Handy reinigen und desinfizieren: So werden Smartphone-Display, -Anschlüsse und -Lautsprecher sauber

Stefan Bubeck 3

Gerade in der Erkältungszeit sollte das Handy regelmäßig richtig gereinigt werden. GIGA zeigt euch, wie ihr Smartphones sauber macht und desinfiziert, ohne sie dabei zu beschädigen. Update: Welche Mittel gegen das Coronavirus wirken und welche simplen Ratschläge ein Zubehörhersteller hat.

Coronavirus und Handys: Welche Mittel sind zum Desinfizieren geeignet?

Apple hat seine Informationsseite zur iPhone-Reinigung im Zuge der anhaltenden Coronavirus-Ausbreitung aktualisiert. Nun sind hier konkrete Angaben zu finden, welche Reinigungsmittel zur Desinfektion von iPhones in Frage kommen:

Mit einem Tuch mit 70-prozentigem Isopropylalkohol (Isopropanol 70 Vol.%) oder Clorox-Desinfektionstüchern kannst du die Außenflächen deines iPhone vorsichtig abwischen. Verwende keine Bleichmittel. Vermeide das Eindringen von Feuchtigkeit in jede Öffnung, und tauche dein iPhone nicht in Reinigungsmittel ein.

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Laut Robert Koch-Institut ist Isopropanol 70 Vol.% für die Händedesinfektion als „begrenzt viruzid“ mit einer Einwirkzeit von 30 Sekunden eingestuft. „Begrenzt viruzid“ bedeutet „wirksam gegen behüllte Viren“. Das Coronoavirus (SARS-CoV-2) gehört zu den behüllten Viren (siehe Deutsche Apothekerzeitung).

Auf der Suche nach einem Flächenputzmittel, das gegen das Coronavirus wirkt  und zudem vom Hersteller als „für die Smartphone-Reinigung geeignet“ eingestuft wird, sind wir auf die Produktreihe „Sterillium Protect & Care“ gestoßen. Diese Produkte wirken laut dem Hersteller Hartmann „gegen Bakterien, Hefepilze, behüllte Viren sowie Norovirus und Rotavirus“ und sind für „die schnelle Desinfektion von empfindlichen und senkrechten Oberflächen, z. B. PCs, Smartphones und Touchscreens“ geeignet. Wichtig: Wirkeintritt frühestens ab 30 Sekunden,  bis hin zu 5 Minuten (Norovirus). Die Produktreihe und nur mit Glück zu bekommen.

Die Süddeutsche Zeitung hat derweil einen Artikel veröffentlicht, der die Desinfektion des Smartphones mit chemischen Mitteln als nicht dringend notwendig einstuft. Laut dem darin zitierten Ärztlichen Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene (BZH) sei es wichtiger „die Hände regelmäßig und gründlich zu waschen.

Handy-Hygiene: Tipps vom Zubehör-Anbieter

Der Zubehörhersteller Zagg liefert im Zuge der Coronavirus-Ausbreitung zwei simple Ratschläge, die auch GIGA befürwortet:

  1. Reinigen Sie Ihr Smartphone zweimal täglich.
  2. Durch die Nutzung von Bluetooth-Kopfhörern oder Headsets wird das Risiko der Verbreitung ebenfalls minimiert, da das Smartphone beim Telefonieren nicht ständig an Ihre Wange gedrückt wird.

Handy normal reinigen: Welches Tuch, welches Reinigungsmittel?

Die wichtigste Regel zuerst: Keine aggressiven Reinigungsmittel und keine Scheuermittel! Diese gefährden die fettabweisende Display-Beschichtung moderner Smartphones. Die in Scheuermitteln enthaltenen Bestandteile (z. B. Quarzmehl) können den Bildschirm sogar für immer verkratzen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verwendet beim Smartphone-Putz nur ein mit Wasser angefeuchtetes (nicht nasses!) , z. B. ein Objektivtuch. Diese Reinigungsmethode wird etwa vom iPhone-Hersteller Apple empfohlen (Nachtrag: Siehe Update-Box oben).

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Ganz ohne Putzmittel bekommt man Fettflecken und Fingerabdrücke aber nun mal nicht so leicht weg. Einfacher wird es unter Zuhilfenahme geeigneter Reinigungsmittel. Wir empfehlen, auf die Beschreibung des Herstellers zu achten: Ist das Produkt ausdrücklich zur Reinigung von Smartphones geeignet? Wenn das nicht eindeutig feststellbar ist, dann lieber einen anderen Reiniger verwenden.

Wir haben gute Erfahrungen mit den teuren, aber hochwertigen Reinigungsprodukten vom deutschen Linsenhersteller Zeiss gemacht. Diese gibt es als umfassendes Komplettset, inklusive praktischem Blaseblag zur Entfernung von Staub:

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Für die schnelle Reinigung zwischendurch eignen sich Smartphone-Reinigungstücher:

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Glasreiniger oder Spülmittel: Darf man damit Handys putzen?

Vom Einsatz herkömmlicher Glasreiniger und Spülmittel aus dem Haushalt ist allgemein abzuraten. Zu groß ist die Gefahr, dass hier Inhaltsstoffe enthalten sind, die das Handy (insbesondere die Antifettbeschichtung des Displays) beschädigen könnten.

Einige Smartphone-Nutzer schwören dennoch darauf und verwenden etwa den vergleichsweise günstigen zur Säuberung des Smartphone-Displays. Dieses Produkt ist laut Hersteller für die Reinigung von „Bildschirm-Oberflächen“ geeignet – von Smartphones im Speziellen ist aber nicht die Rede. Dieser Tipp sollte also auf eigene Gefahr hin ausprobiert werden. Wir haben in der Vergangenheit ein iPhone 8 mehrfach so gereinigt und konnten keinen negativen Effekt feststellen.

Handy putzen: In 3 Schritten zum sauberen Smartphone

Das Display und die Rückseite eines Smartphones reinigt man am besten so, wie man auch eine Brille richtig putzt. Vor der eigentlichen Reinigung sollte man darauf achten, dass sich kein groben Staub- oder gar Sandkörner auf dem Handy befinden. Außerdem wichtig: Das Handy vor der Reinigung ausschalten und das Ladekabel abziehen.

Unsere Empfehlung:

  1. Sauberes Mikrofasertuch mit oder Wasser leicht anfeuchten (nicht direkt aufs Handy sprühen!).
  2. Das Handy lückenlos mit der feuchten Stelle des Tuchs abwischen. Hierbei kann es zu Schlierenbildung kommen – das ist der angelöste Fettschmutz.
  3. Trockene Stelle oder ein zweites, trockenes Mikrofasertuch nehmen und mit kreisförmigen Wischbewegungen den gelösten Schmutz entfernen, bis keine Schlieren mehr zu sehen sind.

Auf diese Weise bekommt man auch die Kameralinsen sauber. Am Ende hilft die Sichtkontrolle mit bloßem Auge: Das Handy in unterschiedlichen Winkeln gegen das Licht halten und langsam bewegen. Erst wenn aus keiner Position mehr Flecken oder Schlieren zu sehen sind, ist die Oberfläche (bzw. das Kameramodul) wirklich sauber. Schon ein leichter Schleier auf der Linse kann sich bei Handy-Fotos durch unscharfe Aufnahmen bemerkbar machen.

Handy-Buchsen und Lautsprecheröffnungen richtig reinigen

Eine besondere Herausforderung sind die Stellen, an denen das Handy „offen“ ist. Dazu gehören die Klinkenbuchse für Kopfhörer, die Öffnungen für die Lautsprecher und der Anschluss zum Laden (Micro-USB, USB-C oder Lightning). Hier sammelt sich über Monate hinweg ein zäher und schwer entfernbarer Schmutz aus Staub und Talg, den man mit der oben beschriebenen Oberflächenreinigung nicht entfernt bekommt. Diese Stellen muss man gesondert und mit geeigneten „Werkzeugen“ angehen.

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Geeignet ist ein . Auch (leicht mit Wasser angefeuchtete) Wattestäbchen und Zahnstocher kommen in Frage, um schwer zugängliche Stellen am Handy zu reinigen. Auf zu finden.

Aber: Das sollte nur unter höchster Vorsicht geschehen, da man sonst eine Beschädigung verursacht. Viele kleine Bewegungen ohne Druck sind besser als einzelne, hektische Stöße. Bei Wattestäbchen darauf achten, dass sich keine Fasern lösen und an Kontakten oder Lautsprechergittern hängen bleiben. Wir raten zudem dringend davon ab, metallene Gegenstände wie Messer, Pinzetten oder Nadeln zu verwenden.

Handy-Desinfektion: Hygiene fängt beim Smartphone an

Vielen Handy-Nutzern ist nicht bewusst, dass sie täglich mehrfach einen Keimherd mit den Händen berühren. Auf Mobiltelefonen sind durchschnittlich deutlich mehr Bakterien zu finden, als etwa auf einem Toilettensitz. Das ist kein Grund zur Panik – aber ein durchaus ein Anlass, das eigene Smartphone sauber zu halten. Nach Angaben des TÜV Rheinland reinigt nur jeder vierte Deutsche regelmäßig sein Handy gründlich. Jeder Achte reinige
sein Mobilfunkgerät sogar nie.

„Handys, insbesondere Smartphones, sollten regelmäßig gereinigt und gepflegt werden. Das ist nicht nur eine Frage der Ästhetik. Handys können Keime übertragen, und gerade jetzt in der Erkältungszeit ist eine regelmäßige Reinigung von Displays und Tastaturen sinnvoll“, so Bitkom-Experte Bernd Klusmann. Auch Dr. Wiete Schramm (Ärztin bei TÜV Rheinland) empfiehlt, Smartphones und Tablets regelmäßig zu reinigen. „Erhöhte Infektionsgefahr besteht (…) für Menschen mit schwachem Immunsystem oder bei Erkältungswellen. (…) Benutzt man während des Essens ein Handy oder Tablet, können winzige Essensreste zurückbleiben, die dann wieder als perfekter Nährboden für weitere Keime dienen.“

Von Amazon-Kunden gut bewertet ist der Displayreiniger von „Ag+“, mit Silber-Tensid-Kombination gegen Keime:

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Schon das einfache Reinigen der Oberfläche mit einem Mikrofasertuch dämmt das Risiko ein – Mikrobiologen an der Uni Furtwangen fanden heraus, dass die Keime so um bis zu 80 Prozent reduziert werden können. Also: Ein frisch geputztes Handy sieht nicht nur besser aus, sondern ist auch aus hygienischer Sicht von Vorteil.

Stefan Bubeck
Stefan Bubeck, GIGA-Experte für Consumer Electronics, insbesondere Audio.

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