Der Mond sieht manchmal richtig toll oder größer als sonst aus. Meistens hat man dann aber nur das eigene Smartphone zur Hand. Aber kann man damit gute Fotos vom Mond machen? Ja, wenn man sich an bestimmte Regeln hält. Wie das geht, zeigen wir euch hier auf GIGA.

Den nächsten Supermond kann man um den 27. April 2021 sehen (Vollmondphase: 05:31 Uhr MEZ). Die geringste Entfernung zur Erde hat er am gleichen Tag um 17:22 Uhr MEZ. Bis dahin solltet ihr gute Mondbilder trainieren, damit ihr an diesen Zeiten wunderschöne Mondaufnahmen machen könnt. Mit wenigen Tipps klappt das recht leicht.

Bild: Robert Karkowski (Pixabay) / Edit: GIGA
Bild: Robert Karkowski (Pixabay) / Edit: GIGA

So fotografiert ihr den Mond perfekt mit dem Smartphone

Voraussetzung: Bei günstigen Smartphones (unter 150 Euro) funktionieren Mondbilder meistens nicht, weil die Kamera nicht gut genug ist. Bei Smartphones im Bereich ab 300 Euro habt ihr mehr Glück. Mit dem „Huawei P30 Pro“ lassen sich per „Mond-Modus“ beispielsweise gute Mondaufnahmen machen. Aber auch mit teuren Smartphones können Mondbilder schlecht aussehen, wie wir unten erklären.

Kurzanleitung für Profis:

Falls ihr ein Profi seid und in eurer Kamera-App alles gerne selbst einstellt, geht so vor:

  1. Benutzt ein Stativ.
  2. Fokussiert auf den Mond.
  3. Wenn möglich, stellt eine lange Belichtungszeit bei kleiner Blende und kleinem ISO-Wert ein (Rauschminderung).
  4. Probiert ansonsten eine kurze Belichtungszeit bei großer Blende und kleinem ISO-Wert ein (Rauschminderung).

Bei den Belichtungszeiten, der Blende und den ISO-Werten solltet ihr etwas experimentieren, bis das Ergebnis am besten aussieht. Wenn ihr alles richtig gemacht und eine gute Smartphone-Kamera habt, kommt in etwa ein Bild heraus, wie ihr ganz oben auf dieser Seite seht.

Tipp 1: Benutzt ein Stativ (oder baut eins)

Bei Mondaufnahmen in der Nacht muss die Kamera länger belichten, um ein gutes Foto zu erstellen. Benutzt also ein Stativ samt Smartphone-Halterung und richtet die Kamera auf den Mond aus. Habt ihr kein Stativ, könnt ihr auch einen Selfie-Stick nutzen, den ihr irgendwo fixiert. Alternativ probiert ihr mit Kartons oder Ähnlichem einen kleinen Turm zu bauen, worauf ihr das Smartphone in einem Winkel anlehnt, der funktioniert. Habt ihr gar keine Optionen, lehnt euch an eine Wand und versucht, das Smartphone beim Auslösen sehr ruhig zu halten.

Tipp 2: Fokussiert den Mond

Wenn der Mond auf dem Display sichtbar ist, tippt ihn an. Die meisten Kamera-Apps fokussieren dann den Mond und stellen die Belichtung so ein, dass man auch die Strukturen des Mondes gut erkennen kann. Unter Umständen müsst ihr den Fokus und die Belichtung manuell oder über eine Taste anpassen. Tut ihr das nicht, erhaltet ihr meistens ein Bild, wo der Mond nur eine helle kleine Scheibe ist, was eher schlecht aussieht:

Das Mondbild ist schlecht. Der Mond ist zu klein. Der Fokus und die Belichtung sind nicht auf den Mond eingestellt. Bild: Robert Schanze (GIGA)
Das Mondbild ist schlecht. Der Mond ist zu klein. Der Fokus und die Belichtung sind nicht auf den Mond eingestellt. Bild: Robert Schanze (GIGA)

Außerdem sind obigen Bild mehrere Lichtquellen (Laternen). Die Kamera hat sich bei der Belichtung also an allen Lichtquellen orientiert, wodurch der Mond im Hintergrund überbelichtet – zu hell – ist.

Tipp 3: Zoomt auf den Mond

Falls der Mond sehr klein ausfällt, zoomt den Mond etwas größer. Zwar mindert das etwas die Bildqualität – da die meisten Smartphones nur einen digitalen Zoom haben – aber dadurch kann das Smartphone im Automatikmodus besser die richtige Belichtung und die Belichtungszeit einstellen.

Tipp 4: Aber zoomt nicht zu weit

Manchmal wirkt ein Mond besonders groß, obwohl keine besondere Mondphase vorliegt. Das liegt meistens daran, weil der Mond recht tief am Horizont zu sehen ist und das menschliche Auge den Mond in Relation zu nahe stehenden Bäumen oder Häusern setzt. Dadurch kann der Eindruck eines sehr großen Mondes entstehen, obwohl er eigentlich nicht größer als sonst ist. Wenn ihr diesen Effekt also einfangen möchtet, empfehlen wir entsprechende Objekte zur Relation wie Bäume oder Häuser aus der Umgebung mit auf dem Bild zu haben.

Mond bei Tag aufnehmen

Übrigens kann man den Mond manchmal auch bei Tag aufnehmen. Hier nutzt man dann aber eine kleine Belichtungszeit bei großer Blende und kleinem ISO-Wert. Wer seine Kamera-App nicht einstellen kann, zoomt einfach auf den Mond, fokussiert ihn und drückt im Automatikmodus ab.

Mondaufnahme bei Tag Bild: Robert Schanze (GIGA)
Mondaufnahme bei Tag Bild: Robert Schanze (GIGA)

Warum sehen meine Mondbilder so schlecht aus?

Habt ihr die obigen Tipps befolgt und die Bilder sehen trotzdem nicht besonders gut aus, kann das an der Smartphone-Kamera liegen. Das gilt auch dann, wenn das Smartphone recht teuer war. Beispielsweise kann das „Samsung Galaxy S20 Ultra“ mit der sogenannten „Space Zoom“-Kamera verwaschene Mondbilder liefern, obwohl das Handy über 1.000 Euro kostet.