Animal Crossing - Pocket Camp in der Vorschau: Nimm dir eine kurze Auszeit vom Spielen

Michael Sonntag

Der Alltag kann manchmal ziemlich anstrengend sein. Natürlich kannst du mit Videospielen abschalten, doch auch bestimmte Videospiele erfordern, was die Steuerung und die Geschichte angeht, ein hohes Maß an Konzentration und Reflexe. Glücklicherweise gibt es dann aber auch Animal Crossing: Pocket Camp.

Lass dich in die bunte und perfekte Welt von Animal Crossing entführen:

Animal Crossing: Pocket Camp Trailer.

Im Vorfeld: Pocket Camp erscheint hierzulande erst Ende November. Über einen legalen Trick konnte ich es aber bereits vorher spielen. Ich kenne mich mit dem Animal Crossing-Universum nicht aus. Deshalb ist es auch glaubwürdig, wenn ich sage, dass du es trotzdem gut spielen kannst, wenn es dein erster Kontakt mit der kunterbunten Welt sein sollte. Sie ist nicht kompliziert, sie ist bunt und weich.

Nintendo will dem Spieler mit Pocket Camp ein paar Minuten Urlaub verschaffen. Das ganze Spiel folgt dieser Devise. Jetzt komm erstmal runter, vergiss den Alltag. Passend dazu empfängt dich ein Hund mit seinem lockeren Gitarrenspiel. Anschließend folgt eine süße, aber simple Charaktererstellung. Dabei kann der Spieler zwischen ein paar Frisuren, Augentypen und Hautfarben entscheiden. An deinem Urlaubsort angekommen, begrüßt dich die Camp-Managerin und erzählt alles Wissenwerte zu dem Spiel, zum Urlaub.

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Schöner als die Realität

Das Ziel ist es, dein Urlaubshäuschen zum Traumpalast aufzubauen, mit Möbeln, Pflanzen und allen erdenklichen Gegenständen. Wenn du dich bei deiner Einrichtung nach den Vorlieben deiner Gästen richtest, kommen sie dich gerne besuchen und ziehen prinzipiell auch bei dir ein.

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Da der Spieler auf jeder Ebene als Urlauber empfangen wird, nimmt das Spiel ihm nicht nur die Koffer, sondern auch die Verantwortung ab. In der nächsten halben Stunde bekommt er mit Fingern gezeigt, was er wann drücken soll. So bekommt er erklärt, wie er mit Rohstoffen Möbel bauen und durch die Gegend reisen kann. Könntest du alles selbst machen, was das Spiel dir zeigt, wäre es wirklich ein tolles Gefühl. So aber bist du einfach nur Zuschauer. Allerdings ist es auf der anderen Seite so auch das angenehmste Spiel-Tutorial seit langem. Besonders wenn ich an bestimmte Einführungen aus anderen Spielen denke, die ich um 23 Uhr nicht bestehen würde.

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Die Gegend besteht aus verstreuten Ortschaften, die du per Schnellreise erreichen kannst. Die sind zwar winzig, aber offen begehbar. Die Steuerung geht dabei relativ simpel von der Hand. Dort, wo du hintippst, geht deine Figur auch hin. Jede Gegend zeichnet sich durch ein bestimmtes Geotop aus: Wald, Meer, Berg, Insel, Wiese. Alles ist schön, wiederholt sich aber. In jeder Gegend trifft die Figur auf einen anderen exotischen Charakter, der ihr etwas zu tun gibt. Sammle so viele X von Objekt Y. Früchte schüttelst du von Bäumen, Fische fängst du aus dem Meer, Diamanten sprengst du aus Steinen und Schmetterlinge fängst du mit dem Netz. Lieferst du alles Erforderte ab, erhältst du Baustoffe für dein Haus. In einem Editor kannst du die Möbel dann drehen und abstellen, wie du willst.

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Und da sind wir schon beim Thema: Das Spiel befriedigt nahezu sekündlich das eigene Belohnungssystem. Du bekommst etwas für das Abliefern von Gegenständen. Wenn du bei einer Person größere Beliebtheit erlangt hast, bekommst du etwas geschenkt. Wenn du mit ihr redest, wirst du belohnt. Wenn du als Belohnung eine bestimmte Anzahl einer Sache erhalten hast, bekommst du noch eine weitere Belohnung, weil es ein Achievement-System dafür gibt. Und dazu markiert es dir, dass alle Figuren dir noch etwas extra geben, weil sie dich so liebhaben. Das stimmt mich fröhlich, auch wenn ich das nicht zur Sucht werden lassen möchte.

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Alles hat seinen Preis

So schön die kleine Welt in deinem Handy auch ist, sie ist genauso begrenzt wie dein Display. Was das heißen soll? Nun ja, so herzlich deine Ankunft auf dem Campingplatz auch war, kurze Zeit später weist dich das Spiel darauf hin, dass jede Freude seinen Preis hat. Wenn du eine Aktivität wie Fischernetz auswerfen ausübst, bekommst du die erste Runde noch geschenkt. Wenn du es ein weiteres Mal probieren möchtest, kommst du mit der Währung dieses Spiels – den Blättertickets – in Kontakt.

Ausgerechnet in einer Welt, wo du mit allem überschüttet wirst, erhältst du diese Tickets eher selten. Es steht dem Spieler auch frei, sie per Mikrotransaktionen aufzustocken. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn diese Begrenzungen nicht überall erscheinen und den Spielspaß drücken würden. So musst du sogar bezahlen, wenn du von einer Figur weitere Aufgaben haben möchtest. Oder du wartest einfach stundenlang. In der Realität, weit weg von jedem Urlaubsgefühl.

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Zunehmend wuchs meine Skepsis gegenüber diesem Spiel, weil ich befürchtete, dass meine Neugierde mich zu interessanten Orten führt, diese dann aber durch eine Mautstelle blockiert werden. Außerdem ist unklar, ob sich das Spiel ab einem gewissen Punkt nicht einfach als Demo offenbart – dass ich für mehr Spiel auch mehr zahlen müsste. Dass meine Gratis-Einstellung nur bis zu einem gewissen Punkt geduldet wird.

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Fazit: Eher Kurztrip als Urlaub

Die quirligen Stimmen, die niedliche Musik, die gutherzigen Charaktere – das alles hat mich wirklich für zwei Stunden nett beschäftigt. Aber auf Dauer befürchte ich, dass es langweilig wird, unabhängig, ob ich für weitere Inhalte zahlen muss. Es ist ein nettes, kleines Spielchen. Ich würde es nicht spielen, wenn es nicht umsonst wäre. Und die Aktivitäten im Spiel sind nicht motivierend genug, dass ich dafür zahlen möchte oder Zeitschranken berücksichtige. Nintendo hat neben weiteren Inhalten auch einen Multiplayer angekündigt. Ob dieser den Spielspaß doch noch retten oder dagegen viele Spieler am selben langweiligen Ort einsperren wird, bleibt abzuwarten.

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