Wer als Kind Pokémon gespielt hat, hilft damit heute der Hirnforschung

Alexander Gehlsdorf

Wer in den neunziger Jahren viel Zeit mit der roten oder blauen Pokémon-Edition verbracht hat, kann heute damit die Wissenschaft unterstützen. Hirnforscher der Stanford University konnten durch ihre Hilfe eine ganz bestimmte Region im Gehirn erforschen.

Alle ursprünglichen 150 Pokémon zu erkennen und korrekt zu benennen dürfte für zahlreiche Kinder der Neunziger keine große Schwierigkeit darstellen. Für Hirnforscher stellen sie durch diese ungewöhnliche Fähigkeit daher eine perfekte Testgruppe dar, um einen bisher noch rätselhaften Teil des Gehirns zu analysieren.

Konkret geht es um den Occipitotemporal Sulcus, der sich hinter den Ohren befindet. Der Sinn des Experiments: Wissenschaftler haben bereits herausgefunden, dass es im Gehirn spezielle Regionen gibt, die dabei dienen, Gesichter, Zahlen und Wörter wiederzuerkennen. Herausfinden wollten die Wissenschaftler, ob sich diese Regionen unter gleichen Bedingungen bei Kindern entwickeln.

Wie genau die Studie ablief, erklärt diese kurze Dokumentation:

Pokémon-Spieler haben sich für diese Zwecke als die idealen Kandidaten herausgestellt. Immerhin sind sie alle mit genau den gleichen Pokémon konfrontiert worden, haben das Spiel zur selben Zeit in ihrer Kindheit gespielt und die 150 Monster alle auf die gleiche Art und Weise wahrgenommen: Eine Armlänge entfernt auf dem Bildschirm eines Game Boy.

Tatsächlich gelang es der Studie Belege dafür zu finden, dass sich die entsprechende Region im Gehirn bei allen Teilnehmern weitestgehend gleich entwickelt hat. Daraus lassen sich wiederum zahlreiche Folgestudien ableiten, die unter anderem die Hintergründe von Störungen wie Dyslexie erklären könnten.

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