The Sojourn im Test: Gelungener Nachschub für Rätsel-Fans

Alexander Gehlsdorf

Ob jemals Portal 3 erscheint, steht aktuell noch in den Sternen. Stattdessen laden andere Rätselspiele dazu ein, die Wartezeit zu überbrücken. Auch The Sojourn will deine grauen Zellen bis zum Äußersten fordern.

The Sojourn im Test: Gelungener Nachschub für Rätsel-Fans

Sojourn  Das Wort bedeutet soviel wie vorübergehender Aufenthalt, etwa als Teil einer Reise. Auch das Spiel The Sojourn ist eine, im wahrsten Sinne des Wortes rätselhafte Reise, die dich nicht nur mit zahlreichen Knobeleien und Logik-Rätseln konfrontiert, sondern dich auch durch eine kryptische Handlung führt, deren Interpretation deiner eigenen Kombinationsgabe überlassen ist.

Kryptische Handlung hin oder her, im Kern ist The Sojourn ein Rätselspiel, ganz in der Tradition von Genre-Größen wie Portal. Dass Valves Meisterwerk in pucto Rätsel-Design Pate stand, bestätigte mir Entwickler Shifting Tides sogar persönlich, als mir das Spiel bereits im Juli das erste Mal präsentiert wurde.

The Sojourn - Release Date Trailer.

Schritt für Schritt

Statt mit Portalen rätselst du in The Sojourn unter anderem mit Statuen, Harfen, Schaltern, Toren und vor allem einer parallelen Schattenwelt. Die Statuen erinnern dabei am ehesten an Portal: Wenn du eine Statue ansiehst und aktivierst, kannst du den Platz mit dieser Tauschen. Möglich ist dies allerdings nur, wenn du dich in der Schattenwelt befindest, die du immer nur für eine begrenzte Zeit und nur an bestimmten Orten betreten kannst.

Außerdem kannst du in de Schattenwelt Brücken überqueren, die in der Realität längst in Trümmern liegen. An anderer Stelle versperren dir jedoch Dornen den Weg, die ausschließlich in der Schattenwelt wachsen können.

Die einzelnen Mechaniken werden verständlich und übersichtlich vorgestellt, nehmen in den darauffolgenden Leveln jedoch schnell an Komplexität zu. Dadurch werden die Rätsel schnell angenehm fordernd, fühlen sich jedoch nie unmöglich an. Gerade bei komplexeren Rätsel hatte ich im späteren Spielverlauf jedoch hin und wieder das Gefühl, in erster Linie durch Glück und pures Ausprobieren das Ziel erreicht zu haben, statt mir die Lösung stets logisch herzuleiten.

Wer seine grauen Zellen wirklich anstrengen will, kann sich allerdings in fast jedem Level einer optionalen Bonusaufgabe stellen. Bei dieser spielt Glück keine Rolle mehr, stattdessen können hier nur diejenigen bestehen, die das jeweilige Rätsel wahrhaft verinnerlicht haben.

Ein Keks zur Belohnung

Während das große Vorbild Portal neben dem fantastischen Rätsel-Design noch mit einer einzigartigen Atmosphäre, sowie Humor und einer großartigen Story punkten konnte, geht The Sojourn in dieser Hinsicht einen deutlich weniger ambitionierten Weg. Atmosphärisch kann das wunderschöne Spiel zwar definitiv überzeugen, demgegenüber ist die Geschichte des Spiels eher ein optionales Beiwerk. Erzählt wird diese durch eine Reihe Standbilder, die zur Spekulation einladen – aber zugunsten der echten Rätsel auch einfach ignoriert werden können.

Auch die Schriftrollen, die du durch das Absolvieren der Bonusaufgaben freischaltest, sind eher von sekundären Belang, da sie lediglich Sprüche offenbaren, die aus einem Glückskeks stammen könnten und an Esoterik grenzen. Geschmackssache.

Mein Fazit zu The Sojourn

Mit der erzählerischen Finesse eines Portal kann The Sojourn zwar nicht mithalten, bietet dafür hochwertiges Rätsel-Design, das in den optionalen Bonusaufgaben selbst Profis so richtig zum Grübeln bringen kann. Trotz der optischen Ähnlichkeit kann das Spiel Rätsel allerdings nicht mit der Qualität und Originalität eines The Witness mithalten. Knobelfreunde sollten sich das Spiel definitiv ansehen, auch wenn die wunderschöne Traumwelt von The Sojourn erzählerisch noch mehr Potential gehabt hätte.

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