Windows 7 weiter nutzen (auch nach Support-Ende) – so geht's

Robert Schanze 1

Kann ich Windows 7 auch nach dem Support-Ende weiter nutzen? Ja, das geht. Wie ihr Windows 7 für die Zukunft absichert, zeigen wir euch hier auf GIGA.

Kann ich Windows 7 weiter nutzen?

Jeder kann Windows 7 auch noch nach dem Support-Ende weiter nutzen. Warum das in der Regel aber keine gute Idee ist, erklären wir ausführlich in diesem Artikel. Grundsätzlich empfehlen wir, auf eine der folgenden Windows-7-Alternativen umzusteigen. Mit den folgenden 7 Regeln seid ihr aber auch mit Windows 7 gut gewappnet.

Windows 7 weiter nutzen und absichern

Falls ihr Windows 7 weiter nutzen möchtet, zeigen wir euch im Folgenden, wie ihr das Betriebssystem gegen zukünftige Gefahren und Schädlinge absichern könnt.

1. Nutzt einen aktuellen Virenscanner

Microsoft hat neben den Windows-7-Updates auch Updates für den Virenscanner „Microsoft Security Essentials“ eingestellt. Falls ihr diesen einsetzt, solltet ihr nach einem Drittanbieter schauen, der weiterhin Windows 7 unterstützt – beispielsweise Avira Free Antivirus.

2. Nutzt einen aktuellen und sicheren Browser

Spätestens jetzt solltet ihr nicht mehr den Internet Explorer als Browser benutzen, da auch er nicht mehr mit Sicherheitsupdates versorgt wird. Nutzt stattdessen einen aktuellen und sicheren Browser wie Firefox. Dieser wird höchstwahrscheinlich auch noch lange nach dem Support-Ende von Windows 7 für das Betriebssystem aktuell und sicher gehalten.

3. Aktualisiert eure Programme und deinstalliert ggf. nicht mehr unterstützte Software

Schad-Software kann sich in Windows 7 auch über installierte Programme einschleichen, die nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind. Schaut in eure Liste der installierten Software, ob es Updates zu euren Programmen gibt. Welche Programme installiert sind, zeigt euch Windows wie folgt an:

  1. Drückt die Tastenkombination [Windows] + [R], um das Ausführen-Fenster zu öffnen.
  2. Tippt appwiz.cpl ein und drückt [Enter], um eine Liste aller installierten Programme anzuzeigen.
  3. Bei Bedarf lassen sich hier veraltete oder unsichere Programme auch gleich deinstallieren.
Deinstalliert nicht mehr unterstützte Software. Bild: GIGA
Deinstalliert nicht mehr unterstützte Software. Bild: GIGA.

Unsere Bilderstrecke zeigt euch die wichtigsten Windows-Sicherheits-Tools:

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Wichtige Windows-Sicherheitstools

4. Nutzt Anti-Exploit- und Hardener-Tools

Leider hat Microsoft schon länger den Support für das Anti-Exploit-Tool „EMET“ eingestellt. Wir empfehlen, das ähnliche kostenlose Tool „OSArmor“ zu installieren. Es überwacht verdächtige Prozesse und blockiert Erpresser-Trojaner und ähnliche Schädlinge. Es genügt, das Programm zu installieren und laufen zu lassen. Die Standard-Einstellungen sind in Ordnung.

Für Profis empfehlen wir zudem das Tool „SysHardener“. Dadurch lassen sich die Sicherheitseinstellungen von Windows 7 härten. Achtet dabei drauf, ungenutzte Systemfunktionen systematisch einzuschränken. Glücklicherweise sind auch die Standardeinstellungen wiederherstellbar, falls ihr merkt, dass danach etwas nicht mehr richtig funktioniert.

5. Surft mit natürlichem Menschenverstand

Seit vorsichtig, wenn ihr im Internet surft und haltet euch fern von dubiosen und unseriösen Webseiten. Ladet keine EXE-Dateien von solchen Webseiten herunter und startet sie erst gar nicht durch einen Doppelklick! Meistens werden Windows-Computer genau auf diesem Weg – also durch den Nutzer selbst – mit Viren infiziert.

6. Lasst euch nicht verrückt machen

Microsoft drängt Windows-7-Nutzer gerne mal dazu, auf Windows 10 umzusteigen. Und auch Online-Nutzer rennen Amok beim Gedanken daran, ein Betriebssystem weiter zu benutzen, obwohl der Support abgelaufen ist. Man solle dann den Windows-7-Rechner doch am besten vom Internet trennen.

Meine Meinung: Es ist sehr schwierig – wenn nicht ausgeschlossen – dass Kriminelle über das Internet auf euren PC zugreifen. Hier müssten Sicherheitsmaßnahmen in eurem Router, der Windows-Firewall und Windows selbst durchbrochen werden oder ein erhebliches Sicherheitsleck in Windows 7 vorliegen. Microsoft hatte aber die letzten Jahre viel Zeit, alle groben Sicherheitslücken zu schließen. Und wenn eine Lücke besonders groß ist, veröffentlicht Microsoft oft sogar noch Updates für Uralt-Betriebssysteme, die schon lange keinen Support mehr haben – wie damals bei Windows XP. Ihr könnt also die Hinweismeldungen, auf Windows 10 umzusteigen, deaktivieren und weiter Windows 7 nutzen.

Solche Meldungen lassen sich deaktivieren. Bild: GIGA
Solche Meldungen lassen sich deaktivieren. Bild: GIGA.

7. Erstellt regelmäßig Backups

Dieser Punkt ist am wichtigsten: Für den Fall, dass euer Windows-7-System mal infiziert wird, solltet ihr IMMER Backups parat haben. Wir empfehlen eure eigenen Dateien mindestens einmal im Monat auf eine zu sichern.

Um euer Windows-7-Betriebssystem nach einem Virusbefall schnell und zuverlässig wiederherzustellen, empfehlen wir das Tool „Paragon Backup & Recovery Free Edition“ wie in unserer Backup-Anleitung beschrieben. Es sichert die komplette Festplatte als Image, das sich dann 1:1 wiederherstellen lässt. Dadurch wird jeder Virus platt gemacht (sofern er nicht schon zum Zeitpunkt des Backups das System befallen hatte).

Falls wir etwas Wichtiges vergessen haben sollten, schreibt es uns gerne in die Kommentare unterhalb dieser Anleitung.

Was war dein erstes Betriebssystem? (egal ob Desktop oder Mobile)

Mein erstes Betriebssystem war Windows 3.1. Danach kam Windows 98, ME, XP und 7. Vista, Windows 8 oder Windows 10 sind nicht meine Betriebssysteme. Mittlerweile bin ich bei Linux Mint Cinnamon gelandet. Wie sehen eure Erfahrungen aus? Schreibt sie uns gerne in die Kommentare.
Robert Schanze
Robert Schanze, GIGA-Experte für Windows, Android, Linux und Software.

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