Death Stranding: 12 Tipps zum Spielstart – und eine Warnung

Marina Hänsel

Wie überlebt ihr Death Stranding? GIGA-GAMES-Redakteurin und Zustellerin Marina ist 200 Kilometer durch Hideo Kojimas ominöses Spiel gewandert, um euch ein paar Tipps mit auf den Weg zu geben.

Death Stranding wird schließlich nach und nach an unseren Strand gespült, und liegt jetzt, in diesem Moment, womöglich druckfrisch in euren Händen. Wenn nicht, es fliegen noch ein paar herum – und der Videospielladen eures Vertrauens hat sicher auch noch das Spiel auf Lager. Diese 13 Tipps zum Spielstart von Death Stranding könnt ihr ganz beruhigt mit einer Tasse Tee genießen, ohne vor Spoilern auf der Hut sein zu müssen: Keine Spoiler, kein Vorwegnehmen von unbekannten Spielmechaniken oder Story-Details, kein nichts. Nur Liebe, Tipps und ein paar gut gemeinte Ratschläge. Oh, und ein Launch-Trailer, der von Hideo Kojima eigenhändig geschnitten wurde:

Death Stranding - Launch Trailer.

1. Legt den Hype um Death Stranding ab

„OH MEIN GOTT, DEATH STRANDING WIRD MICH VOM HOCKER HAUEN!“ mag womöglich euer Gedanke sein, aber ich bitte euch vor Spielstart ein, zwei ruhige Atemzüge zu nehmen – und den Mantel des Hypes sanft von euren Schultern zu streifen. Dieses Spiel wird euch nicht mit der Faust die Endorphine aus dem Bauch boxen, es wird nicht die Erfüllung all eurer Träume sein – zumindest nicht in den ersten Stunden.

Erwartet keine Explosion an Emotionen, kein Knall-Peng-Action-Kino, keinen Mindfuck, der euch sofort ins nächste Jahrhundert des Science-Fiction-Genres katapultiert. Gute Geschichten beginnen langsam und Death Stranding ist eine der langsamsten, ruhigsten Erfahrungen, die ihr machen könnt. Mein Rat: Lasst euch darauf ein.

2. Warnung: Spielt auf keinen Fall offline

Ihr braucht kein PS Plus, um Death Stranding online spielen zu können. Nichtsdestotrotz könnt ihr die Online-Funktion im Hauptmenü ausschalten, was ich euch auf keinen Fall empfehlen würde. Über den asynchronen Multiplayer hinweg werden euch die anderen Spieler nicht stören, sondern auf wunderbare Art im Spiel helfen. Kurz gesagt: Die volle Death-Stranding-Erfahrung macht ihr nur online.

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3. Liker werden gelikt

Es gibt da ein Sprichwort unter uns Zustellern und Paketboten: Liker werden gelikt. Eine der grundlegenden Spielmechaniken in Death Stranding ist das Strand-System, ein asynchroner Multiplayer, bei dem ihr auf Nachrichten und Objekte anderer Spieler in eurer Welt trefft – und die könnt ihr mit Likes versehen. Das wiederum bedeutet auch: Andere Spieler werden ebenso auf eure Nachrichten und Items treffen, die ihr zurücklasst: Leitern etwa oder auch Seile, mit denen ihr unwegsame Gebiete etwas wegsamer macht.

Jeder Spieler levelt mit der Währung Likes, die ihr von NPCs wie auch von anderen Spielern erhaltet. Nun bleibt die Frage: Wie bekommt ihr eigentlich Likes von anderen? Und warum in Kojimas Namen haben alle anderen so viel mehr Likes, als ihr selbst? Um im Spiel gelikt zu werden, reicht es nicht aus, Objekte und Nachrichten perfekt zu platzieren – ihr müsst auch fleißig die Kreationen anderer liken. Denn nur so könnt ihr sicherstellen, dass eure Hinterlassenschaften überhaupt in den Spielen anderer erscheinen. Kurz gesagt: Vergebt ihr viele Likes, bekommt ihr auch mehr. Im Menü könnt ihr unter Brücken-Verträgen die anderen Spieler auf eurem Server einsehen sowie die Verteilung der Likes. Klickt auf euren eigenen Namen, um zu schauen, wie viele manuelle Likes ihr von anderen erhaltet habt.

Schnelle Tipps für mehr Likes:

  • Platziert eure Items und Kreationen intelligent
  • Vergebt so viele Likes wie möglich an die Items und Kreationen anderer
    • Tipp: Ihr könnt durch mehrmaliges Drücken des Touchpads mehr als einen Like auf einmal vergeben
  • Macht Brücken-Verträge
    • Die können im Menü-Punkt Brücken-Verträge abgeschlossen werden
  • Erledigt Aufträge, um eure Chirale Reichweite zu erhöhen
    • Die Chirale Reichweite bestimmt, wie viele eurer Objekte in den Welten anderer erscheinen

Unendlich Likes absahnen? Ich verraten euch in einem ausführlichen Artikel zum Level- und Like-System, wie ihr in Death Stranding schnell levelt.

4. Verstehen wird überbewertet

Ihr müsst Death Stranding nicht in den ersten Minuten verstehen. Ihr müsst das Spiel auch nach fünf Stunden nicht verstehen – oder nach zwanzig. Versteht mich nicht falsch (haha!), ihr werdet Stunde um Stunde mehr durchblicken, aber gleichzeitig auch weniger, weil sich mit jeder Antwort oft neue Fragen auftun. Hideo Kojima ist ein Meister-Auteur abgedrehter, komplexer Geschichten und Death Strandings Mysterium wird euch ohne Frage bis zum Ende beschäftigen. Was auch so beabsichtigt ist, denn viele Stränge kommen in den letzten Kapiteln zusammen und können auch erst da gänzlich begriffen werden. Kurz gesagt: Ihr seid nicht die einzigen, die verwirrt sind. Habt Geduld.

5. Uh, Schnellreise?

Ihr fragt euch, warum ihr alle Strecken laufen müsst? Und ob es nicht etwa eine Schnellreise-Funktion gibt, die ihr einfach noch nicht entdeckt habt? Tja, leider muss ich euch eines mitteilen: Ihr spielt Death Stranding. Ihr seid Sam Porter Bridges und nein, euer Leben wird nicht mit einer Schnellreise-Funktion erleichtert werden. Zwar wird es später im Spiel etwas Ähnliches geben, allerdings mit ein paar … Nachteilen. Seht es so: Hätte Death Stranding euch von Anfang an eine Schnellreise gegeben, wäre das, als würde Dark Souls euch gleich zu Anfang ein Schwert überreichen, das jeden Gegner mit ein paar Schlägen umhaut.

6. NICHT ZU VIEL TRAGEN

Wie ihr spätestens beim ersten Spielstart bemerken werdet, ist Sam ein Zusteller im Spiel – ein Mann, der Pakete von einen Ort an den anderen trägt. Und ihr werdet viele Pakete von einem Ort an den anderen schleppen – warum also nicht gleich alle auf einmal schultern? Wer würde denn zwei Wege gehen, wenn nur einer möglich ist?!

Aber: Je mehr Pakete ihr auf dem Rücken tragt, desto frustrierender wird sich euer Weg von A nach B gestalten. Ihr lauft langsamer, kippt bei jeder Bewegung zur Seite und müsst nur angestoßen werden, damit die Hälfte der Waren von eurem Rücken fällt und Schaden nimmt. Es ist nicht klug, das Limit eurer Tragfähigkeit auszureizen – ganz besonders zu Beginn des Spiels, wo ihr noch kein versierter, aufgelevelter Zusteller seid. So oder so solltet ihr jedoch einen wichtigen Ratschlag beherzigen:

7. Automatische Verteilung, Amen

Wenn ihr die Pakete auf euren Rücken ladet, achtet auf eine gleichmäßige Verteilung oder benutzt die Automatische Verteilung. Die aktiviert ihr mit Dreieck im Trage-Menü und, ganz ehrlich, ich habe sie durchgehend verwendet und es nie bereut. Mithilfe der Automatischen Verteilung werden die Pakete ideal an eurem Körper angeordnet, sodass ihr bestmöglich vorankommt und eben nicht ständig umfallt. (Was keinen Spaß macht.) (Das Umfallen.)

8. Reparieren von Paketen und Fahrzeugen

Ihr könnt Fahrzeuge wie auch Pakete reparieren. Dazu jedoch ein paar Details: Zunächst einmal haben eure Pakete zwei Lebensanzeigen: Den Zustand der Verpackung ergo des Gehäuses, und der Zustand der Ware. Ihr könnt das Gehäuse reparieren, allerdings nicht die Ware selbst (ihr seid immerhin kein Zauberer). Generell nimmt eure Ware dann Schaden, wenn der Container gänzlich zerstört ist – das zumindest trifft zu, wenn es sich nicht um zerbrechliche oder anfällige Ware handelt. Faustregel: Repariert den Container rechtzeitig, damit eure Ware nicht irreparabel beschädigt wird. Und nein, ihr könnt keine komplett zerstörten Pakete abliefern und damit eine Mission abschließen. Das wäre ja fast so, als würdet ihr bei einem Bosskampf in Dark Souls sterben, aber trotzdem weiterkommen. Duh.

Pakete repariert ihr mit dem Reparatur-Spray, allerdings geschieht das nicht im Inventar, sondern im Spiel: Ihr müsst demnach das gewünschte Objekt vor euch auf den Boden stellen, das Spray ausrüsten und sprühen. Sobald der Behälter keine Funken mehr abgibt, ist er wieder tipptopp zu 100% repariert. Auch Fahrzeuge gehen mit der Zeit kaputt, können aber nicht mit dem Spray repariert werden. Ich habe es (aus Dummheit) sehr lange und wenig erfolgreich versucht. Stattdessen müssen sie in die Garage geschafft werden, heißt: Ihr stellt euch mit dem Fahrzeug auf die Plattform, die euch zu eurem privaten Raum geleitet und fahrt nach unten. Klingt einfach, wenn ihr es wisst.

9. Schlafen, Essen, Trinken, Duschen, Pipi

Death Stranding hat einige Survival-Mechaniken, die ihr ohne Frage beachten solltet – allen voran: Ihr müsst schlafen. Sam ist keine Supermaschine, die bis zum Ende des Spiels ohne Pause die Welt durchwandern kann. Er wird müde, erschöpft sich und kippt um, falls ihr ihn zu hart rannehmt. Am allerwichtigsten ist daher der gute alte Schlaf, den ihr euch entweder im privaten Raum in allen größeren Stationen holen könnt oder in der Natur. Aber aufpassen: Ihr könnt zwar, solltet aber nicht überall schlafen. Fragt euch einfach immer, ob ihr euch an diesem oder jenen Ort im echten Leben hinlegen würdet und ist die Antwort eher Nein, dann lasst es. (Ich würde mich etwa nicht neben eine Gruppe Verbrecher zur Ruhe legen, aber vielleicht ist das nur meine Ansicht.)

Neben schlafen könnt ihr essen, trinken, duschen und euer Geschäft verrichten – nichts davon jedoch müsst ihr tun. Leckere Würmer und Energy-Drinks füllen euer Leben sowie eure Ausdauer auf, Duschen und Klogänge dagegen treiben Teile der Story voran und bringen euch nützliche Items. Welche das sind, solltet ihr selbst herausfinden. (Ihr könnt zudem Norman Reedus nackt in der Dusche beobachten, falls ihr vorher noch nicht motiviert genug wart).

10. Kämpft, wenn ihr müsst (und manchmal auch, wenn nicht)

Death Stranding ist angefüllt mit Gefahren, die ihr zumeist in Metal-Gear-Solid-Manier umschleichen könnt. Gehört das zu euren liebsten Spielstilen, dann warum nicht? Es sei euch jedoch gesagt, dass gerade Kämpfe gegen GDs („Gestrandete Dinge“ oder im Englischen BTs „Beached Things“) euren Charakter voranbringen werden: Ihr erhaltet Items, könnt eure Waffen upgraden und, schlicht gesagt, habt Spaß. Ich hatte Spaß. Ihr habt vielleicht auch Spaß.

11. Seid nicht fies zu eurem BB

Sam Porter Bridges wird den Großteil des Spiels über ein BB mit sich tragen – ein besonderes Baby, mit dessen Hilfe ihr GDs aufspüren könnt. Seid ihr fies zu dem Baby und wiegt es nicht in euren Armen, sobald es schreit, seid ihr …

  1. ein schlechter Mensch
  2. und dürft auch damit rechnen, dass BB seinen Zweck irgendwann nicht mehr erfüllen kann

Durch ein Gebiet voller GDs zu wandern, ohne die geringste Ahnung zu haben, wo sie sind, ist … nicht schön. Im Sinne von tödlich.

Seid lieb zu BB und das Spiel ist lieb zu euch.

12. Strategie ist alles

Plant eure Botengänge und Missionen. Schaut, wie viel ihr tragen könnt und wägt das Gewicht mit der Strecke ab, die ihr zurücklegen müsst. Bei kurzen Strecken könnt ihr mehrere Aufträge annehmen, bei längeren solltet ihr schauen, an welchen anderen Stationen ihr vorbeikommt: Womöglich könnt ihr eine Runde laufen und so gleich mehrere Aufträge abschließen? Nebenmissionen sind zwar kein Muss, bringen euch aber im Level voran und schalten zuweilen neue Items frei.

Strategie ist hier alles, ebenso wie der kürzeste Weg nicht immer der beste ist. Auf eurer Map könnt ihr relativ gut einsehen, wo das Terrain bergig oder unwegsam wird. Sollte das Fall sein, müsst ihr womöglich noch Leitern oder Seile mitnehmen – oder Waffen gegen GDs. Seid ausgeschlafen, bevor ihr eine größere (oder kleinere) Reise beginnt und setzt eure Wegmarker auf der Map an die richtigen Stellen (oftmals ist es besser, nicht nur einen Wegmarker zu setzen).

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Das ist Death Stranding: Release-Datum, Gameplay, Story, Pre-Order und mehr Infos

13. Nehmt euch Zeit zum Genießen

Und zu guter letzt, mein bescheidener Rat an euch: Lasst euch Zeit. Rennt nicht nur mit dem Allernötigsten der Hauptmission hinterher, nehmt nicht die kürzesten Wege und versucht nicht, mit Ach und Krach eure fast komplett zerstörten Lieferungen der Zielperson vor die Füße zu werfen. Wenn das grundlegende Gameplay von Death Stranding auch anstrengend und anders sein mag, als ihr es gewohnt seid – genießen könnt ihr es trotzdem.

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