2,5 GB) Speicherplatz, auf den ihr Musik im MP3- und AAC-Format uploaden könnt, die sich dann unterwegs über den eingebauten Lautsprecher oder einen Bluetooth-Kopfhörer abspielen lässt.
Freihand-Telefonie-Verbindung zum Handy Ist die Uhr mit eurem Smartphone gekoppelt, könnt ihr über das eingebaute Mikrofon und den internen Lautsprecher ein Telefongespräch annehmen, ohne das Handy aus der Tasche nehmen zu müssen. Das hat im Test etwa beim Autofahren gut geklappt.
Automatischer Energiesparmodus Die Uhr erkennt, ob ihr sie tragt oder nicht. Liegt sie auf dem Nachttisch, dann geht sie in den Energiesparmodus und es werden auch keine Benachrichtigungen angezeigt oder Anrufe signalisiert.
Unabhängig Fitness- und Strecken-Tracking ist wegen des eingebauten GPS möglich, ohne dass ihr euer Handy mitführen müsst. Gleichzeitig habt ihr reichlich Platz für eure Musik auf der Uhr.
Benachrichtigungen Ihr könnt in der Health-App wählen, welche Smartphone-Apps euch Benachrichtigungen an die Uhr senden dürfen. Die werden euch dann – dank des exzellenten Displays – gestochen scharf angezeigt, sodass ihr euch in vielen Fällen den Griff zum Handy sparen könnt.

Das können andere besser:

Nachfolgend nennen wir euch einige Schwächen der Uhr. Dabei handelt es sich vor allem um Dinge, die andere Hersteller deutlich besser im Griff haben. Das Datenschutzproblem der Honor-Konzernmutter Huawei wird zum Beispiel auch nicht besser dadurch, dass Werbe-Versand bei der App gleich voreingestellt und nicht sofort abwählbar ist.

Für einige Nutzer dürfte auch die Tatsache interessant sein, dass ihr ohne das Anlegen eines Huawei-Kontos nicht weiterkommt. Und wenn man sich dann die Datenschutzregeln ansieht, stellt man fest, dass zwar die meisten Daten auf EU-Servern gespeichert werden, aber trotzdem einige Daten ihren Weg nach China finden. Wenn ihr dem widersprecht, könnt ihr die Uhr nicht nutzen.

Feature Kommentar
Steuerung Die Honor MagicWatch 2 verfügt nur über zwei Buttons und die taugen kaum zur Steuerung der Uhr. Sie bieten nicht mal grundlegende Scroll-Funktionen. Die meisten Aktionen müssen gewöhnungsbedürftig mit dem Finger bewerkstelligt werden. Nur ein Button kann mit einer ausgewählten Aktion belegt werden und das nicht einmal doppelt (Einzel- oder Mehrfachdruck).
Nicht komplett übersetzt (Stand: Januar 2020) „Start Workout“, „Workout paused“ und „Workout ended“ quäkt die Uhr, sobald man sich sportlich betätigt. Und abstellen lässt sich das auch nicht.
Probleme mit Huawei Mobile Services Um die Uhr-App „Health“ nutzen zu können und die Uhr mit dem Smartphone zu koppeln, müsst ihr die „Huawei Mobile Services“ installieren. Das hat mit der Version aus dem Google Play Store überhaupt nicht geklappt und erst Recherchen führt dann zum Ratschlag, sich die deutlich neuere Version von APK-Mirror herunterzuladen. Damit hat es dann geklappt.
App Die Health-App synchronisiert zügig und nahezu verzögerungsfrei die Daten zwischen Uhr und Smartphone. Da sind wir zum Beispiel von einer Nokia Steel HR oder Samsung Gear S3 anderes gewöhnt. Gleichzeitig ist sie aber hauptsächlich auf die Präsentation von Fitnessdaten ausgerichtet und bietet wenig „smarte“ Features. Ein Backup der Daten erfolgt nur über die Huawei-eigene Cloud – mit allen Datenschutzbedenken, die man nicht verschweigen sollte. Gleich beim Start sind außerdem Werbezustimmungen aktiviert, die man erst suchen muss, um sie wieder zu deaktivieren. Außerdem ist ein Export beziehungsweise ein Teilen der Daten nur mit Google Fit oder MyFitnessPal vorgesehen. Da wäre mehr Auswahl wünschenswert.

Neutrale Feststellungen:

Einige der Features beziehungsweise fehlenden Features sind nicht direkt schlecht oder gut. Bei ihnen kommt es darauf an, welche Priorität ihnen der einzelne Nutzer beimisst.

Feature Kommentar
Watchfaces Es gibt nur eine eingeschränkte Zahl von Watchfaces auf der Uhr und ein paar weitere könnt ihr herunterladen. Bei diesem Angebot sollte jeder etwas finden, mit dem er leben kann. Und wenn nicht, sind sie durch eigene Fotos schnell, komfortabel und einfach personalisierbar – allerdings nicht unter iOS!.
Betriebssystem Die MagicWatch 2 nutzt nicht das eher berüchtigte als berühmte WearOS von Google, sondern läuft mit dem eigenen LiteOS. Das macht die Uhr schnell, die Animationen und Reaktionen flüssig. Gleichzeitig verbaut sich Honor damit aber (zwangsläufig) den Zugriff auf den Google-Markt der Wearable-Apps und bietet selbst auch keine an. Manche sehen das als Problem, andere als Vorteil – entscheidet selbst.
Kein eingebauter Assistent Das ist ein subjektives Thema: Einige Nutzer mögen sicher die Möglichkeit, mit ihrer Uhr zu reden und sie eventuell sogar so zu steuern, andere finden es überflüssig oder sogar albern. Jedenfalls verzichtet die MagicWatch 2 auf eine Verbindung zu solchen Assistenten.

GIGA-Fazit zum Test der Honor MagicWatch 2

Die Fitness-Smartwatch Honor MagicWatch 2 ist ein anständiges Stück Technik zu einem akzeptablen Preis. Es ist zu erwarten, dass sich der UVP von 179,00 Euro schnell dem Markt anpassen und sinken wird. Dann bekommt ihr für das Geld ein zuverlässiges Gerät mit guten Features, das außerdem noch ein vielfältiges Fitness-Tracking ermöglicht. Beim Test hat uns unter anderem gefallen, dass die relevanten Funktionen alle problemlos und flüssig funktionieren, während das bei der einen oder anderen Uhr schon mal kompliziert oder überladen sein kann.

Beispiel Lauf-Tracking: Man sucht sich die Fitness-Aktion „Gehen (Outdoor)“ aus und startet sie. Das GPS findet sich blitzschnell zurecht und die Aufzeichnung geht los – lediglich die englischen Ansagen nerven. Zwischendurch eine Pause am Café und am Ende ein Knopfdruck und man kann sich die Strecke nebst einiger Detaildaten sofort auf dem Handy ansehen.

Auch wenn es euch nicht um den Fitness-Faktor geht, könnt ihr mit dieser Uhr glücklich werden. Im schnellen Zugriff (nach rechts oder links streichen) seht ihr neben der Zeit eure Leistung, die Musiksteuerung und eine Wetteranzeige sowie den Stresslevel und eure Herzfrequenzaufzeichnung.

Nach oben streichen und ihr seht eure letzten Benachrichtigungen, wobei die Menge des angezeigten Vorschautextes von der App abhängt. E-Mails sind als Betreffzeile zu sehen, WhatsApp-Nachrichten könnt ihr oft ganz lesen. Eine Antwortfunktion gibt es in dem Fall aber nicht.

Die Knöpfe an der Seite werden etwas stiefmütterlich behandelt. Der untere Knopf kann mit einer einzigen Funktion frei belegt werden. Der obere ruft lediglich das Hauptmenü auf, das ihr dann mit den Fingern durchstöbern müsst.

Wenn ihr jedoch mit den Eigenheiten leben könnt und die Vorteile zu schätzen wisst, dann ist Honors MagicWatch 2 eine wirklich brauchbare fast smarte Uhr mit einem leistungsstarken Fitness-Anteil, der euch alle wichtigen Funktionen einer Smartwatch bietet, ohne euch überflüssige Spielereien bezahlen zu lassen.

Honor MagicWatch 2: Bewertung

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 5/5
  • Display: 5/5
  • Software (Handy-App und Funktionen): 3/5
  • Hardware-Navigation: 3/5
  • Fitness-Modi: 4/5
  • Performance: 5/5
  • Speicher: 4/5
  • Akku: 5/5

Gesamt: 85 Prozent

Honor MagicWatch 2: Technische Daten beider Versionen

MagicWatch 2 – 46 mm MagicWatch 2 – 42 mm
Display 1,39′‘ AMOLED-Farbdisplay Auflösung 454 x 454 Pixel 326 Pixel pro Zoll 1,2′‘ AMOLED-Farbdisplay Auflösung 390 x 390 Pixel 326 Pixel pro Zoll
Maße & Gewicht 45,9 x 45,9 x 10,7 mm, Armbandbreite 22 mm Ca. 41 g (ohne Armband) 41.8 x 41.8 x 9.4 mm
Gehäuse Stahl
Prozessor Kirin A1
Speicher 32MB ROM und 4GB Speicherplatz
Akku 455 mAh (ca. 14 Tage Laufzeit) 215 mAh (ca. 7 Tage Laufzeit)
Wasserdicht Bis 50 Meter
Konnektivität 2.4 GHz, Bluetooth 5.1, unterstützt BLE/BR/DER, unterstützt Zwei-Frequenz-GPS
SIM Nein
Lautsprecher Ja
USB-Anschluss Nein
Sensoren Beschleunigungs-Sensor, Gyroskop, Magnetfeld-Sensor, Barometer-Sensor, Optischer Herzfrequenz-Sensor, Umgebungslicht-Sensor, kapazitiver Sensor
Betriebssystem LiteOS (Huawei/Honor)
Kompatibilität Android ab Version 4.4, IOS ab Version 9.0

Smartwatch: Welches Wearable tragt ihr?

Früher trug man simple Uhren, heute kann man zwischen vielen "Wearables" wählen. Was tragt ihr am Handgelenk und wieso? Nehmt an unserer Umfrage teil und schreibt uns eure Meinung in die Kommentare!

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