PokemonRotBlau

Ich war gerade einmal zwölf Jahre alt, als ich das erste Pokémon-Spiel zu Weihnachten in meinen blauen Game Boy steckte. Ich bekam passenderweise die Blaue Edition und mein kleiner Bruder die Rote Edition geschenkt. Gemeinsam gingen wir beide auf eine Reise durch eine wundervolle Welt voller Abenteuer. Mein Bruder war damals gerade zehn Jahre alt geworden und konnte sich deswegen umso mehr mit dem jungen Trainer der Spiele identifizieren.

So spielten wir in den Weihnachtsferien jeweils auf unserem Handheld unsere Edition des ersten Pokémon-Teils durch. Doch tauschten wir konstant unsere Erfahrungen miteinander aus: Welche Pokémon gibt es bei dir in Vertania Wald? Hast du schon ein Pikachu gefangen? Welches Level hat dein Glumanda? Mein Schiggy ist schon Level ...

Als wir dann noch erfuhren, dass wir unser eigenes Spiel vorantreiben und vervollständigen konnten, indem wir miteinander Pokémon tauschten und gegeneinander kämpften, wussten wir, dass wir das bis dahin schönste Spielerlebnis unserer Kindheit erlebten. Und tatsächlich gab es danach nie wieder ein vergleichbares Game. Ohne das Internet war jede Erfahrung darin neu, jede Entdeckung großartig, jede Entwicklung aufregend – und jeden Moment konnten wir miteinander teilen.